Freundeverein der Diakonie Himmelsthür unterstützt zahlreiche Projekte für Menschen mit Behinderung

Nachricht 15. Juni 2015

Hildesheim. Ein Plus auf dem Konto von fast 25.000 Euro, eigene Spenden für unterschiedlichste gute Zwecke in Höhe von rund 11.000 Euro: Der Freundeverein der Diakonie Himmelsthür hat eine positive Bilanz des Jahres 2014 gezogen. Der Vorsitzende Walter Meyer-Roscher machte aber deutlich, dass es nicht nur um die finanzielle Unterstützung für Menschen mit Behinderung gehen dürfe. „Die Ordnung des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft muss immer auch eine Ordnung der Bedrängten sein“, forderte er mit den Worten von Harald Poelchau, der als Gefängnispastor während des „Dritten Reichs“ zahlreiche Menschen zur Hinrichtung begleitete und Widerstandskämpfer gegen die Nazis war. Ziel des vor 30 Jahren gegründeten Freundevereins sei es immer gewesen, die Gesellschaft mitzugestalten und zu einer Ordnung beizutragen, die alle Menschen gleichermaßen berücksichtigt, so Meyer-Roscher.

Wie ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung allen zugute kommt, zeigten Andreas Schönfelder, Martin Sandtvos, Erik Szillat und Gerd Tunger vom Wohnangebot am Angouleme-Platz. Dort haben Mitarbeitende und BewohnerInnen der Diakonie Himmelsthür die Fahrradwerkstatt „Lichtblick“ eingerichtet. Die sinnstiftende Arbeit schaffe zugleich niedrigschwellige Kontaktmöglichkeiten, betonte Wohnbereichsleiter Andreas Schönfelder: „Die Türen stehen offen, man kann einfach hereinkommen.“

Während der Öffnungszeiten der Fahrradwerkstatt, dienstags und freitags von 15 bis 10 Uhr, sind immer fünf bis sechs Mitarbeitende und BewohnerInnen ansprechbar. In dringenden Fällen helfe man durchaus auch mal außerhalb der offiziellen Zeiten kurzfristig weiter, meinte Martin Sandtvos. „Das ist gelebte Inklusion“, kommentierte Walter Meyer-Roscher und sagte der Werkstatt eine Spende von 1000 Euro zu. Im Gegenzug hatte die „Lichtblick“-Abordnung Fahrradklingeln für die Mitglieder des Freundevereins dabei – die sich mit einem lauten Klingelkonzert bedankten.

Das derzeit größte Spendenprojekt des Freundevereins fließt ins Haus Arche in Sorsum. Hier leben 13 Kinder und Jugendliche, die neben geistigen Behinderungen auch besonders schwere mehrfache körperliche Einschränkungen haben. 4440 Euro, den Erlös des letztjährigen Freundesmahls, hat der Verein schon für die Einrichtung eines neuen Snoezelraums zur Verfügung gestellt. Der Vorsitzende versprach weitere Gelder, um den Raum fertig stellen zu können.

„Herr Meyer-Roscher hat ja großzügig unsere Unterstützung zugesagt, jetzt wollen wir einmal sehen, was wir überhaupt bezahlen können“, knüpfte Schatzmeister Dr. Fred Martin augenzwinkernd daran an. Unter anderem habe der Verein im vorigen Jahr die Teilnahme am Drachenboot-Rennen auf dem Maschsee, eine Computer-Schulung für Beschäftigte der Tagesförderstätte „Premiere“, das Tanzcafe im Beratungs- und Begegnungszentrum „Treffer“ sowie diverse Freizeiten gefördert. Es sei aber noch genug Geld für weitere Aktivitäten vorhanden. „Wir sind nicht dafür da, dass wird Geld horten, sondern dass wir es sozial einsetzen“, sagte Fred Martin.

Gelegenheit dafür wird es noch reichlich geben. Das wurde klar, als Regionalgeschäftsführerin Judith Hoffmann über einige aktuelle Vorhaben der Diakonie Himmelsthür informierte: Gerade erst ist eine neue Tagesförderung in Hildesheim eingeweiht worde. In Nordstemmen entsteht ein Haus für Menschen mit starken und geringen Beeinträchtigungen. Das Wohnangebot in der Poppenburg bei Burgstemmen wird aufgestockt. Und auf dem Klostergut Sorsum wird ein Bauernhof für Menschen mit erworbenen Hirnschäden entstehen.

Ralf Neite. Kultur & Kommunikation