57. Aktion von "Brot für die Welt" in Hannover eröffnet

Nachricht 28. November 2015

Hannover/Dehli (epd). Mit einem Gottesdienst in Hannover hat das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" am Sonntag seine 57. Spendenaktion eröffnet. Unter dem Motto "Satt ist nicht genug!" fördert es dabei den Kampf gegen die weltweite Mangelernährung. Diese behindere Entwicklung - genauso wie Hunger, sagte die Präsidentin von "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel in der Marktkirche in Hannover.

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister rief die Christinnen und Christen in seiner Predigt dazu auf, sich für die leidenden Menschen in dieser Welt einzusetzen. Damit verbunden sei der tiefe Wunsch, dass das Leben sich ändern möge und alle Menschen in Frieden satt werden könnten, sagte er in dem von der ARD übertragenen Gottesdienst.

Im Moment erschütterten der Terror und die Opfer von Paris und Mali die Welt. "Wir haben viele Bilder in den vergangenen Wochen und Monaten gesehen, die so bedrohlich und anschaulich sind, dass wir dagegen starke Worte setzen müssen, keine Worte der Gewalt, sondern Worte der Hoffnung." Die Bibel zeichne solche Hoffnungsbilder ebenso wie die vielen Tausend Menschen, die sich für Notleidende engagierten. Auch "Brot für die Welt" gebe dafür immer wieder Beispiele.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) appellierte in seinem Grußwort: "Den Hunger nach Gerechtigkeit sollten wir uns nicht austreiben lassen." In der globalisierten Welt seien auch die Bauern in Indien oder die Näherinnen in Bangladesch Nachbarn, die dieselben Rechte auf ein gutes Leben hätten. "Das Ziel der Globalisierung muss Gerechtigkeit für alle und nicht Reichtum für wenige sein."

Bei der Eröffnungsfeier wirkte auch die Projektpartnerin der neuen Spendenkampagne mit, die indische Wissenschaftlerin und Umweltaktivistin Vandana Shiva. Die Trägerin des alternativen Nobelpreises hat in Nordindien vor drei Jahrzehnten begonnen, traditionelles Saatgut zu sammeln und mit anderen zu teilen. 4.000 Sorten Reis seien so gerettet worden, erläuterte sie. Sorten, die nicht von großen Unternehmen patentiert und nicht genmodifiziert seien. Bauern züchteten dieses Saatgut selbst, anstatt es überteuert einzukaufen.

"Brot für die Welt" wird getragen von evangelischen Landes- und Freikirchen und ist im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung in Berlin angesiedelt. Seit 1959 bittet die Aktion in jedem Jahr zu Beginn der Adventszeit um Spenden für Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika.

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