Theologe Härle: Gespräch zwischen den Religionen ist vordringliche Aufgabe

Nachricht 29. September 2015
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Der Theologie Wilfried Härle bei einem Symposium im September 2013 in Berlin. Bild: epd-bild / Andreas Schoelzel

Celle (epd). Die Christen in Deutschland sollten nach Ansicht des Heidelberger evangelischen Theologieprofessors Wilfried Härle noch viel intensiver das offene und ehrliche Gespräch mit anderen Religionen suchen. Dies sei heute eine der vordringlichsten Aufgaben der Kirchen und Gemeinden, sagte Härle am Mittwoch in Celle vor und 350 Pastorinnen und Pastoren aus dem evangelischen Kirchensprengel Lüneburg. Dabei gelte es, sich über Gemeinsamkeiten zu freuen und Unterschiede aushalten zu können. "Das sind Erfahrungen, die wir machen müssen, nicht erst jetzt, seitdem Flüchtlinge über das Mittelmeer zu uns kommen."

Im Gespräch der Religionen sollten dabei die Christen auch ihren eigenen Glauben klar benennen, sagte Härle. "Was die Unbefangenheit des Redens vom eigenen Glauben anbelangt, können wir von Muslimen lernen." Er selbst habe sich lange im Dialog zwischen Christen und Muslimen engagiert, erläuterte der Professor beim Generalkonvent, der Vollversammlung der Pastoren in der Region. Dabei hätten die muslimischen Teilnehmer gleich beim ersten Treffen Prospekte mit Informationen zu ihrem Glauben ausgeteilt. Ähnliches hätten sich die Christen nicht getraut. "Ich habe gelernt: Zum guten Miteinander gehört, dass wir einander das Zeugnis unseres Glaubens nicht vorenthalten."
 

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