„Dieses Auge brauchen wir!“

Nachricht 21. Juni 2015

Ein neuer Blick auf die Stadt: „Stadtpilgerweg – Eine kleine Auszeit im Alltag“

stadtpilgerweg
Dirk Brall, Martin Schwedhelm, Michael Schmidt, Helmut Aßmann, Uta Giesel, Wolfgang Voges und Dirk Woltmann stellten den neuen Stadtpilgerweg vor. Bild: Balzer

Hildesheim. Hildesheim mit anderen Augen sehen: Dieses Erlebnis will ein schmales Büchlein vermitteln, das der Evangelische Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt und das Stadtdekanat Hildesheim gemeinsam mit Michael Schmidt von „STUDIO komplementær“ herausgeben. „Stadtpilgerweg Hildesheim – Eine kleine Auszeit im Alltag“ führt auf 50 Seiten durch Kirchen, Straßen und Plätze in Hildesheim. So lässt sich die Rosenstadt – von St. Jakobi über Marktplatz, St. Andreas, Heilig Kreuz, Lappenberg und Dom bis St. Michaelis – in rund zwei Stunden neu entdecken.

„Unser Angebot richtet sich nicht nur an Besucher und Touristen“, betonte Pastor Dirk Woltmann während der Vorstellung des alternativen Stadtführers im Andreashaus. „Wir wollen auch Studierende und Bewohner der Stadt anregen, ihren urbanen Lebensraum anders und neu wahrzunehmen.“ Auch deshalb, ergänzte Hochschulpastorin Uta Giesel, sei man schnell überein gekommen, dass Michael Schmidt, Designer und studierter Theologe aus Köln, die Gestaltung übernehmen solle. Schmidt hatte zur Light Night 2014 bereits einen inspirierenden Raum im Literaturhaus St. Jakobi entworfen. Als der Mediengestalter sich dann im vergangenen Sommer mit den Organisatoren des Stadtpilgerwegs, einer ökumenischen Arbeitsgruppe um Pastoralreferent Martin Schwedhelm, Uta Giesel, Dirk Woltmann und Literaturhaus-Intendant Dirk Brall traf, sprudelten die Ideen und Inspirationen. „Da war klar“, sagt Uta Giesel, „dieses Auge brauchen wir!“

Tatsächlich: „Stadtpilgerweg Hildesheim“ ist professionell und einfallsreich gestaltet. Die Aufteilung der Seiten ist einleuchtend und originell, die Wege durch die Stadt sind geschickt beschrieben. Im Innenteil lässt sich eine Postkarte herauslösen und auf der letzten Doppelseite findet sich eine übersichtliche Stadtkarte, die den roten Faden des Pilgerwegs nachvollziehbar macht. Vor allem aber die gezeichneten und aquarellierten Stadtansichten sind ein echter Hingucker.

Ihm sei es darum gegangen, die LeserInnen für ein, zwei Stunden an die Hand zu nehmen, betont Michael Schmidt. Deshalb finden sich im Stadtpilgerweg neben sieben Stationen, die zu den bekannten Sehenswürdigkeiten Hildesheims führen, auch drei Zwischenstationen. Hier werden die StadtpilgerInnen aufgefordert, sich auf Interaktionen mit der Umgebung einzulassen. Bei St. Jakobi lässt man symbolisch mit einem Steinchen seine Sorgen zurück. Und neben der Frau mit dem Vogel auf dem Kopf in der Almstraße dürfen PilgerInnen sich die Frage stellen, welche Gedanken ihnen gerade durch den Kopf gehen. Und: „Picken oder zwitschern sie.“

Auf diesem Weg, sagt Michael Schmidt, wolle man ermöglichen, nicht nur die Stadt sondern auch sich selbst mit anderen Augen zu sehen. „Deshalb haben wir auch den üblichen fotografischen Stadtansichten aquarellierte Zeichnungen vorgezogen.“ Es sei darum gegangen, dem Leitmotiv der Zuversicht folgend, Stimmungen zu erzeugen. „Die Leute sollten sehen, dass eine Kirche mehr ist als eine Ansammlung von Steinen“, verdeutlicht Michael Schmidt, „da ist Leben, eine Idee dahinter.“

Kultur und Kommunikation / Hildesheim

Literaturhinweis

Das Booklet „Stadtpilgerweg Hildesheim – Eine kleine Auszeit im Alltag“ ist für eine Schutz- und Verkaufsgebühr von 3,50 Euro erhältlich bei Ameis Buchecke, Decius, im Domfoyer, der Michaeliskirche, im Michaeliscafé sowie auf der Kirchenmeile beim Tag der Niedersachsen.

Weitere Informationen