Kirchliche Kita-Mitarbeiter protestieren für mehr Geld

Nachricht 23. Mai 2016

Hannover (epd). Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen der hannoverschen Landeskirche wollen am Donnerstag in Hannover für eine bessere Bezahlung demonstrieren. Die Beschäftigten in den evangelischen Kitas verdienten deutlich schlechter als ihre Kolleginnen in kommunalen Einrichtungen, sagte der Vorsitzende der Kirchengewerkschaft Niedersachsen, Werner Massow, am Dienstag dem epd.

Die Kirchengewerkschaft fordert deshalb einen Wechsel vom bisher für die evangelischen Kitas gültigen Tarif, der sich nach dem Vertrag der Länder richtet, zum kommunalen Tarifvertrag. Aufgrund der schlechteren Bezahlung herrsche ein zunehmender Personalnotstand, mahnte Massow.

Die Diakonie in Niedersachsen bestätigte auf epd-Anfrage, dass die Erzieherinnen in den kommunalen Tagesstätten erheblich höhere Vergütungen erhielten. Die Unterschiede seien vor allem bei Mitarbeiterinnen mit langer Betriebszugehörigkeit enorm, sagte Bereichsleiter Arvid Siegmann. Sie lägen in Einzelfällen bei mehr als 300 Euro im Monat. "Dieses führt aufgrund des Fachkräftemangels zu Problemen für kirchliche Träger, neue Fachkräfte zu gewinnen und bestehende Fachkräfte zu halten."

Die geforderten Verbesserungen seien allerdings nur möglich, wenn der Betrieb der Tagesstätten gesichert sei. Diese werden aufgrund der gesetzlichen Rechtsansprüche auf Betreuung überwiegend aus Mitteln der Kommunen refinanziert. "Das gilt es in Verhandlungen zu prüfen", sagte Siegmann. Die Kirchen in Niedersachsen trügen jedoch mit rund 30 Millionen Euro erheblich zur Mitfinanzierung von Betriebskosten, Fachberatung und Fortbildung bei.

Die hannoversche Landeskirche prüft nach Angaben ihres Sprechers Johannes Neukirch eine Bezahlung nach dem besseren Tarif. Das Thema wird auch die Landessynode beschäftigen, die von Mittwoch an im Henriettenstift in Hannover tagt. Dort sollen am Donnerstag zwei Demonstrationszüge der Kirchengewerkschaft enden, zu denen Massow zufolge insgesamt zwischen 500 und 1.000 Teilnehmer erwartet werden.

Bei den Protesten geht es zudem um ein ausstehendes Tarifplus von 2,3 Prozent für die rund 23.000 angestellten Mitarbeiter der Landeskirche. Diese will die Erhöhung davon abhängig machen, dass die Beschäftigten sich künftig mit einem Eigenanteil an ihrer Betriebsrente beteiligen.

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