Osnabrücker Kirche bekommt "Friedensorgel" für zwei Millionen Euro

Nachricht 26. November 2015
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 Friedensorgel; Bild: Katharinen-Kirchengemeinde Osnabrück

Osnabrück (epd). Die evangelische Katharinenkirche in Osnabrück soll eine "neue, weltweit einzigartige Friedensorgel" bekommen. Nicht nur der Name, der an die Tradition Osnabrücks als Friedensstadt anknüpfe, mache das Projekt besonders, sondern vor allem die Technik, sagte Kirchenkreiskantor Arne Hatje am Donnerstag dem epd. Das für den Orgelneubau vorgesehene "winddynamische Werk" sei eine Neuerung, die bislang nur in einer einzigen Orgel in der Schweiz vorkomme. Sie koste vermutlich etwa zwei Millionen Euro.

Das traditionsreiche Schweizer Familienunternehmen Metzler werde die Orgel mit rund 4.500 Pfeifen ausschließlich aus Eichenholz und Metall mit nur wenig Elektronik fertigen, erläuterte der Musiker. Die hannoversche Landeskirche habe einen namhaften Betrag als Unterstützung zugesagt. Darüber hinaus sei die Katharinengemeinde auf Spenden angewiesen. Deshalb habe sie bereits 2012 einen Orgelbauverein gegründet.

Ein Modell der Orgel werde an diesem Sonntag im Anschluss an den Gottesdienst vorgestellt. Wenn alles gut läuft, könne die Firma dann bereits im Frühjahr mit den ersten Arbeiten beginnen, sagte Hatje. Voraussetzung sei allerdings, dass die Finanzierung bis dahin stehe. Das Instrument könnte dann im Verlauf des Jahres 2018 fertiggestellt werden. Die alte Ott-Orgel sei zwar erst 50 Jahre alt, weise aber erhebliche Mängel und Schäden auf.

Das rein mechanisch gesteuerte winddynamische Werk erlaube eine ganz neue Klangfülle, erläuterte der Kantor. Es erzeuge ungewohnte, fantasievolle Klänge, die zum Improvisieren und Komponieren reizten. Die Gemeinde wolle deshalb zudem eine Orgelakademie gründen, um erstklassigen Musikern aus dem In- und Ausland die Chance zu geben, dieses einzigartige Instrument zu spielen. "Die Orgel ist dann nicht mehr nur eine Gemeindeorgel, sondern setzt in unserer Friedensstadt einen neuen musikalischen Akzent."

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