Landessuperintendent Brandy: WM 2022 in Katar "im falschen Land"

Nachricht 28. März 2015

Stade/Hamburg (epd). Der Stader evangelische Regionalbischof Hans-Christian Brandy hat deutliche Kritik an der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar geübt. "Diese WM findet im falschen Land und zur falschen Zeit statt", schreibt er in einem Gastkommentar für die in Hannover erscheinende "Evangelische Zeitung".

Für Sportfreunde sei es kaum zu ertragen, "wie der Fußball hier seine Seele verkauft hat", betont Brandy mit Blick auf Korruptionsvorwürfe bei der Vergabe und katastrophale Arbeitsbedingungen bei den WM-Vorbereitungen in dem arabischen Emirat. Offenkundig sportwidrige Kriterien hätten zur Entscheidung für Katar und zur Verlegung der WM in die Adventszeit geführt.

Es sei kaum fassbar, dass die starken Verbände und mächtigen Vereine so etwas mit sich machen ließen, "nun wieder gegen eine ordentliche Stange Geld". Im März hatte der Weltfußballverband FIFA entschieden, wegen der großen Hitze in dem Wüstenstaat die Weltmeisterschaft im Dezember und damit in der christlichen Adventszeit auszuspielen.

Als "große Chance" sieht Brandy dagegen die Bewerbung Hamburgs um die Olympischen Sommerspiele 2024. "Ich finde das Konzept einer Konzentration der olympischen Stätten auf einer Insel mitten in der Elbe faszinierend", schreibt der Regionalbischof mit Blick auf das ökologische Konzept der Bewerbung. Das sei eine großartige Chance, die Großregion weiterzuentwickeln. Noch immer sei die Elbe eine "ungezeitgemäße Barriere" gegenüber den Gebieten südlich von Hamburg. Brandy leitet als Landessuperintendent den Sprengel Stade der hannoverschen Landeskirche, der von Südwesten her an die Elbe grenzt.

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