Landesmuseum widmet sich europäischen Künstlerdörfern

Nachricht 17. Januar 2016

Hannover/Worpswede (epd). Das Niedersächsische Landesmuseum in Hannover startet mit einer Ausstellung über Künstlerkolonien in ganz Europa ins neue Jahr. Unter dem Titel "Mythos Heimat. Worpswede und die europäischen Künstlerkolonien" sollen ab dem 18. März rund 25 abgelegene Schaffensorte von Künstlern in Deutschland, Skandinavien, England, Frankreich und Ungarn vorgestellt werden, sagte Museumsdirektorin Katja Lembke am Freitag in Hannover. Auch Arbeiten aus Worpswede als der wichtigsten Künstlerkolonie Deutschlands sind unter den mehr als 200 Werken vertreten.

Zusätzlich zu den größtenteils Landschafts- und Sommerbildern sollen in der Schau auch die Auswirkungen des "Kultur-Tourismus" vorgestellt werden. So ist nach Angaben von Ausstellungskurator Thomas Andratschke etwa das europäische Schienennetz ausgebaut worden, damit die Künstlerdörfer besser erreicht werden konnten.

Eine weitere Sonderausstellung wird sich ab dem 30. September mit den Auswirkungen der deutschen Kolonialzeit beschäftigen. Die Schau "Heikles Erbe. Koloniale Spuren bis in die Gegenwart" zeigt Objekte aus der ethnographischen Sammlung des Museums, die während der rund 30-jährigen kolonialen Herrschaft der Deutschen in Afrika zwischen 1884 bis 1919 von Schutztruppen von dort nach Hannover gebracht wurden. Um auf jüngere koloniale Strukturen hinzuweisen, sollen zudem Künstler aus Hawaii eingeladen werden. In ihren Kunstwerken und Installationen beschäftigen sich die Gastkünstler mit der Annexion der Inselkette durch die USA im Jahr 1959.

Das Museum blicke zufrieden auf die Besucherzahlen des vergangenen Jahres zurück, sagte Lembke. Trotz neunmonatiger Umbau-Arbeiten hätten 2015 rund 113.000 Menschen die neue Dauerausstellung und die insgesamt sechs Sonderausstellungen besucht. 

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