Hinweise für KiTas und Krippen

Nachricht 26. Februar 2021

Aktueller Stand (11.02.2021)

Die Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen sind bis zum 28.02.2021 aufgrund der Niedersächsischen Corona-Verordnung geschlossen. Es darf gegenwärtig nur eine Notbetreuung in kleinen Gruppen angeboten werden („Szenario C“ des Niedersächsischen Rahmen-Hygieneplans Corona Kindertagesbetreuung).

Weitere Dokumente und Informationen

1. Aktuelle Corona-Informationen

Wie Sie bereits den Medien entnehmen konnten, bleiben die Kindertageseinrichtungen im Grundsatz weiterhin geschlossen, werden aber im „Szenario C“ betrieben. Das bedeutet: Kindertageseinrichtungen bieten weiterhin eine Notbetreuung in der Regel bis zur Hälfte der üblichen Gruppengrößen an (Krippe bis 8 Kinder, Kindergarten bis 13 Kinder, Hort bis 10 Kinder). Die bestehenden Regelungen der Corona-Verordnung wurde bereits bis einschließlich 7. März 2021 verlängert.

Herr Kultusminister Tonne hatte dieses bereits am 23.02.2021 den Medien mitgeteilt: „Leider sind wir keinen wirklichen Schritt weiter, sondern treten seit zwei Wochen auf der Stelle beim Infektionsgeschehen. Wenn man dann die diffuse Lage, die durch die Coronavirus-Mutationen entstanden ist, mit hinzunimmt ins Gesamtbild, ist leider sehr klar ersichtlich, dass wir auf dieser Grundlage zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr machen können, als aktuell bereits läuft. Wir müssen die Lage weiter analysieren und im Blick behalten, damit wir unser Ziel, so schnell wie möglich wieder mehr Kinder und Jugendliche in die Kitas und Schulen zu lassen, Anfang März umsetzen können. Unsere Planungen haben dabei sowohl den 1. März umfasst, aber auch spätere Zeitpunkte nicht ausgeschlossen. Wir stehen in den Startblöcken, aber die Pandemie lehrt, dass Unwägbarkeiten bleiben“.

Die bisherigen Pläne des Landes zur Umsetzung des „Stufenplan 2.0“ und zu weiteren vorsichtigen Öffnungen bei den Kindertageseinrichtungen werden zurückgestellt. Das Kultusministerium (MK) hat heute die Träger informiert, dass aufgrund von Infektionen landesweit 59 Einrichtungen und insgesamt 86 Gruppen geschlossen wurden. Infiziert haben sich 33 Kinder und 48 Mitarbeitende. Durch die Notbetreuung werden derzeit landesweit rund 44 % der Kinder betreut.

Ob es ab dem 8. März 2021 zu weiteren Öffnungen in Richtung „Szenario B“ entweder landesweit oder regional bezogen kommen wird, ist gegenwärtig völlig offen und wird letztlich vom weiteren Verlauf des Infektionsgeschehens in Niedersachsen abhängig sein. Wir werden vom MK hierzu am 4. März 2021 informiert werden, danach werden wir Sie selbstverständlich umgehend informieren.

2. Testungen / Impfungen
Die Umsetzung der Grundsatzvereinbarung über Testmöglichkeiten für das Personal in Kindertageseinrichtungen und für Tagespflegepersonen soll nunmehr in modifizierter Form in der nächsten Woche unterschrieben werden. Die notwendigen Nachbesserungen werden in den nächsten Tagen abschließend verhandelt. Damit sollen Schnelltests und Selbsttests für das Personal in Kindertageseinrichtungen und für Tagespflegepersonen ermöglicht werden. Sobald uns die Vereinbarung in der Endfassung vorliegt und die Modalitäten abgestimmt sind, erhalten Sie weitere Informationen. Weiterhin ist in den Blick zu nehmen, dass demnächst zertifizierte Selbsttest den Bürgerinnen und Bürgern kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollen. Diese neuen Möglichkeiten sollen dann ebenfalls in die bestehenden Schutzkonzepte (Rahmenhygieneplan) des Landes verbindlich für die Kindertageseinrichtungen eingearbeitet werden.

