"Wunsch nach Glaubenswechsel ernst nehmen"

Nachricht 16. Mai 2016
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Landessuperintendent Dieter Rathing, Lüneburg; Bild: epd-Bild/Jens Schulze

Lüneburg (epd). Der Lüneburger evangelische Regionalbischof Dieter Rathing hat Respekt vor der Entscheidung muslimischer Flüchtlinge, sich taufen zu lassen. "An uns ist es, verantwortlich mit dem Wunsch nach einer Konversion umzugehen, schreibt der Landessuperintendent in der in Hannover erscheinenden "Evangelischen Zeitung". Auswendig lernbare christliche Formeln könnten für die Taufbewerber nicht alles ein.

Die Menschen müssten mit viel Einsatz zur Taufe begleitet werden. Es brauche umso mehr Zeit, je unterschiedlicher die alte und die neue Glaubenswelt voneinander seien. "Es braucht noch mehr Zeit, wenn das Christwerden mit der Gefahr von Spannungen zum gewohnten Umfeld verbunden ist."

Der Weg in die Gemeinschaft der Kirche sei auch immer ein Weg in die Vielförmigkeit des Glaubens, betonte Rathing. "Wer sich taufen lassen will, sollte auch bereit sein, mit seiner Herkunft Versöhnung zu suchen. Es gibt keinen Grund, auf den verlassenen Glauben mit Verachtung zurückzusehen."
 

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