Bündnis in Hannover wehrt sich gegen "Pegida"-Demonstration

Nachricht 08. Januar 2015

Hannover (epd). Ein Bürgerbündnis in Hannover wehrt sich gegen eine geplante Demonstration der fremdenfeindlichen "Pegida"-Bewegung. Parteien, Gewerkschaften, Glaubensgemeinschaften und Vereinen riefen am Freitag dazu auf, am Montag (12. Januar) an einem Protestmarsch gegen den "Pegida"-Ableger "Hagida" ("Hannoveraner gegen die Islamisierung des Abendlandes") teilzunehmen. Die Initiatoren rechnen mit rund 4.000 Gegendemonstranten.

"Hagida" will am Montagabend auf dem Opernplatz im Stadtzentrum eine Demonstration abhalten, erwartet werden dazu rund 500 bis 1.000 Teilnehmer. "Wir wehren uns gegen diese Kundgebung", sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Er rief alle 11.000 Beschäftigten der Landeshauptstadt auf, die Protestkundgebung zu unterstützen.

Die "Pegida"-Bewegung wolle mit Ängsten vor Arbeitslosigkeit und Konflikten im Nahen Osten hierzulande Rassismus schüren, kritisierte Reiner Eifler vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Das Bündnis "Bunt statt Braun/Licht aus für Rassisten" wolle zeigen, dass fremdenfeindliche Aktionen in Hannover nicht akzeptiert würden.

Die Protestdemo soll um 17.30 Uhr mit einem 30-minütigen Friedensgebet in der Marktkirche beginnen. Daran soll sich eine Menschenkette innerhalb und außerhalb der Kirche anschließen. Ein Protestzug führt danach zum Georgsplatz gegenüber dem Opernplatz, wo die "Hagida"-Kundgebung stattfindet. Um 18.30 Uhr startet die Gegenkundgebung. Dort werden unter anderem der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil und Bundestags-Vizepräsidentin Edelgard Bulmahn (beide SPD) auf einer großen Bühne sprechen.

Wichtiges Element des Protestes soll die abgeschaltete Außenbeleuchtung des Opernhauses und anderer Gebäude im Stadtzentrum für die Dauer der "Hagida"-Kundgebung sein. "Wir wollen Rassisten symbolisch im Dunkeln stehenlassen", erläuterte Initiatorin Jasmin Arbabian-Vogel. Auf die Fassade des verdunkelten Opernhauses würden dann mit Hilfe einer Laserinstallation Statements für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit geworfen.

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