„Davor habe ich höchsten Respekt“

Tagesthema 19. Oktober 2017

Landesbischof auf Besuchstour bei Kirchenvorständen

„Ich habe ja schon vorher geahnt, dass ich in eine außergewöhnliche Kirchengemeinde kommen würde“, sagte Landesbischof Ralf Meister bei seinem Besuch im Kirchenvorstand der Mauritius-Kirchengemeinde Dissen im Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte. Was ihm die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher dann im Gespräch über ihre Arbeit berichteten, beeindruckte den Landesbischof sehr: „Das Ehrenamt im Kirchenvorstand, so wie sie es hier gestalten, ist in seiner Komplexität mit wenigen anderen Ehrenämtern vergleichbar. Ich habe höchsten Respekt vor Ihnen allen, die sich hier engagieren.“

„St. Mauritius – lebendige Gemeinde unterwegs auf Gottes Wegen zu den Menschen in unserer Stadt.“ Schon der Leitvers der Kirchengemeinde Dissen habe ihn vermuten lassen, dass die Kirchengemeinde bewusst mit ihrer Arbeit in die Stadt hineinwirken wolle,  sagte Meister. Dissen musste in den letzten Jahren den Verlust des örtlichen Krankenhauses und die angekündigte Werksschließung des Feinkost-Großhändlers Homann bewältigen. „Das trifft die Menschen hier sehr hart“, sagte Annette Mielke, die seit vielen Jahren Vorsitzende des Kirchenvorstands ist.  Die Kirchengemeinde bemüht sich, dagegenzuhalten und macht eine Reihe von Angeboten, die dem Gemeinwesen zugutekommen. Familienlotsen, eine Generationennetzwerk, Hilfe für ältere Menschen und Familien oder die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen nannten die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher und Pastorin Susanne Holsing als Beispiele. Auch an einer Beratung für Mitarbeitende im Homann-Werk sei die Kirchengemeinde beteiligt. 

Verantwortung übernehmen

Möglich wird dieses vielfältige Engagement auch durch die Stiftung Dissen, die von der Kirchengemeinde im Jahr 2003 ins Leben gerufen worden ist. „Seitdem hat sich unser Stiftungskapitel verzehnfacht“, erzählt Fritz Raube, Kirchenvorstandsmitglied und 2. Vorsitzender der Stiftung. Ausdrücklich positiv bewertete Landesbischof Meister, dass in der Stiftung auch Dissener Bürgerinnen und Bürger mitarbeiten, die nicht Mitglied der evangelischen Kirche sind. „Das ist eine Richtung, in die wir als Kirche auch künftig denken müssen: Wie ist es möglich, dass sich Menschen bei uns engagieren, die nicht Mitglied unserer Kirche sind?“

Im Gespräch mit dem Landesbischof sprachen die Dissener Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher auch kritische Punkte an. Die Umstellung der kirchlichen Buchhaltung auf Doppik sei mit großer Mehrarbeit für die Ehrenamtlichen verbunden. Und insgesamt wünschten sich die Mitglieder des kirchlichen Leitungsgremiums mehr Selbständigkeit gerade in der finanziellen Gestaltung ihrer Arbeit und den deutlichen Abbau von Bürokratie. Schwierig sei es auch, Kandidatinnen und Kandidaten für die kommenden Kirchenvorstandswahlen zu finden. „Menschen für einzelne Projekte zu begeistern, klappt gut. Aber für sechs Jahre Verantwortung zu übernehmen, ist nochmal etwas anderes“, sagte Annette Mielke. 

Anregungen mitnehmen

Trotzdem waren die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher zuversichtlich, genug Gemeindeglieder zu finden, die sich eine Mitarbeit im Kirchenvorstand vorstellen können. Hilfreich sei dabei sicherlich auch die gute Organisation innerhalb des Kirchenvorstands, der seit vielen Jahren konsequent auf Ausschüsse setzt, die den Kirchenvorstand in seiner Arbeit unterstützen. „Bei uns ufern Kirchenvorstandssitzung nicht aus, weil viele Dinge schon im Vorfeld in Ausschüssen geklärt werden. Und da arbeiten auch viele Menschen mit, die nicht dem Kirchenvorstand angehören“, beschrieben die Dissener Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher einen wichtigen Punkt ihrer Leitungsarbeit.

Am Ende des Abends nahm Landesbischof Meister viele Anregungen mit nach Hannover und versprach, diese in die Planungen einzubringen, wenn es in den nächsten Jahren um die Weiterentwicklung der Arbeit in den Kirchenvorständen geht. Im Vorfeld der Kirchenvorstandswahl wird der Landesbischof in den kommenden Monaten noch weitere Kirchenvorstände besuchen: Im Oktober ist er Gast in der Kirchengemeinde Sögel im Emsland und im November in Bexhövede im Landkreis Cuxhaven.

Landeskirche

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