Medizinische Versorgungszentren der Diakonie in Rotenburg insolvent

Nachricht 31. März 2016

Rotenburg/Wümme (epd). Die dezentralen medizinischen Versorgungszentren des Agaplesion Diakonie-Klinikums in Rotenburg bei Bremens sind insolvent. Davon sind laut Diakonie an den Standorten in Rotenburg, Sittensen, Zeven, Hoya und Verden 40 Mitarbeiter betroffen. Der Grund für die wirtschaftliche Schieflage sei vor allem der Ärztemangel im ländlichen Raum. "Dadurch konnten über längere Zeiträume die freien Arztstellen in den Praxen nicht besetzt werden", heißt es in einer Stellungnahme. Die Insolvenz wurde den Angaben zufolge in der vergangenen Woche beim zuständigen Amtgericht in Walsrode beantragt.

Die Zentren werden durch eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Diakonieklinikums betrieben, Defizite wurden bisher vom Mutterunternehmen aufgefangen. "Die wirtschaftliche Situation lässt Krankenhäusern keinen Spielraum, so dass unser Klinikum die Subventionierung nicht länger leisten kann", sagte Geschäftsführer Rainer Werther.

Die Geschäfte der "MVZ Diako Rotenburg gGmbH" führt ab sofort der vom Gericht eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter Jan Ockelmann aus Hannover. Sein Ziel ist es, die Gesellschaft zu sanieren, damit das Unternehmen weiter arbeiten kann. So könnten die Zentren in Zeven und Verden eine Zukunft haben. Schwierig sieht es in Sittensen und Hoya aus. Im April will das Diakonie-Klinikum einen Runden Tisch initiieren, um Strategien zur Ansiedlung von Hausärzten in der Region zu diskutieren.

In den medizinischen Versorgungszentren des Diakonie-Klinikums haben sich Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen zusammengeschlossen. Sie arbeiten eng mit niedergelassenen Hausärzten in der Region, weiteren Fachärzten sowie dem Klinikum zusammen. Versorgungszentren verzahnen ambulante und stationäre Medizin und haben insofern auch eine Portalfunktion für das jeweilige Krankenhaus. 

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