Landesbischof Meister ruft 70 Jahre nach Kriegsende zu bleibendem Einsatz für den Frieden auf

Nachricht 07. Mai 2015
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Gedenken in der Aegidien-Kirche in Hannover: Oberbürgermeister Stefan Schostok und Landesbischof Ralf Meister (Mitte v.l.n.r.); Foto: Pressestelle der Landeskirche

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat zum 70. Jahrestag des Kriegsendes dazu aufgerufen, wachsam gegen jede Form von Nationalismus zu sein. Deutschland sei bleibend herausgefordert, der Opfer von zwölf Jahren nationalsozialistischer Herrschaft zu gedenken, sagte der evangelische Bischof im Rahmen einer Gedenkfeier mit der Stadt Hannover in der Ruine der im Krieg zerstörten Aegidienkirche.

Kriege hätten über ihr Ende hinaus langanhaltende Auswirkungen: "Wir wissen heute: Kriege leben weiter." Dies zeige sich nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute in Alpträumen und Erinnerungen von Zeitzeugen sowie in den Lücken, die er in Familien gerissen habe. "Krieg bestimmt über Generationen hinaus das Verhalten einer Familie. Er formt Menschen und schafft eine neue Gesellschaft", sagte Meister laut Redemanuskript. "Opfer haben überlebt. Aber sie mussten weiterleben mit dem, was sie gesehen und erlitten haben, ein Leben lang."

Als am 8. Mai 1945 die Waffen schwiegen, seien mehr als 60 Millionen Menschen tot gewesen, sagte er. "Gefallen an der Front, ermordet in Konzentrationslagern, verbrannt in Bombennächten, gestorben an Hunger, Kälte und Gewalt auf der großen Flucht, vertrieben und gerächt für millionenfaches Leid."

25 Millionen Menschen seien auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges durch Kriege umgekommen, sagte der Bischof. Sie forderten dazu heraus, ernsthaft für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten.

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