Glockenschläge in Carolinensiel erinnern wieder an gesunkene Schiffe

Nachricht 27. Mai 2015

Carolinensiel/Kr. Wittmund (epd). Ein ökumenischer Gottesdienst soll am 6. Juni im ostfriesischen Carolinensiel wieder an verunglückte Schiffe in aller Welt erinnern. Erstmals soll dabei auch der zahlreichen Flüchtlingsboote gedacht werden, die mit Hunderten Menschen an Bord im Mittelmeer oder in asiatischen Gewässern gesunken sind, sagte Museumsleiterin Heike Ritter-Eden am Mittwoch. Bei dem Gottesdienst im Museumshafen wird für jedes gesunkene Schiff die Glocke des 1854 im Sturm gestrandeten Auswanderer-Seglers "Johanne" ertönen. Bei der Katastrophe vor der Insel Spiekeroog ertranken damals 80 Menschen.

Die Predigt hält in diesem Jahr die evangelische Militärseelsorgerin Kerstin Jaensch aus Bremerhaven. Sie wolle über den täglichen Einsatz der Soldatinnen und Soldaten auf den Schiffen der Bundesmarine berichten, sagte Ritter-Eden.

Die Carolinensieler Schiffsandacht wurde 1996 nach dem tragischen Unfall des auf Borkum stationierten Seenot-Rettungskreuzers "Alfried Krupp" ins Leben gerufen. Bei dem Versuch, einem niederländischen Seenotretter zu helfen, wurden damals zwei Besatzungsmitglieder über Bord gespült. Sie konnten nicht mehr gerettet werden. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen