#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als Du denkst

Tagesthema 07. Januar 2021

Was feiern Juden und Jüdinnen im Dezember? Wie hängen das Osterfest und Pessach zusammen? Warum beginnt das Jahr 5782 im September? Diese und ähnliche Fragen zur Beziehung von Juden und Christen werden auf den 13 Monatsplakaten aufgegriffen, die das Herzstück der Kampagne „#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst“ sind. Die Idee entstand in der Evangelischen Kirche Berlin – Brandenburg – schlesische Oberlausitz (EKBO) und ist von vielen Bistümern und Landeskirchen aufgegriffen worden. Sie ist ein ökumenischer Beitrag der Kirchen zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, der von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland unterstützt wird.

Hier alle Plakate in der Übersicht.

Vielfalt als Bereicherung

„Wir wollen mit der Kampagne dazu ermutigen, Vielfalt grundsätzlich als Bereicherung anzusehen. Es geht um einen respektvollen und würdigen Umgang der beiden Religionen miteinander. Als Christen haben wir hier noch viel nachzuholen“, so der evangelische Landesbischof Ralf Meister in Hannover und der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode.

Breite Unterstützung

In Niedersachsen beteiligen sich daran alle katholischen Bistümer (Hildesheim, Osnabrück sowie die Katholische Kirche im Oldenburger Land), alle evangelischen Kirchen der Konföderation in Niedersachsen sowie alle weiteren Kirchen und Gemeinden der ACKN. Die Kampagne wird unterstützt vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden und dem Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Niedersachen.

Plakat-Aktion läuft ein Jahr

Die Plakate werden zwischen Januar 2021 und Januar 2022 in den Schaukästen von Kirchengemeinden, an den schwarzen Brettern von Schulen aber auch auf Internetseiten und über soziale Medien veröffentlicht. Sie sollen zeigen: Gerade bei den kirchlichen Festen wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. Jesus und seine Jünger waren Juden. Zudem regt die Kampagne an, die Beziehungen zwischen beiden Religionen im Alltag wahrzunehmen und lenkt den Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis.

 

Gleichzeitig ist es das Ziel, einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus zu leisten. Denn Hetze und Verschwörungsmythen und Übergriffe gegen jüdische Menschen nehmen weiter zu, auch in Niedersachsen.
 
Die begleitende Homepage (www.jüdisch-beziehungsweise-christlich.de) bietet darüber hinaus vertiefende Texte und religionspädagogische Materialien an und weist auf begleitende Veranstaltungen hin.

 

Pressestelle Konföderation

#beziehungsweise: Termine

1700 Jahre Jüdisches Leben

Die diesjährige Reihe nimmt Thema und Inhalt des Festjahres 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland auf. Der erste Vortrag beschäftigt sich mit den Anfängen jüdischen Lebens in Köln. Dann folgen Vorträge, die sich dem jüdischen Leben in Hannover widmen, seinen Anfängen, dem Aufblühen im 19. Jahrhundert, aber auch der Ausgrenzung. Prof. Dr. Christian Wagner stellt die Frage, wie im 21. Jahrhundert die Schoa erinnert werden kann.  Ein Podium beschäftigt sich mit der Vielfalt jüdischer Lebensentwürfe in der Gegenwart. Alle Veranstaltungen finden auf Zoom statt. Sollten Sie Hilfe beim Zugang benötigen, so erhalten Sie Unterstützung und Anleitung von Gerd Brockhaus.