Das MK ist gemeinsam mit dem MS und dem Landesgesundheitsamt dabei, eine Umsetzung des Beschlusses der Gesundheitsministerkonferenz für Niedersachsen vorzubereiten: Lehrkräfte und Kita-Personal sollen früher als bislang vorgesehen gegen das Coronavirus geimpft werden. Darauf hatten sich Bund und Länder nach Beratungen mit Bundesgesundheitsminister Spahn verständigt. Demnach sollen Kita-Beschäftigte, Tageseltern sowie Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge vorgezogen werden.
Eine Änderung soll im Schnellverfahren in die Corona-Impfverordnung aufgenommen werden. In der Kindertagespflege, in Kitas und Schulen kommt es zu zahlreichen Kontakten von Menschen aus unterschiedlichen Haushalten, hieß es zur Begründung. Wir begrüßen diese Entscheidung, für die wir uns in den letzten Wochen sehr nachdrücklich eingesetzt haben.

1. Einführung von Testungen in Kindertageseinrichtungen / Umsetzung des Stufenplans

Die geplante Grundsatzvereinbarung zu den Testmöglichkeiten für Personal in Kindertageseinrichtungen zwischen dem Land und  den Trägerverbänden konnte bisher nicht unterzeichnet werden, da es von einzelnen Trägerverbänden, insbesondere von der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände, noch Änderungswünsche gibt. Die Konföderation evangelischer Kirchen hat bereits Anfang der Woche dem Land mitgeteilt, dass wir es sehr begrüßen, dass sich für das Personal in Kindertageseinrichtungen eine Lösung abzeichnet und wir mit dem vorgelegten Entwurf im Grundsatz einverstanden sind.

Das Kultusministerium (MK) hat den für heute geplanten Austauschtermin aufgrund der ins Stocken geratenen Verhandlungen abgesagt und mitgeteilt, dass parallel zur Abstimmung der Grundsatzvereinbarung innerhalb der Landesregierung über Perspektiven für Öffnungen im Bereich der Kindertageseinrichtungen ab März beraten wird. Auch hier sind noch Abstimmungen innerhalb der Landesregierung erforderlich, so dass über die bereits in der letzten Woche angekündigten Bestrebungen des MK, Lockerungen in diesem Bereich zu ermöglichen, kein neuer Sachstand kommuniziert werden kann. Für den Zeitraum bis zum 07.03.2021 erfolgt der Betrieb der Kindertageseinrichtungen lt. Homepage des MK weiterhin im Szenario C. Diese Maßnahme war zunächst bis Ende Februar befristet. Sobald uns weitere Informationen bekannt werden, werden wir Sie informieren.

Wir bedauern diese Entwicklung, zumal seit Beginn dieser Woche in den Schulen in Niedersachsen Testmöglichkeiten für das Personal geschaffen wurden und das Personal der Kindertageseinrichtungen warten muss. Wir werden uns weiterhin mit Nachdruck für eine schnelle Umsetzung einsetzen.

2. Ergänzung des SARS-CoV-2-Schutzstandard Kindertagesbetreuung
Der Spitzenverband der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hat den „SARS-CoV-2-Schutzstandard Kindertagesbetreuung“ im Hinblick auf die Regelungen der Corona-Arbeitsschutzverordnung ergänzt.  Der befristet für die Geltungsdauer der Arbeitsschutzverordnung aktualisierte SARS-CoV-2-Schutzstandard für Kitas gilt als Branchenstandard der zuständigen Berufsgenossenschaft (BGW). Dementsprechend ist er als Quelle gesicherter Erkenntnisse der Berufsgenossenschaften bei der Auswahl von Infektionsschutzmaßnahmen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung für die Kindertagesstätte zu berücksichtigen. Wird davon abgewichen, müssen vergleichbar wirkungsvolle Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Um die wesentlichen Änderungen zu verdeutlichen, haben wir die Muster-Gefährdungsbeurteilung der BGW entsprechend angepasst. Die Änderungen sind gelb markiert. Auf Grundlage des geänderten „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards Kinderbetreuung“  empfehlen wir allen Trägern von Kindertagesstätten dringend, den  Beschäftigten medizinische OP-Masken und FFP2-Masken mindestens für situationsbedingte Einsätze, bei denen der Mindestabstand von 1,5 m vorhersehbar nicht eingehalten werden kann, zur Verfügung zu stellen.

Bei Rückfragen zum SARS-CoV-2-Schutzstandard Kindertagesbetreuung der DGUV wenden Sie sich bitte an Frau Stein als Koordinatorin für Arbeitssicherheit (Tel.: 0511/1241-250; E-Mail: Veronika.Stein@evlka.de ) oder an die örtlich zuständige Fachkraft für Arbeitssicherheit der Evangelischen Fachstelle für Arbeits- und Gesundheitsschutz (EFAS).

Seit dem 27.01.2021 ist die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung in Kraft getreten. Nunmehr erreichen uns Anfragen, ob aufgrund dieser Verordnung  eine allgemeine Maskenpflicht in Kindertageseinrichtungen besteht.

Das Kultusministerium (MK) hat diese Anfragen in den bestehenden FAQ zu Kindertageseinrichtungen bereits aktualisiert und wie folgt beantwortet:

„Nein. Kindertagesstätten sind nicht vom Geltungsbereich der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung („Corona-ArbSchV“) erfasst. Das ergibt sich aus § 1 Abs. 2 der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung („Corona-ArbSchV“), wonach „abweichende Vorschriften der Länder zum Infektionsschutz im Zusammenhang mit der Betreuung von Kindern“ unberührt bleiben. Eine „abweichende landesrechtliche Vorschrift“ ist in § 12 Abs. 2 der Corona-VO vorgesehen. Demnach hat jede Person eine Mund-Nasen-Bedeckung nur in solchen Gruppen zu tragen, in denen überwiegend Schulkinder betreut werden. Außerhalb dieser Gruppen sieht die Corona-VO keine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung vor.“

Einzelne Träger von Kindertageseinrichtungen stellen inzwischen ihren Mitarbeitenden bei Bedarf (z.B. Abstimmungen der Mitarbeitenden in der Einrichtung, Gespräche mit Eltern, u.a.) medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken zur Verfügung. Dieses begrüßen wir, da hierdurch der Arbeitsschutz verbessert wird. Sie haben vielleicht auch schon ihren Mitarbeitenden die Beschaffung von FFP2-Masken und einfachem medizinischem Mund-Nasenschutz angeboten. Nachfolgend möchten wir Sie für den Ausschluss ungeeigneter Masken als Hilfe bei der Beschaffung auf folgende Links aufmerksam machen:

Die FAQ des MK werden laufend aktualisiert.  Die Notbetreuung in den Kindertageseinrichtungen hat nach Information des MK wie erwartet weiter zugenommen. Insgesamt haben 51 (von 55) örtliche Jugendhilfeträger eine Rückmeldung mit dem folgendem Ergebnis mitgeteilt:

  • Anzahl der Kitas mit Notbetreuung 4.593 Einrichtungen von gesamt 5.101 Einrichtungen = 90 %
  • Anzahl der Gruppen mit Notbetreuung 14.681 von gesamt 16.969 Gruppen = 87 %
  • Anzahl der Kinder in Notbetreuung 115.743 von gesamt 308.768 Kindern = 37 % , hochgerechnet auf alle Jugendhilfeträger: rd. 40 %.

1. Aktuelle Corona-Informationen

Das Kultusministerium (MK) hat uns heute darüber informiert, dass in den Kindertageseinrichtungen weiterhin bis einschließlich zum 14. Februar 2021 eine Notbetreuung in kleinen Gruppen in der Regel bis zur Hälfte der üblichen Gruppengrößen angeboten werden soll. Die bestehenden Regelungen werden also zunächst um weitere 14 Tage verlängert. In Niedersachsen (Stand 20.01.2021) sind 55 Kindertageseinrichtungen mit insgesamt 99 Gruppen aufgrund von Infektionen mit dem Corona-Virus von Schließungen oder Teilschließungen betroffen. Bestätigte Infektionen betreffen 29 Kinder und 58 Fach- oder Betreuungskräfte.

