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Was für ein Festmahl!

Tagesthema 25. Juli 2020

Andacht zum 7. Sonntag nach Trinitatis

Wenn ich jemanden einlade, dann kommt die gute Gastgeberin in mir durch. Ich kaufe in der Regel viel zu viel ein, stelle alles Mögliche an Getränken kalt, koche was das Zeug hält. Ein Sektchen zur Begrüßung, dazu Fingerfood und Nüsse, dann Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch darf auch nicht fehlen. Hinterher noch einen Espresso und etwas Obst und Chips auf den Tisch, falls doch noch jemand Hunger hat. Den ganzen Abend stehen verschiedene Schüsseln und Schälchen voller Leckereien bereit. Je voller der Tisch ist umso zufriedener betrachte ich mein Werk.

Und jetzt ist Corona und der Tisch bleibt leer.

Ich gehe raus in den Garten. Der Tag war warm, die Pflanzen sind durstig. Immerhin die kann ich gut bewirten. Ich nehme den Gartenschlauch und bewässere alles. Meine Nachbarin macht das Gleiche. Ich schiele hinüber und versuche Kontakt aufzunehmen. Da, sie hat mich gesehen. Ich winke, sie zurück. Ich gehe zum Zaun, sie auch. Über den Gartenzaun hinweg unterhalten wir uns. „Trocken ist es.“ „Schön, dass wenigstens das Wetter gut ist.“ „Mir fehlt Gemeinschaft.“ 

Ich werde selbst durstig. „Wollen wir nicht etwas zusammen trinken? So am Gartenzaun?“ „Ja, gerne. Ich sage meinem Mann Bescheid.“

10 Minuten später sitzen wir zu viert am Gartenzaun. Wir unterhalten uns angeregt, so richtig mal wieder, nicht nur oberflächlich. Die Tochter der Nachbarn kommt auch noch dazu. Aus Kaffee wird mit der Zeit Wein. Dann wird der Grill angeschmissen. Keiner hat für einen Grillabend eingekauft. Aber schau, die Zucchinis sind reif. Brötchen vom Frühstück werden aufgeschnitten und angegrillt. Grillkäse ist im Kühlschrank, Shrimps sind noch im Tiefkühler.

Wir tragen alles zusammen, immer in zwei Schälchen und stellen es auf unsere Tische. Es wird spät. Wir reden und lachen und einmal wird es auch traurig. 

Wir teilen das Brot und die Fische. 

Wir teilen den Schmerz und die Freude. 

Was für ein Festmahl, das Gott uns da bereitet hat.

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ Wochenspruch aus dem Epheserbrief 2,19.

Amen.

Pastorin Anne Schrader

Der Bibeltext

Danach ging Jesus weg ans andre Ufer des Galiläischen Meeres, das auch See von Tiberias heißt. Und es zog ihm viel Volk nach, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern.

Es war aber kurz vor dem Passa, dem Fest der Juden.

Da hob Jesus seine Augen auf und sieht, dass viel Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese zu essen haben?

Das sagte er aber, um ihn zu prüfen; denn er wusste wohl, was er tun wollte.

Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Silbergroschen Brot ist nicht genug für sie, dass jeder auch nur ein wenig bekomme.

Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das für so viele?

Jesus aber sprach: Lasst die Leute sich lagern. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich etwa fünftausend Männer. Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie denen, die sich gelagert hatten; desgleichen auch von den Fischen, so viel sie wollten.

Als sie aber satt waren, spricht er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkommt. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die denen übrig blieben, die gespeist worden waren.

Als nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll.

Da Jesus nun merkte, dass sie kommen würden und ihn ergreifen, um ihn zum König zu machen, entwich er wieder auf den Berg, er allein.

Johannes 6, 1-15

Die Autorin