„Kirche und Theologie als Moralagenturen der Gesellschaft?“

Nachricht 15. September 2015

XVII. Konsultation Kirchenleitung und wissenschaftliche Theologie tagt in Eisenach

Hannover. Unter dem Titel „Kirche und Theologie als Moralagenturen der Gesellschaft?“ beginnt heute die „XVII. Konsultation Kirchenleitung und wissenschaftliche Theologie“ in Eisenach.

Das Tagungsthema nimmt die Beobachtung auf, dass sozialethische Themen und moralische Sprachspiele für die theologische Rede und Arbeit in den Kirchen und Theologischen Fakultäten gegenwärtig von großem Gewicht sind. Damit verbindet sich die Problematik einer tendenziellen Theologisierung der Moral und umgekehrt einer Moralisierung des spezifisch Christlichen.

„Im Zusammenhang mit der jüngst erschienenen Orientierungshilfe ‚Zwischen Autonomie und Angewiesenheit‘ der EKD gab es zum Teil erbitterte Kontroversen. Diese haben erneut deutlich gemacht, dass die Vorstellungen und Erwartungen, wie Kirche und Theologie sich in den öffentlichen Diskurs der Gesellschaft einbringen können und sollten, innerkirchlich und gesellschaftlich weit auseinanderklaffen“ so Oberkirchenrätin Dr. Mareile Lasogga, Referentin für Theologische Grundsatzfragen im Amt der der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

Mit Bezug auf drei konkrete Handlungsfelder kirchlich-theologischer Praxis – Predigt und Liturgie, Umgang mit Medien sowie öffentliche Stellungnahmen und Sozialworte – werden die Teilnehmenden diese Fragen kritisch diskutieren.

Zum Austausch zwischen Kirchenleitung und Theologie laden alle drei Jahre abwechselnd die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands und die Union Evangelischer Kirchen (UEK) ein. In diesem Jahr liegen die Vorbereitungen bei der VELKD. Die Eröffnungsandacht hält der Catholica-Beauftragte der VELKD, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke.

Neben dem thematischen Schwerpunkt bietet die Konsultation Gelegenheit zum Austausch, zur wechselseitigen Information und zur Kontaktpflege. Eingeladen sind Vertreter aller theologischen Fakultäten und die Leitenden Geistlichen der Gliedkirchen der EKD, Österreichs und der Schweiz. Eine Dokumentation der Tagung ist geplant.

Im Rahmen der diesjährigen Konsultation wird in einer gesonderten Veranstaltung am 16. September 2015 um 18:30 Uhr auf der Wartburg die revidierte Lutherbibel präsentiert.

Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands und Union Evangelischer Kirchen in der EKD

Über die UEK

Die Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) arbeitet als Zusammenschluss evangelischer Kirchen mit Sitz Hannover im Kirchenamt der EKD. Die Union der 12 Mitgliedskirchen hat den Rechtsstatus einer Körperschaft öffentlichen Rechts. Die Vollkonferenz und das Präsidium sind die handelnden Organe der UEK. Sie werden unterstützt durch die Ausschüsse und das Amt der UEK. Im Rahmen des Verbindungsmodells zwischen UEK, VELKD und der EKD tagen seit 2009 die Vollkonferenz der UEK und die Generalsynode der VELKD am gleichen Ort und zeitlich verbunden mit den Tagungen der Synode der EKD.

Über die VELKD

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) ist ein Zusammenschluss von sieben Landeskirchen. Ihr gehören an: die Ev.-lutherische Kirche in Bayern, die Ev.-lutherische Landeskirche in Braunschweig, die Ev.-lutherische Landeskirche Hannovers, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, die Ev.-lutherische Kirche in Norddeutschland, die Ev.-lutherische Landeskirche Sachsens und die Ev.-lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe. Die VELKD repräsentiert rund 9,5 Millionen Gemeindeglieder. Leitender Bischof ist Bischof Gerhard Ulrich (Schleswig/Kiel), stellvertretende Leitende Bischöfin ist Ilse Junkermann (Magdeburg). Das Amt der VELKD in Hannover wird von Horst Gorski geleitet.