Bürger in Barsinghausen demonstrieren nach Brandanschlag auf Flüchtlingsheim

Nachricht 26. Januar 2016
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Rohbau des Flüchtlingsheims in Barsinghausen, auf das ein Anschlag verübt wurde. Bild:Koordinierungsstelle Flüchtlingsarbeit und Internet- und Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Ronnenberg  

Barsinghausen/Reg. Hannover (epd). Nach dem Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Barsinghausen bei Hannover wollen heute (Mittwoch) zahlreiche Bürger der Stadt gegen Fremdenfeindlichkeit demonstrieren. Das Bündnis "Barsinghausen ist bunt" hat für den Abend zu einem Protestzug vom Bahnhof zu einem Parkplatz neben der Flüchtlingsunterkunft aufgerufen. Bei der Kundgebung werden unter anderem Bürgermeister Marc Lahmann (CDU) und die evangelische Superintendentin Antje Marklein sprechen. Erwartet werden mehrere hundert Teilnehmer.

Der Brand hatte am Sonnabend einen Sachschaden von rund 100.000 Euro verursacht. Bei den Löscharbeiten fand die Feuerwehr in dem Rohbau mehrere geöffnete Gasflaschen. Es bestand Explosionsgefahr. Menschen wurden nicht verletzt. Die Täter sind noch nicht ermittelt. Das Heim sollte bis zu 70 Flüchtlinge aufnehmen. Bereits Ende März sollten die ersten 48 Menschen einziehen.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

"Unvermindert für Flüchtlinge einsetzen"

Barsinghausen/Reg. Hannover (epd). Die Bürger in Barsinghausen müssen nach Ansicht der evangelischen Pastorin Uta Junginger nach dem Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim ihr Engagement für Schutzsuchende in der Stadt unvermindert fortsetzen. "Wir dürfen uns davon nicht unterkriegen lassen und auf gar keinen Fall dürfen wir verzagen", sagte die Pastorin der zentral gelegenen Mariengemeinde Barsinghausen am Dienstag im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Sie selbst habe der Brandanschlag tief erschüttert, sagte Junginger. Bisher habe sie keinerlei Anzeichen für eine fremdenfeindliche Stimmung in Barsinghausen wahrgenommen. "Das macht es mir sehr schwer, eine Antwort auf die Frage nach dem 'Warum' zu geben." Wie ihr gehe es der Mehrheit der Menschen im Ort: "Viele hier sind regelrecht schockiert."

Junginger räumte ein, dass es in der Vergangenheit Probleme mit rechtsextremen Gruppierungen gegeben habe. Diese lägen allerdings schon einige Jahre zurück. Um das Jahr 2013 habe es immer wieder Auseinandersetzungen um das inzwischen geschlossene linksalternative Jugendzentrum "Falkenkeller" gegeben. "Man kann also nicht behaupten, in Barsinghausen habe es nie Probleme gegeben."

Gerade in der jüngsten Vergangenheit hat laut Junginger aber eher eine positive Aufbruchsstimmung geherrscht. Erst vor wenigen Wochen habe sie in ihrer Gemeinde einen Infoabend zu der Aufnahme von Flüchtlingen veranstaltet. "Da kamen 80 oder 90 Leute und alle waren voll bei der Sache, wollten anpacken, wollten integrieren."

Vor diesem Hintergrund müsse der Protestmarsch des Bündnisses "Barsinghausen ist bunt", der am Mittwochabend vom Bahnhof zum ausgebrannten Rohbau führen soll, als Aufbruchssignal verstanden werden. "Glaubensgemeinden, Stadt und Initiativen müssen ihren Weg weitergehen", betonte Junginger. Alle müssten jetzt an einem Strang ziehen und ihren Schock zum Wohle der Flüchtlinge schnell überwinden.

Der Brand in dem geplanten Flüchtlingsheim hatte am Sonnabend nach Polizeiangaben einen Sachschaden von rund 100.000 Euro verursacht. Bei den Löscharbeiten fand die Feuerwehr in dem Rohbau mehrere geöffnete Gasflaschen. Es bestand Explosionsgefahr. Menschen wurden nicht verletzt. Das Heim sollte bis zu 70 Flüchtlinge aufnehmen. Bereits Ende März sollten die ersten 48 Menschen einziehen.

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