EKD-Synode endet mit Aufruf zur Flüchtlingspolitik

Nachricht 02. Mai 2015

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Würzburger St. Johannis-Kirche ist am Sonntag die konstituierende Sitzung der 12. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Ende gegangen. Darin erinnerte der Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, an die Folgen von Krieg und Verfolgung. Wer am Sonntag Kantate singe, der wisse, „dass wir auch für die schreien müssen, die verfolgt werden, die heute bittere Not erleiden, die heute aus nackter Verzweiflung auf hoher See ihr Leben riskieren“, so Bedford-Strohm in seiner Predigt.

In ihrem ersten Beschluss hatte die neue Synode der EKD am Abend zuvor die Bundesregierung aufgefordert, wirksame Maßnahmen gegen das Massensterben von Flüchtlingen im Mittelmeer zu treffen. „Wir brauchen eine Asylpolitik, die Würde, Leib und Leben der Flüchtlinge schützt und dem Anspruch einer europäischen Wertegemeinschaft gerecht wird“, heißt es in einem einmütig verabschiedeten Papier. Erforderlich seien unter anderem ein umfassendes europäisches Seenotrettungsprogramm in Nachfolge von „Mare Nostrum“, ein umfassendes und ehrgeiziges europäisches Neuansiedlungsprogramm sowie mehr legale Wege für Schutzsuchende in die EU. Die Bundesregierung müsse aktiv an Alternativen zum problematischen „Dublin“-System arbeiten.

Am Sonnabend war Irmgard Schwaetzer, Bundesministerin a.D. in ihrem Amt als Präses der Synode mit 111 von 115 Stimmen bestätigt worden. Als Vizepräsides wurden Klaus Eberl und Elke König gewählt. „Das Wahlergebnis ist ein klares Signal der Geschlossenheit, für das ich den Synodalen danke.“, sagte Schwaetzer. „Dies ist ein guter Auftakt für eine EKD-Synode, in deren Legislaturperiode das große Jubiläum 500 Jahre Reformation fällt.“

In seinem Ratsbericht hatte sich der Ratsvorsitzende beeindruckt gezeigt von der Dynamik der Vorbereitungen für das Reformationsjubiläum: „Über nunmehr fast zehn Jahre erstreckt sich der Vorlauf für das Reformationsjubiläum 2017. Wer hätte das vor zehn Jahren gedacht: Der 31. Oktober 2017 soll deutschlandweit ein arbeitsfreier Tag sein. Beide Konfessionen wollen 500 Jahre Reformation als gemeinsames Christusfest feiern. Und schließlich: Wenn sich heute schon 50 Städte in 18 Ländern gemeinsam auf den Weg in Richtung 2017 machen, dann wird das Reformationsjubiläum auch hier in Deutschland deutlich internationaler als vor zehn Jahren zu hoffen war“, so Bedford-Strohm.

Das Reformationsjubiläum wird auch das Schwerpunktthema der 2. Tagung der 12. Synode vom 8. bis 11. November in Bremen sein.

Die EKD ist die Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen. 23 Millionen evangelische Christinnen und Christen in Deutschland gehören zu einer der 15.000 Kirchengemeinden. Die Leitungsorgane der EKD sind Synode, Rat und Kirchenkonferenz.

Würzburg, 2. Mai 2015

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt