Große Umfrage zur Lektoren- und Prädikantenarbeit

Tagesthema 07. Mai 2019

Erstmals startet die Landeskirche Hanovers eine groß angelegte Befragung über die Rolle von Lektorinnen und Prädikantinnen - EKD-weit einzigartig. Fast 1900 Lektorinnen und Prädikantinnen versehen ihren Dienst in der Landeskirche. Die Befragung soll jetzt klären: Wie geht es ihnen mit ihrem Ehrenamt? Wie gut werden sie unterstützt? Was belastet sie? Und: Wie werden sie akzeptiert?

Was beschäftigt Ehrenamtliche im Dienst der Verkündigung? Was hilft ihnen und was vermissen oder belastet sie? Antworten soll eine umfassende Erhebung zur Rolle und Wertschätzung der Lektoren und Prädikanten geben, die gemeinsam mit dem Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland erstellt wurde und ausgewertet wird.

Auch um die Gestaltung der Aus- und Fortbildungen geht es, die stetig verbessert wird. „Lektoren und Prädikanten werden in ihrem Ehren- amt vor Ort sehr unterschiedlich unterstützt“, sagt Vera Christina Pabst, Landeskirchliche Be- auftragte für den Lektoren- und Prädikantendienst am Michaelis- kloster in Hildesheim. „Das führt zu Kränkungen. Andere sind sehr zufrieden, fühlen sich von der Gemeinde aner- kannt und auf Augenhöhe, als Team mit dem Pfarramt.“

Die Online-Umfrage soll allen Lektoren und Prädikanten Gelegenheit geben, anonym zu ihrem Alltag Auskunft zu geben. Auch leitende Ehrenamtliche, Pfarrpersonen und Gottesdienstbesucher können sich zur ehrenamtlichen Verkündigung äußern. Die Erhebung wird am 7. Mai freigeschaltet. Im Sommer beginnt die Auswertung, im Herbst sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Sven Kriszio/Evangelische Zeitung

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"Von Gott ein wenig angepustet"

Bild: Jörg Nielsen/ epd

Als sie im letzten Jahr in ihren Dienst als Lektorin eingeführt wurde, war Eva Steinbach 18 Jahre alt. Parallel zur den Abi-Vorbereitungen ließ sich die junge Frau aus dem ostfriesischen Jherings-Boekzetelerfehn zur Lektorin ausbilden und darf seitdem als jüngste Lektorin der hannoverschen Landeskirche in ihrer Gemeinde predigen.

Im Portrait erzählt sie, was sie an der Ausbildung zur Lektorin gereizt hat, was die Kirchengemeinde für sie bedeutet und warum sie sich gegen ein Theologiestudium entschieden hat.

Zum Portrait von Eva Steinbach

3 Fragen an ...

Vera Christina Pabst
Vera Pabst, Beauftragte für den Lektoren- und Prädikantendienst am Michaeliskloster

Frau Pabst, ständig und überall gibt es Umfragen. Warum jetzt auch zu Lektor*innen und Prädikant*innen?

Wir wollen wissen, wie Gottesdienstbesucher, leitende Ehrenamtliche und Pastor*innen die Arbeit der Lektor*nnen und Prädikant*innen erleben. Und ich habe leider nicht die Möglichkeit, mit allen 1900 Engagierten persönlich zu sprechen, um ihre Erfahrungen zu hören. Viele sagen, ihre Rolle würde immer bedeutsamer für die Kirche. Manche von ihnen erzählen, dass die Zahl ihrer Gottesdienste und ihre Verantwortung gestiegen sei. Wir würden gerne wissen, ob das Einzelstimmen oder regionale Besonderheiten sind oder es sich um eine grundsätzliche Entwicklung handelt.

Mehr Verantwortung bei den Ehrenamtlichen. Ist das nicht positiv?

Ja, das klingt positiv. Es wäre aber schade, wenn sich manche überfordern oder überfordert werden. Wir möchten wissen, ob es die Inhalte von Aus- und Fortbildung sind, die heute und für die Kirche von morgen gebraucht werden. Wir haben derzeit erfreulicherweise hohe Bewerberzahlen für unsere Kurse. Die Kursteilnehmer*innen sind sehr engagiert und gewissenhaft. Wir wollen ihnen die passende Ausbildung bieten, denn sie investieren über Jahre viel Zeit und Energie für unsere Kirche.   

Die Befragung gibt es nur online. Warum?

Die Befragung soll nicht einen konkreten Gottesdienst bewerten und deshalb auch nicht direkt nach einem Gottesdienst ausgefüllt werden. Es geht um Erfahrungen der Lektor*innen und Prädikant*innen, aber auch die Sichtweisen von Pastor*innen und Gottesdienstbesucher*innen. Wer keinen Zugang hat, kennt bestimmt jemanden mit Internetanschluss. Es wäre auch ein Gewinn, wenn das Ausfüllen des Fragebogens ein Anlass für ein Gespräch über dieses wichtige Ehrenamt würde. Und: Je mehr sich beteiligen, umso aussagekräftiger wird das Ergebnis der Umfrage sein.

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