Studie: Frühe Förderung von Kindern beeinflusst Schullaufbahn

Nachricht 11. Januar 2016
kita_kinder
Symbolfoto: Heilerziehungspfleger Sebastian Weisshuhn baut mit Jelle, Bennet, Max und Karim (v.l.) in der Kindertagesstaette "Wueste" in Osnabrueck am 17.03.15 einen Turm. Bild: epd-bild / Detlef Heese  

Hildesheim (epd). Eine möglichst frühe Förderung von Kindern kann sich einer neuen Hildesheimer Studie zufolge positiv auf die Schullaufbahn auswirken. "Die Zeit zwischen drei und sechs Jahren ist für die späteren Schulleistungen immens bedeutsam", sagte die Psychologin Jeanette Piekny am Donnerstag. Die Wissenschaftler hatten in einer Langzeitstudie im Raum Hildesheim über sieben Jahre untersucht, wie sich rund 200 Kinder ab drei Jahren entwickelten.

Schon eine frühe Beschäftigung mit Zahlen sei für lange Zeit entscheidend für die Rechenfähigkeiten in der Grundschule, sagte Piekny. "Die Unterschiede, die zwischen den Kindern in diesen Kompetenzen bestehen, sind bereits im Alter von vier Jahren sehr groß." Auch bei Lese- und Rechtschreibfähigkeiten seien früh Ungleichheiten festgestellt worden, die über längere Zeit erhalten blieben.

Auch die Funktionstüchtigkeit des Arbeitsgedächtnisses, in dem Informationen für eine kurze Zeit gespeichert werden, spiele eine wichtige Rolle, hieß es. Die Fähigkeiten könnten früh erkannt und schon im Vorschulalter gefördert werden.

Die Erkenntnisse erforderten auch ein Umdenken in Politik und Bildungseinrichtungen, sagte Piekny. Die Startchancen in der ersten Klasse seien sehr unterschiedlich. Professorin Claudia Mähler ergänzte, regelmäßige Rückmeldungen an Erzieher und Eltern seien wichtig: "Wenn Kinder tatsächlich auf der Strecke bleiben oder ein Risiko in der Entwicklung besteht, ist es wichtig zu intervenieren."

Die Studie "KOKO Differentielle Entwicklungsverläufe Kognitiver Kompetenzen" werde derzeit ausgewertet, hieß es. Zukünftig wollen die Wissenschaftler auch die weitere Entwicklung nach der Grundschule untersuchen. 

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

"Kind im Mittelpunkt"

Die Universität bietet eine Forschungsambulanz "Kind im Mittelpunkt" an. Montags bis donnerstags können zwischen 13 und 14 Uhr unter 05121/88311012 Termine abgestimmt werden.

Weitere Informationen