Göttinger Akademie startet Langzeit-Projekt zum koptischen Alten Testament

Nachricht 28. Mai 2015

Göttingen (epd). Die Göttinger Akademie der Wissenschaften will das koptisch-sahidische Alte Testament rekonstruieren. Für die digitale Gesamtedition und die Übersetzung seien 22 Jahre veranschlagt worden, sagte eine Akademie-Sprecherin. Das koptische Alte Testament gilt als bedeutendes Zeugnis für die Geschichte des Christentums und einzigartige Quelle für die Erforschung der Bibelversionen.

Die koptische Sprache entwickelte sich im 3. und 4. nachchristlichen Jahrhundert aus dem Demotischen, der bis dahin vorherrschenden Form des Ägyptischen. Seit dem 10. Jahrhundert wurde das Koptische vom Arabischen verdrängt, seit dem 17. Jahrhundert gilt es als ausgestorbene Verkehrssprache.

Das koptische Alte Testament liegt in verschiedenen Dialekten vor, seit der Mitte des 4. Jahrhunderts wurde es an verschiedenen Orten auch in den sahidischen Dialekt übersetzt. Eine Gesamtedition gibt es aber bis heute nicht. Ein Forschungsprojekt an der Universität Halle-Wittenberg, das sich ab dem Ende der 1990er Jahre diesem Vorhaben widmete, konnte nicht abgeschlossen werden. Die gesamten Forschungsmaterialien wurden der Göttinger Akademie der Wissenschaften zur Auswertung überlassen.

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