Migrationsexperte fordert Supervision für Flüchtlingshelfer

Nachricht 06. Januar 2016

Hannover/Hildesheim (epd). Der Hildesheimer Migrationsexperte Hannes Schammann hat für die Freiwilligen in der Flüchtlingsarbeit eine Supervision gefordert. Dadurch könnten Überlastung und ein Ausbrennen verhindert werden, sagte Schammann in einem Interview der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" (Mittwochsausgabe). "Die Helfer erleben viele Dinge, die sie beschäftigen. Das muss alles verarbeitet werden."

In den Kommunen funktioniere die Abstimmung zwischen Ehren- und Hauptamtlichen in der Regel "gut und pragmatisch", betonte der Juniorprofessor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim. Allerdings wäre es hilfreich, wenn Ehrenamtliche feste Ansprechpartner auf Behördenseite hätten, an die sie sich etwa mit aufenthaltsrechtlichen Fragen wenden könnten.

Schammann warnte davor zu glauben, Integration von Flüchtlingen müsse immer reibungslos verlaufen. "Man darf bei der Integration keine Angst haben vor Streit. Integration funktioniert auch über Konflikt." Wichtig sei es, immer im Dialog miteinander zu bleiben. "Das ist ja das Geheimnis einer demokratischen Gesellschaft - dass sie die Pluralität der Meinungen aushält."