Das MK hat auf seiner Homepage die FAQ – Liste zu Kindertageseinrichtungen  um weitere Information zum Kinderkrankengeld und um mehrere Fragen erweitert bzw. aktualisiert, u.a.:

  • Wie erhalten Eltern eine Bescheinigung für die Beantragung von Kinderkrankengeld für zusätzliche Kinderkrankentage bei Betreuung zu Hause?

Hierzu können Informationen sowie eine Musterbescheinigung, die sowohl in den Kindertageseinrichtungen als auch in der Kindertagespflege genutzt werden kann, auf der Homepage des BMFSFJ eingesehen werden.

Die evangelischen Kirchen haben sich in den Gesprächen mit dem Land für eine zeitnahe Impfung der Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen eingesetzt. Da Kindertageseinrichtungen und Schulen zur Aufrechterhaltung der Bildungssysteme in Deutschland möglichst lang geöffnet sein sollen, ist es sinnvoll, den dort Beschäftigten eine zeitnahe Impfmöglichkeit zu eröffnen. Derzeit sind die Beschäftigten in Schule und Kindertageseinrichtungen in der Stufe 3 berücksichtigt. Bund und Länder sind gegenwärtig in Gesprächen, ob zumindest eine Priorisierung dieser Berufsgruppen innerhalb der Stufe 3 vorgenommen werden kann.

Weiterhin wurde vom MK berichtet, dass die Rückmeldungen der Jugendämter zur Notbetreuung in Kindertageseinrichtungen ausgewertet wurde. Demnach liegt die Quote der Notbetreuung in Niedersachsen bei den Kindertageseinrichtungen hochgerechnet auf alle Jugendämter (einige habe nicht gemeldet) bei rd. 36 % statt der möglichen 50%.

2. Forderung der Kirchengewerkschaft nach Schnelltests für Kita-Personal

Die Kirchengewerkschaft Niedersachsen hat mit Schreiben vom 14.01.2021 auf die aus ihrer Sicht bestehende Möglichkeit hingewiesen, vom Träger der Kindertageseinrichtung Schnelltests für Kita-Personal verlangen zu können, und die Mitarbeitenden in Kindertageseinrichtungen aufgefordert, mit einem Muster-Formular bei Ihren Trägern einen kostenlosen regelmäßigen Schnelltest einzufordern. Aufgrund der vielen Anfragen hierzu möchten wir Sie zur Rechtslage wir folgt informieren:
Das Bundesgesundheitsministerium hat die rechtlichen Möglichkeiten für den Einsatz von Schnelltests erweitert – sie können nun auch an Kitas und Schulen eingesetzt werden. Wo und wie die Tests genutzt werden, entscheiden die Bundesländer.

Mit dem Dritten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom 18.11.2020 wurde bereits geregelt, dass der Arztvorbehalt für Schnelltests entfällt. Damit kann grundsätzlich jeder diese Tests anwenden, allerdings müssen diese durch entsprechend geschultes Personal erfolgen. Die neue Verordnung zur Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung vom 02.12.2020 (Anlage) regelt ergänzend zum Bevölkerungsschutzgesetz, dass die Schnelltests künftig auch an Schulen und Kitas (damit sind alle sog. "Gemeinschaftseinrichtungen" nach § 33 IfSG erfasst) abgegeben werden können.

Der Bund setzt hier nur den rechtlichen Rahmen. Die Details, d.h. die konkrete Organisation und Ausgestaltung der Testung des Personals und der Kinder von Gemeinschaftseinrichtungen, liegt in der Zuständigkeit der Länder. Es handelt sich hierbei ausdrücklich um Schnell- und nicht um Selbsttests. Die Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung bedeutet lediglich, dass z.B. Apotheken PoC-Antigentests auch an Schulen und Kitas abgeben dürfen. Der gesamte Testablauf (Schutzkleidung, Einweisung etc.) muss im Detail von den Ländern vorgegeben werden.

Das Land Niedersachsen hat die Verpflichtung zur Durchführung von PoC-Antigen-Schnelltests durch die Niedersächsische Corona-Verordnung für bestimmte Bereiche geregelt. So legt z.B. § 14 Abs. 2 der Verordnung eine Verpflichtung und Standards für die Betreiber von Heimen zur Durchführung von Schnelltests nach einem regulierten Verfahren fest:

„Beschäftigte in Heimen für ältere oder pflegebedürftige Menschen nach § 2 Abs. 2 NuWG und unterstützenden Wohnformen für ältere oder pflegebedürfte Menschen nach § 2 Abs. 3 und 4 NuWG sowie in ambulanten Pflegeeinrichtungen nach § 71 Abs. 1 des Elften Buchs des Sozialgesetzbuchs und in diesen eingesetzte Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, Praktikanteninnen und Praktikanten, ehrenamtlich Tätige, Bundesfreiwilligendienstleistende und Freiwilligendienstleistende haben an zwei Tagen in der Woche, an welchen sie in den Einrichtungen oder für die ambulanten Pflegedienste tätig sind, einen PoC-Antigen-Schnelltest auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 durchführen zu lassen. Das Testergebnis ist der Leitung oder einer von der Leitung beauftragten beschäftigen Person vorzulegen. Der Dienst darf bei einem positiven Testergebnis nicht verrichtet werden, solange eine Überprüfung des Ergebnisses nicht abgeschlossen ist und das Gesundheitsamt im Falle eines positiven Befundes nicht eine weitere Beschäftigung gebilligt hat. Die Leitung oder die von ihr beauftragten beschäftigten Personen sollen die Tests durchführen. Der Test muss die jeweils geltenden Anforderungen des Robert Koch-Instituts erfüllen.“

Vergleichbare Regelungen für den Bereich der Kindertagesstätten hat das Land Niedersachsen nicht getroffen. Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu ergreifende Schutzmaßnahmen richten sich nach einschlägigen Gesetzen und Vorschriften sowie gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen und daraus anerkannten und bewährten Lösungen. So trifft etwa § 12 der Corona-Verordnung Regelungen zum Infektionsschutz in Kindertageseinrichtungen. Dort wurde vom Land keine Verpflichtung der Träger von Kindertageseinrichtungen zur Durchführung von PoC-Antigen-Schnelltests festgelegt. Nach Auskunft des MK vom 21.01.2021 werden vom Land PoC-Antigen-Schnelltests gegenwärtig für Kindertageseinrichtungen nicht empfohlen. Es ist derzeit noch umstritten, ob die Durchführung von regelmäßigen Schnelltests eine besonders geeignete Schutzmaßnahme ist, die wirksam zur Verringerung der Infektionsgefährdung in Kindertageseinrichtungen beiträgt. Durch regelmäßige Antigen-Schnelltests in Kindertagesstätten kann lediglich festgestellt werden, ob die Mitarbeitenden zum Zeitpunkt des Tests infektiös sind.  Von den betreuten Kindern kann jedoch weiterhin eine Infektionsgefahr ausgehen. Außerdem liegen zu den derzeit auf dem Markt angebotenen Schnelltests noch keine abschließenden Erkenntnisse bezüglich Sensitivität und Spezifität vor. Das Risiko, fehlerhafte Testergebnisse zu erhalten, wird als hoch eingeschätzt.  Aus diesem Grund wird die Durchführung von regelmäßigen Antigen-Schnelltests derzeit als eine nur eingeschränkt geeignete Schutzmaßnahme zur Verringerung des Infektionsrisikos in Kindertagesstätten angesehen.

Insoweit gibt es entgegen der Rechtsauffassung der Kirchengewerkschaft Niedersachsen keine rechtliche Verpflichtung der Träger von kirchlichen Kindertageseinrichtungen zur Durchführung von PoC-Antigen-Schnelltests. Entsprechende Anträge nach dem Muster-Formular können daher abgelehnt werden. Ein entsprechendes Musterschreiben zur Beantwortung der Anträge finden Sie hier. Fügen Sie dem Antwortschreiben bitte auch eine Kopie dieses Rundschreibens bei.

Gleichwohl nehmen wir die Forderung der Kirchengewerkschaft Niedersachsen sehr ernst und sehen hierin auch einen Appell an die Träger von kirchlichen Kindertageseinrichtungen, die Bemühungen zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes der Mitarbeitenden in Kindertageseinrichtungen voranzutreiben. Dieses Anliegen unterstützen wir ausdrücklich.

Die evangelischen Kirchen setzen sich beim Land Niedersachsen nachdrücklich für verschiedenste Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes der Mitarbeitenden in Kindertageseinrichtungen ein und werden neben der etwaigen Entwicklung und Umsetzung einer geeigneten Teststrategie für die Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen auch auf eine höhere Priorisierung des Kita-Personals bei den Schutzimpfungen und auf eine weitere Einschränkung der Notbetreuung hinwirken.

Das Land ist nach Auskunft des MK vom 21.01.2021 gegenwärtig damit beschäftigt, eine eigene Strategie für Testungen für Kindertageseinrichtungen zu entwickeln. Eine neue Teststrategie des Landes für Schulen und Kindertagesstätten könnte sich abzeichnen, sobald verlässliche Selbsttests für eine niedrigschwellige und Symptom gerichtete Diagnostik verfügbar sind.

1. Umsetzung der Notbetreuung

Das Kultusministerium (MK) hat die Trägerverbände von Kindertageseinrichtungen am 14.01.2020 in einer Videokonferenz gebeten, die im Rahmen der Notbetreuung zu vergebenden Plätze anhand der in § 12 Abs. 1 S. 8 und 9 der Corona-Verordnung möglichst auch ausgeschöpft werden sollen. Die in § 12 Abs. 1 S. 6 Corona-VO genannten zulässigen Höchstzahlen sind keine starren Grenzen. Dieses wird durch § 12 Abs. 1 S. 7 Corona-VO deutlich: „Eine Überschreitung der höchstens zulässigen Zahl der betreuten Kinder in einer kleinen Gruppe ist unter Berücksichtigung der räumlichen, personellen und organisatorischen Kapazitäten zulässig. Damit soll die Möglichkeit eröffnet werden, möglichst viele Kinder, die vorrangig in der Notbetreuung berechtigt sind, aufzunehmen. Nach den Rückmeldungen, die uns erreichen, scheint bei den evangelischen Trägern bereits eine gute Auslastung der Notgruppen gegeben zu sein. Aufgrund der erforderlichen Bescheinigungen, die von einzelnen Erziehungsberechtigten vorzulegen sind, hat sich die Umsetzung in einigen Einrichtungen verzögert. Wir gehen aber davon aus, die Belegung der Notgruppenplätze spätestens zum Ende der Woche abgeschlossen ist.

Das MK hat inzwischen seine FAQ noch einmal überarbeitet:

  • NEU zum Homeoffice- die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, stellt nicht in jedem Fall automatisch ein Ausschlusskriterium für die Betreuung in Notgruppen dar. Homeoffice ist Arbeit. Entscheidend ist, ob neben dem Homeoffice eine Möglichkeit zur beruflichen Entlastung besteht, so dass die Wahrnehmung von Aufgaben der Kinderbetreuung auch tatsächlich im Homeoffice besteht.
  • NEU- Lehrkräften und Pädagogisches Personal in Kindertageseinrichtungen gelten als Berufszweige von allgemeinem öffentlichen Interesse.

Weiterhin gibt es nach Auskunft der Kommunalen Spitzenverbände eine Empfehlung der Runde der Oberbürgermeister, für Januar auf die Elternbeiträge zu verzichten, wenn Notbetreuung nicht in Anspruch genommen werden kann.

2. Anerkennung von Covid-19-Infektionen als Berufskrankheit

Beschäftigte in Kindertagesstätten, die sich nachweislich im beruflichen Kontext eine Covid-19-Infektion zugezogen haben, haben gute Aussichten, die Erkrankung als Berufskrankheit (Nr. 3101) oder Arbeitsunfall anerkannt zu bekommen. Wichtig ist, dass in solchen Fällen möglichst schnell eine Berufskrankheiten-Verdachtsanzeige entweder durch den behandelnden Arzt oder den Arbeitgeber gestellt wird, um die erforderlichen Nachweise erbringen zu können. Der Verdachtsanzeige sollte ein Nachweis über das positive Testergebnis beigefügt werden und gleichzeitig mitgeteilt werden, durch welche Institution (welches Gesundheitsamt) oder ärztliche Praxis die Testergebnisse kommuniziert wurden. Formulare für die Anzeige einer Berufskrankheit finden Sie hier:

Die Personalabteilungen der Kirchenämter sind bereits über das Vorstehende informiert worden.

3. Zwischenergebnisse der Corona-Kita-Studie
Mit dem Beschluss der Jugend- und Familienministerkonferenz vom 28. April 2020 wurde eine bundesweite Langzeitstudie über die Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Kindertagesbetreuung initiiert und ein freiwilliges Kita-Register eingeführt. Für die Corona-KiTa-Studie bündeln das Deutsche Jugendinstitut (DJI) und das Robert Koch-Institut (RKI) ihre Expertise. Wir hatten die Geschäftsführungen hierüber informiert und bei den Leitungen der Kindertageseinrichtungen dafür geworben, sich an der Studie über das Kita-Register zu beteiligen. Hier finden Sie den Quartalsbericht IV 2020 der Studie.

Erfreulich ist, dass Niedersachsen die zweithöchste Teilnahmequote (18,8%) der Bundesländer erzielt (s. S. 9) und insoweit die Ergebnisse auch für Niedersachsen als repräsentativ betrachtet werden können.

Wesentliche Ergebnisse für Oktober bis Dezember 2020 sind:

Wechsel der Gruppenstruktur in Kindertageseinrichtungen – Implikationen für die Betreuungssituation, Personal und Infektionsgeschehen

  • 41% der Einrichtungen haben pandemiebedingt ihr Gruppenkonzept geändert.
  • Die große Mehrheit dieser Einrichtungen wechselte zu einem strengeren (d.h. striktere Trennung der Kinder bzw. Gruppen) Gruppenkonzept.
  • Je strenger das neue Gruppenkonzept ist, desto mehr Herausforderungen ergeben sich bei dessen Umsetzung
  • Großen Einrichtungen bereitete dieser Wechsel tendenziell größere Herausforderungen als kleinere Einrichtungen.

Öffnungsgeschehen der Kindertagesbetreuung

  • Die aktuellen Inanspruchnahmequoten (ca. 84% für ganz Deutschland) bei der Kinderbetreuung der Kindertageseinrichtungen deuten darauf hin, dass die Kindertageseinrichtungen weiterhin im bzw. nahe am Regelbetrieb (unter Pandemiebedingungen) sind.
  • Dennoch ist seit Anfang Oktober in den Kindertageseinrichtungen ein Anstieg beim pandemiebedingten Ausfall des Personals für die Gruppenarbeit von 4% auf 6% zu beobachten. Hochgerechnet bedeutet dies, dass derzeit 37.500 Fachkräfte pandemiebedingt nicht in der Gruppenarbeit eingesetzt wer-den. Das sind 12.500 mehr als Mitte Oktober (Anstieg seitdem um 50%).
  • Bei den Kindertagespflegestellen ist seit Anfang Oktober ein leichter Anstieg der Inanspruchnahmequote zu verzeichnen. Diese liegt mit ca. 82% in der 45. Kalenderwoche (02.11.-08.11.) nun fast auf dem gleichen Niveau wie bei den Kindertageseinrichtungen (ca. 84%).
  • Sowohl bei den Kindertageseinrichtungen als auch bei den Kindertagespflegestellen ist mit den allgemein in Deutschland steigenden Infektionszahlen ein Anstieg der Gruppen- (ca. 5,5%) bzw. Einrichtungsschließungen (ca. 1,5%) zu beobachten.

Das KiTa-Register steht weiterhin allen Kitas und Tagespflegepersonen offen und lebt von der großen Unterstützung und der Mitwirkung der Einrichtungen und der Träger.