Tagung des Kirchenparlaments von Schaumburg-Lippe

Nachricht 31. Mai 2015

Bischof Manzke: Säkularer Staat braucht Religion - Landeskirche Schaumburg-Lippe investiert in Jugendarbeit

Steinhude (epd). Der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke hat die Bedeutung der Religionen in einem weltanschaulich neutralen Staat hervorgehoben. "Damit Demokratie und Gemeinwohl gedeihen können, braucht es Menschen, die die Schönheit der Religion pflegen und achten als unverlierbares Bildungsgut für Herz und Verstand", sagte er am Sonnabend vor der Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe in Steinhude bei Hannover. Der moderne Staat sei darauf angewiesen, dass Menschen von ihren Überzeugungen her für andere da seien und sich um Benachteiligte kümmerten.

Der Protestantismus habe sich immer dafür eingesetzt, dass die Verantwortung für das Gemeinwohl und eine feste Gewissensbindung im öffentlichen Leben ihren Platz hätten, betonte Manzke laut Redemanuskript. Aber auch die Religion sei auf einen unabhängigen Staat angewiesen: "Die Gewährleistung von Religionsfreiheit ist heute ohne den säkularen Staat gar nicht denkbar."

Die Landeskirche an der Grenze von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen plant laut Manzke angesichts des demografischen Wandels "behutsame Eingriffe in den Pfarrstellenplan". Bis 2020 sollen sieben von 48 Pfarrstellen entfallen. Die rund 60.000 Mitglieder zählende Kirche folgt damit einem Beschluss von 2010. Anders als in anderen Landeskirchen zeichnet sich in Schaumburg-Lippe jedoch kein Pastorenmangel ab. Noch gebe es genügend Nachwuchs. Die Kirche müsse aber dennoch für den Pastorenberuf werben, um für eine Pensionierungswelle um das Jahr 2025 vorbereitet zu sein, sagte Manzke.

Für die Zukunft will die Landeskirche deutlich in die Jugendarbeit investieren. Das Landesjugendpfarramt soll um drei Diakone aufgestockt werden, sagte die Synodale Sandra Müther. Die Personalausstattung wird damit mehr als verdoppelt. Die Diakone sollen sich in den 22 Gemeinden um besondere Schwerpunkte wie Theater, Musik oder Events kümmern.

Der Umzug des Landeskirchenamtes in Bückeburg ist inzwischen abgeschlossen. Die 16 Mitarbeiter sind seit April in einem früheren Sparkassen-Gebäude tätig. Für den Kauf und den barrierefreien Umbau hat die Landeskirche rund 950.000 Euro investiert. Die Sanierung des früheren Landeskirchenamts im "Herderhaus", einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus, wäre vermutlich doppelt so teuer geworden, sagte Bischof Manzke.

Im Jahr 2020 soll das Kirchenparlament um zwei Sitze vergrößert werden. Es wird dann 32 Delegierte umfassen. Ursache ist eine Veränderung der Wahlbezirke. "Wir können dann die Gemeinden gerechter an der synodalen Arbeit beteiligen", sagte Synodenpräsident Klaus-Dieter Kiefer.

Die schaumburg-lippische Landeskirche im nördlichen Landkreis Schaumburg die zweitkleinste evangelische Landeskirche in Deutschland.

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