Bremerhavener demonstrieren für Weltoffenheit und Toleranz

Nachricht 12. Februar 2015

Bremerhaven/Stade (epd). Ein großes Bündnis mit Vertretern aus Politik, Gewerkschaften sowie Kirchen, Vereinen und Verbänden will am Montag in Bremerhaven "für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit" demonstrieren. Der Zusammenschluss stehe für eine weltoffene Stadt, sagte die evangelische Superintendentin Susanne Wendorf-von Blumröder am Freitag dem epd. Das Bündnis hat sich auf Betreiben des Bremerhavener Oberbürgermeisters Melf Grantz (SPD) zusammengefunden und will sich ab 18 Uhr vor der Großen Kirche im Zentrum treffen.

Grantz hatte die Initiative vor dem Hintergrund der bundesweiten "Pegida"-Demonstrationen gegen eine vermeintliche "Überfremdung" und einer "Islamisierung des Abendlandes" ergriffen. Gerade als Wissenschaftsstandort und Hafenstadt und als Tor zur Welt sei die Stadt geprägt von einer multikulturellen Gesellschaft, sagte er. Bremerhaven brauche Zuwanderung mit neuen Menschen, neuem Wissen, frischen Ideen, Arbeitskraft und wirtschaftlicher Dynamik.

Wendorf-von Blumröder mahnte aber auch, Menschen, die kritische Fragen hätten etwa zum Umgang der Kommunen mit Steuergeldern oder zum Asyl für Flüchtlinge, dürften nicht grundsätzlich in die rechtsextreme Ecke gedrängt werden. Es komme darauf an, Zwischentöne zu entdecken. Dabei könne ein Netz von Diskussionsorten helfen, das über die Stadt gelegt werde.

Stades Regionalbischof Hans Christian Brandy lobte das Bündnis. Zwar schienen die Zeiten von "Pegida" vorüber zu gehen, sagte der Landessuperintendent des Sprengels Stade am Freitag dem epd. Aber die Fragen blieben. "Deshalb finde ich es sehr gut, dass die Menschen in Bremerhaven für eine tolerante und menschenfreundliche Stadt einstehen. Für uns Christen gehört gerade die Offenheit für Fremde und Flüchtlinge zu den Grundlagen unseres Glaubens."

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