Webseite dokumentiert Zwangsarbeit im Hildesheimer Wald

Nachricht 21. Januar 2016
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Die Internseite www.zwangsarbeit-bosch.de dokumentiert Zwangsarbeit im Hildesheimer Wald. Bild: Screenshot Pressestelle

Hildesheim/Berlin (epd). Eine neue Internetseite greift das das Schicksal von über 2.700 Zwangsarbeitern auf, die im Zweiten Weltkrieg in einer Hildesheimer Fabrik des Bosch-Konzerns beschäftigt waren. Unter www.zwangsarbeit-bosch.de seien zahlreiche Video-Interviews mit Zeitzeugen und aktuelle Forschungsergebnisse abrufbar, teilten die Initiatoren von der Berliner Geschichtswerkstatt am Donnerstag mit. Die Webseite gehe den Fragen nach, woher die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter kamen, wie sie untergebracht waren und was mit ihnen nach dem Ende des Krieges geschah.

Das "Ausweichwerk II" im Hildesheimer Wald war 1937 von Bosch als Rüstungsfabrik gegründet worden. Später erhielt das Werk aus Tarnzwecken den Namen Elektro- und Feinmechanische Industrie GmbH. Dort mussten Zwangsarbeiterinnen, Kriegsgefangene und italienische Militärinternierte Zubehör für Panzer und schwere Lkw der Wehrmacht fertigen. Ab Oktober 1943 nahm das Werk eine Monopolstellung ein: Alle deutschen Panzer wurden mit elektrotechnischer Ausrüstung aus dem Hildesheimer Wald ausgestattet. Die Geschichtswerkstatt hatte zuvor das "Ausweichwerk I" von Bosch in Kleinmachnow bei Berlin untersucht. 

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