Mainzer Philosophin mit evangelischem Wissenschaftspreis ausgezeichnet - Hanns-Lilje-Preis geht auch an Projekte in Göttingen und Düsseldorf

Nachricht 28. April 2015

Hannover/Mainz (epd). Die Mainzer Philosophin und Kunstgeschichtlerin Katharina Bahlmann sowie das Göttinger "boat people projekt" und der Verein "Heimatsucher" aus Düsseldorf sind am Mittwochabend mit dem Hanns-Lilje-Stiftungspreis in Hannover ausgezeichnet worden. Der mit insgesamt 20.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis der evangelischen Hanns-Lilje-Stiftung ist nach deren Angaben die höchst dotierte Auszeichnung, die eine kirchliche Stiftung in Deutschland an Nachwuchswissenschaftler verleiht. Mit dem Preis wurden diesmal Projekte und Arbeiten zum Thema Kunst und Kultur geehrt, wie die Stiftung am Mittwoch mitteilte.

Bahlmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Mainz, wurde für ihre Dissertation "Das Phantasma vom 'Ende der Kunst'" geehrt. In ihrer Arbeit befasst sie sich mit dem US-amerikanischen Philosophen und Kunstkritiker Arthur Coleman Danto und dem dänischen Philosophen und Theologen Sören Kierkegaard.

Das "boat people projekt" des freien Theaters in Göttingen habe die Jury durch die "Originalität, Authentizität und Qualität" der Produktionen überzeugt, hieß es. Es sei besonders eindrücklich, dass die Flüchtlinge selbst in die Produktionen und Aufführungen eingebunden werden.

Der Düsseldorfer Verein "Heimatsuche" sei eine Initiative junger Frauen, die Zeitzeugenberichte des Holocaust weitertragen wollten. Der Jury habe besonders die Verknüpfung von künstlerischem und friedensethischem Engagement auf christlicher Basis gefallen. Es sei eine ermutigende Versöhnungs- und Friedensarbeit, dass die Schülerinnen Geschichte im direkten Kontakt mit Zeitzeugen erlebten und sie dann als "Zweitzeugen" weitergäben.

Der Hanns-Lilje-Stiftungspreis wird alle zwei Jahre verliehen. Die Auszeichnung solle den Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft fördern, sagte Stiftungssekretär Christoph Dahling-Sander. Die Hanns-Lilje-Stiftung wurde 1989 von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers als rechtlich selbstständige Stiftung gegründet. Sie fördert Projekte aus Kirche, Wissenschaft, Wirtschaft, Technik und Kunst.

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