Wie alles anfing …
Anfänge jüdischen Lebens in Köln am Rhein
Referentin: Dr. Ursula Reuter, Germania Judaica Köln
Termin: 06. Januar 2021, 18.00 Uhr, Zoom-Meeting*

Die Anfänge jüdischen Lebens in Hannover
Vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit
Referent: PD. Dr. Wolfgang Treue, Duisburg
Termin: 13. Januar 2021, 18.00 Uhr, Zoom-Meeting*

Jüdisches Leben im 19. Jahrhundert in Hannover
Zwischen Kunst und Kommerz - Die Familie Molling
Referentin: Dr. Edel Sheridan-Quantz, Hannover
Termin: 20. Januar 2021, 18:00 Uhr, Zoom-Meeting*

Die Schoa erinnern
Eine Gedenkstunde
Referent: Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, Jena
Termin: 27. Januar 2021, 18.00 Uhr
Zum 76 jährigen Gedenken der Opfer des Holocaust und an die Befreiung der Konzentrationslager bitten der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen und die Jüdische Gemeinde Hannover zu einer Gedenkstunde.
Die Veranstaltung findet im Online-Format statt unter: www.lvjgnds.de / www.jg-hannover.de. Diese Veranstaltung ist eine Veranstaltung des Landesverbandes jüdischer Gemeinden und zugleich Teil der Veranstaltungsreihe Christlich-jüdisches Gespräch.

Rabbiner Dr. Gábor Lengyel zum 80. Geburtstag:
Anlässlich des runden Geburtstags erinnern sich sechs Weggefährten im Gespräch mit dem Rabbiner aus Hannover an gemeinsame Stationen, über das Rabbinat oder die jüdisch-muslimischen Beziehungen. Zu den Gesprächspartnern gehören Rabbiner Nechama und Hamideh Mohghegi.
Termin: 31. Januar 2021, 17 Uhr, Zoom-Meeting*

Jüdisches Leben in der Gegenwart:
orthodox, liberal, säkular und queer

Referent*innen: Rabbiner Dr. Gábor Lengyel, Tova Harety, Marina Jalowaja, Helene Braun
Termin: 03. Februar 2021, 18.00 Uhr, Zoom-Meeting*

Eine Kooperationsveranstaltung der Ev.-luth. Marktkirchengemeinde Hannover, der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover, des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, des Arbeitsfeldes Kirche und Judentum im Haus kirchlicher Dienste der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, des Vereins Begegnung – Christen und Juden. Niedersachsen e. V., der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hannover e. V., des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover und der Ev. Stadtakademie an der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis Hannover.

*Die Zugangsdaten für alle Zoom-Konferenzen erhalten Sie auf Anfrage unter sheps@kirchliche-dienste.de per E-Mail.

Podcast beginnt

Köln (epd). Der Verein «321-2021: 1.700 Jahre Jüdisches Leben in
Deutschland» hat einen Podcast zum Festjahr gestartet. Die Journalistinnen und Journalisten Shelly Kupferberg, Mirna Funk und Miron Tenenberg werden wöchentlich mit Gästen über das Thema Judentum in Deutschland sprechen, wie der Verein am Dienstag in Köln mitteilte. Zu hören und sehen ist der Podcast über die Homepage des Festjahres «www.2021jlid.de» sowie über alle gängigen
Streaming-Plattformen.

   Der Podcast soll den Beteiligten die Möglichkeit geben, die Diversität jüdischen Lebens in Deutschland deutlich zu machen, wie es hieß. Auch der erstarkende Antisemitismus und Verschwörungsmythen werden thematisiert. Zudem ist das Angebot offen für Auftritte von Künstlern: So können Musiker, Sänger oder Autoren dort etwas vortragen.

   Anlass für das diesjährige Festjahr, für das Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schirmherrschaft übernommen hat, ist die erste schriftliche Erwähnung der jüdischen Gemeinde in Köln im Jahr 321. Mit rund 1.000 Veranstaltungen will der Trägerverein jüdisches Leben in Deutschland erlebbar machen. Geplant sind bisher unter anderem Konzerte, Theater, Tanz, Lesungen, Vorträge und Diskussionen. Die Stadt Köln bildet als Heimat der ältesten jüdischen Gemeinde in Deutschland den Mittelpunkt der Veranstaltungen.

epd