Wilhelm Busch Museum erinnert an Anschlag auf "Charlie Hebdo"

Nachricht 06. Januar 2016
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Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst Bild: HMTG / Martin Kirchner

Hannover (epd). Anlässlich des islamistischen Anschlags auf die Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" vor einem Jahr plant das Wilhelm Busch Museum in Hannover für diesen Sommer eine Ausstellung über französische Karikaturen. Die Schau "Lachen auf Französisch - Karikaturen von Honoré Daumier bis Charlie Hebdo" wird vom 9. Juli bis zum 6. November zu sehen sein, wie das Museum mitteilte.

Bei dem Anschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris erschossen zwei Attentäter am 7. Januar 2015 zwölf Menschen, darunter fünf Zeichner einschließlich des Herausgebers. Zu den Morden bekannte sich die Terrorgruppe Al-Kaida. Am Tag darauf stürmte ein Unterstützer der Terroristen einen jüdischen Supermarkt und tötete weitere fünf Menschen. Alle drei Attentäter wurden von der Polizei erschossen.

"Charlie Hebdo" hatte islamkritische Karikaturen mit Abbildungen des Propheten Mohammed veröffentlicht, die im Islam verboten sind. Die Anschläge lösten zahlreiche Solidaritätskundgebungen unter dem Motto "Je suis Charlie" ("Ich bin Charlie") aus.

Das Wilhelm Busch Museum will bereits am nächsten Montag (11. Januar) gemeinsam mit der Volkswagenstiftung an den Anschlag erinnern. Das "Herrenhäuser Forum für Zeitgeschichte" zum Thema "Karikatur und Terror" beginnt um 19 Uhr im Schloss Herrenhausen. Dabei soll es auch um das Bildverständnis im Islam gehen. Zu den Referenten gehören der Kunstgeschichtler Professor Michael Diers von der Humboldt-Universität Berlin und der Medienwissenschaftler Asiem El Difraoui.

Bereits im vergangenen Sommer hatte das Museum gemeinsam mit drei anderen Karikaturmuseen aus Deutschland und der Schweiz im Internet eine Ausstellung über "Charlie Hebdo" gestartet. Unter www.museen-fuer-satire.com sind dabei Zeichnungen und Texte der Zeitung aus den Jahren 2010 bis 2015 zu sehen. Sie umfassen Themen aus Gesellschaft, Religion und Politik. Die Präsentation gibt zudem Berichte und Reaktionen zu dem Anschlag wieder. 

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