Gute Strukturen für das Ehrenamt

Tagesthema 09. April 2018

Susanne Briese wird am 13. April als neue Landespastorin für Ehrenamtliche in ihr Amt eingeführt

 „Wenn Ehrenamt Freude macht und den richtigen Rahmen hat, kann man viel bewegen“, sagt Susanne Briese, die zum April als Landespastorin für Ehrenamtliche die Leitung des Arbeitsfeldes Ehrenamt und Gemeindeleitung im Haus kirchlicher Dienste übernehmen wird. Am Ostermontag wurde sie in Rotenburg aus ihrem Amt als Superintendentin verabschiedet, das sie seit März 2015 innehatte.

„Ich hatte immer das Glück, mit kompetenten und engagierten Ehrenamtlichen zusammenarbeiten zu können!“, freut sich Briese im Rückblick auf die Stationen ihres bisherigen Berufsweges. „Gerade die Zeit in Rotenburg hat mir nochmal Lust gemacht auf das Ehrenamt. Es gibt dort sehr kompetente und eigenständige Ehrenamtliche im Kirchenkreisvorstand und viel freiwilliges Engagement im Kirchenkreis, sogar bis hin zur Notfallseelsorge.“

In der Kirchengemeinde Luthe, wo Briese von 2004 bis 2015 Pastorin war, erlebte sie ebenfalls ein gutes Miteinander mit den Ehrenamtlichen: „Wir haben immer gewusst: Gemeinsam arbeiten wir am besten an guten Lösungen und alle bringen dafür ein, was sie können.“

Von 1998 bis 2004 war Briese Studieninspektorin im Predigerseminar in Loccum, wo sie gemeinsam mit den Vikarinnen und Vikaren unter anderem über die Bedeutung von freiwilligem Engagement zum Beispiel für Gemeindeentwicklung, Jugendarbeit und Gottesdienst nachdachte und die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt reflektierte.

Briese nahm an zwei Langzeit-fortbildungen zum Thema „Führen und Leiten“ teil, 2003 bis 2004 „Leitung in der mittleren Ebene“ in der Gemeindeakademie Rummelsberg und von 2015 bis 2016 an „Die Kunst des Führens – Führen und Leiten in Kirchenkreisen“ an der Führungsakademie für Kirche und Diakonie (FAKD) in Berlin. „Dort ging es unter anderem darum, wie man wertschätzend und fördernd mit Mitarbeitenden umgeht. Das lässt sich gut auf den Umgang mit Ehrenamtlichen übertragen“, sagt die Theologin.

Nach Theologiestudium in Bonn und dem Vikariat in Nienburg war Briese von 1993 bis 1998 Pastorin in der Kirchengemeinde Uchte im Kirchenkreis Stolzenau. „Wenn ich an meine ersten Jahre in der Gemeinde zurückdenke, dann stelle ich fest, dass sich die Bandbreite des Ehrenamts gewandelt hat“, so Briese. „Man findet auch heute noch diejenigen, die sich in großer Treue auf eine langjährige Verbindlichkeit einlassen. Aber daneben erlebe ich heute den Trend zu einem mehr projektorientierten Engagement.“

Von 2008 bis 2014 war Briese Mitglied der 24. Landessynode und Mitglied im Landes-synodalausschuss. Sie kennt daher die Strukturen und Entscheidungsabläufe der Landeskirche gut. Während dieser Zeit beschloss die Landessynode die zwölf Standards für das Ehrenamt und das Gleichstellungsgesetz. „Ich habe immer gern Verantwortung dafür übernommen, zukunftsfähige Strukturen zu schaffen“, erzählt Briese. Als Superintendentin war sie zum Beispiel Mitglied im Rat der Konföderation der evangelischen Kirchen in Niedersachsen.

Die Einführung von Landespastorin Susanne Briese wird am kommenden Freitag, 13. April um 14 Uhr in der Neustädter Hof- und Stadtkirche, Rote Reihe 8 in Hannover mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang im benachbarten Leibnizsaal gefeiert.

Öffentlichkeitsarbeit im Haus kirchlicher Dienste

Zwei Handbücher für Kirchenvorstände

Das Arbeitsfeld Gemeindeleitung im Haus kirchlicher Dienste erstellt zurzeit zwei Handbücher, die Ende Mai allen Gemeinden in der Hannoverschen Landeskirche geschickt werden und alle Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher erhalten sollen.

Weitere Informationen zu den Handbüchern

Festlicher Abschied für Superintendentin

Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde Susanne Briese am Ostermontag aus ihrem Amt als Superintendentin des Kirchenkreises Rotenburg entpflichtet. Die Theologin bedankte sich in ihrer Abschiedspredigt in der Rotenburger Stadtkirche bei den Menschen aus dem Kirchenkreis. „Ich war gern bei Ihnen.“

Briese hatte in drei Jahren Amtszeit eine Vielzahl an Projekten auf den Weg gebracht und Weichen für die Zukunft gestellt. „In einer Welt der Multireligiosität und Multikulturalität sind wir gefordert“, sagte die 53-Jährige. Das Christentum befinde sich immer in einem Veränderungsprozess.

Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy, der die Entpflichtung vornahm, zollte Respekt für die Entscheidung von Susanne Briese, eine andere Stelle innerhalb der Landeskirche Hannovers übernehmen zu wollen. Sie ist nun Landespastorin für Ehrenamtliche im Haus kirchlicher Dienste. Briese hatte sich den Wechsel nicht leicht gemacht. Eine gut überstandene Erkrankung hatte sie dazu gebracht, noch einmal anders auf ihr Leben zu schauen. Brandy dankte ihr für „sehr viel Arbeit“ und bescheinigte ihr eine besonders gute Qualifikation für ihre neue Aufgabe. „Im Kirchenkreis Rotenburg gibt es seit vielen Jahren gute Strukturen in der Ehrenamtskoordination, die mit dir evaluiert und weiterentwickelt wurden. Dieses Wissen bringst du mit nach Hannover.“

Den anschließenden Empfang nutzten viele Wegbegleiter, um sich persönlich von der Theologin zu verabschieden. Andreas Weber, Bürgermeister der Stadt Rotenburg, hatte besondere Erinnerungen an das Jahr 2015, als sowohl er als auch Susanne Briese relativ neu in ihren Ämtern waren und er sich ihrer Unterstützung bei der Bewältigung der großen Zuwanderung von Flüchtlingen immer sicher sein konnte.

Pastor Lars Rüter, der für den Kirchenkreisvorstand sprach, ging noch einmal darauf ein, wie passend der Termin Ostern für eine solche Verabschiedung sei. „Ostern ist das Fest, das in Bewegung bringt, und das Fest der hoffnungsfrohen Perspektiven.“ Er wünschte Susanne Briese einen gelingenden Neuaufbruch.

Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Rotenburg