Theologe Steffensky: Kirche muss klar und deutlich reden

Nachricht 18. Mai 2016
steffensky_fulbert
Der Theologe und Religionspädagoge Fulbert Steffensky; Bild: Meike Böschemeyer/epd-bild 

Hannover (epd). Der evangelische Theologe und Religionspädagoge Fulbert Steffensky hat die Kirche zu klaren und deutlichen Botschaften aufgerufen. "Die Kirche rechtfertigt sich nicht nur durch ihre sozialen Unternehmungen", sagte er am Mittwoch bei einer Pastorenversammlung in Hannover: "Sie weiß auch etwas vom Recht der Armen, von der Auferstehung der Toten und von der Kraft Gottes." Je klarer sie in ihrer Verkündigung sei, desto eher könne die Kirche auch weniger glaubensstarke Gäste aufnehmen, die sonst vielleicht nur an Weihnachten oder nach großen Unglücksfällen Gottesdienste besuchten.

Der Theologieprofessor sprach vor rund 300 Pastorinnen und Pastoren beim Generalkonvent des evangelischen Sprengels Hannover. Aus seiner Sicht befindet sich die Kirche heute im "Exil", weil sich immer mehr Menschen von ihr abwenden. "Sie ist klein geworden, sie ist nicht mehr dominant", sagte er dem epd am Rande des Konvents. Dadurch sei die Kirche jedoch freier geworden, die christliche Botschaft glaubwürdig auszurichten. Diese Situation müsse sie annehmen, auch wenn es schmerzlich sei, Mitglieder zu verlieren.

Steffensky appellierte an die Pastoren, die Schönheiten der christlichen Botschaft neu zu entdecken, etwa durch Meditation oder Bibellektüre. "Man kann auf Dauer nur an etwas glauben, wenn man es lieben gelernt hat." Die Kirche könne nur von Gott reden, wenn sie zugleich die Ungerechtigkeit in der Welt beim Namen nenne, betonte der Theologe.  

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen