Kirchenasyl für eritreischen Flüchtling in Achim

Nachricht 26. März 2015

Achim/Kr. Verden (epd). Die evangelische St. Laurentius-Kirchengemeinde in Achim bei Bremen gewährt einem Flüchtling aus dem nordostafrikanischen Eritrea Kirchenasyl. Er ist über Norwegen nach Deutschland gekommen und sollte nach Angaben von Gemeindepastor Christoph Maaß nun wieder nach Norwegen abgeschoben werden. Anders als Deutschland schiebe Norwegen wiederum eritreische Flüchtlinge in ihr Heimatland ab, sagte Maaß am Freitag dem epd: "Dort droht dem 1957 geborenen Mann Gefahr an Leib und Leben."

Mit dem Kirchenasyl soll erreicht werden, dass das ausländerrechtliche Verfahren überprüft wird. Die zuständigen Behörden beim Landkreis Verden und die Polizei seien über das Kirchenasyl informiert, hieß es. Wie lange es dauern könnte, weiß Maaß nicht: "Wir stellen uns auf alles ein." Ein Unterstützerkreis versorgt den Flüchtling. Das Kirchenasyl solle beendet werden, sobald die Abschiebung überprüft worden ist.

Nach Angaben der Landesregierung hat es in Niedersachsen seit Mai 2004 insgesamt 67 Fälle von Kirchenasyl gegeben, bei denen 123 Menschen aufgenommen wurden. "Bisher ist der Landesregierung kein Fall bekanntgeworden, in dem niedersächsische Ausländerbehörden einen Abschiebungshaftbeschluss erwirkt haben, während die oder der Ausreisepflichtige sich im Kirchenasyl aufgehalten hat", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD). Bundesweit sind der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft "Asyl in der Kirche" derzeit 222 Kirchenasyle mit mehr als 400 Flüchtlingen bekannt, darunter knapp 120 Kinder.

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