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„Du hast mir was zu sagen“

Tagesthema 16. Oktober 2017

Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachen lud zum Gespräch ein

Unter dem Thema „Du hast mir was zu sagen“ hatte das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachen (ELM) am vergangenen Samstag Interessierte in die Hermannsburger Fachhochschule für Interkulturelle Theologie (FIT) eingeladen, um über „Mission im Gespräch der Religionen“ zu diskutieren. 

Dr. Michael Biehl, Referent für Theologische Ausbildung und Grundsatzfragen im Hamburger Evangelischen Missionswerk, dem Dachverband kirchlicher Missionswerke, führte in seinem Impulsreferat vor knapp 100 Zuhörerinnen und Zuhörern durch die Verlautbarungen früherer Weltmissionskonferenzen.

Dabei betonte er eine demütige religiöse Grundhaltung: „Wir wissen nicht wirklich, ob wir den Weg kennen. Glaube ist ein Risiko, ein Lebensentwurf auf christlicher Grundlage, von dem wir hoffen, dass er in die Zukunft trägt.“ Und er warb darum, drei missionstheologische Grundhaltungen in Beziehung zu setzen, indem er der exklusiven Position Relevanz für das persönliche Glaubensleben zuschrieb, im Dialog mit Vertretern anderer Kirchen, Konfessionen und Religionen eine inklusive Haltung vorschlug, während im Blick auf das Zusammenleben einer weltweiten Gesellschaft eine plurale Einstellung sinnvoll sei. 

"Denn nur wer in der Veränderung bleibt, lebt.“

In einer Arbeitsgruppe erläuterte ELM-Direktor Michael Thiel, dass die Struktur des ELM sich mittlerweile nach Themenschwerpunkten ausrichte, die in internationalen Konsultationen gemeinsam mit den 19 Partnerkirchen des Missionswerkes erarbeitet wurden. „Die Partnerkirchenkonsultationen werden auch in Zukunft unsere Themen und damit auch unsere Struktur bestimmen“, erläuterte Thiel weiter, „denn nur wer in der Veränderung bleibt, lebt.“

Hinsichtlich der Arbeit des ELM in Deutschland deutete Thiel an, dass sich das Missionswerk für eine Erneuerung der internationalen Gemeindepartnerschaften einsetzen wolle. „Hier ist durch Generationenwechsel, aber auch durch den Wegfall von Themen wie die Apartheid in Südafrika viel an Motivation verlorengegangen. Da können wir mit unseren internationalen kirchlichen Kontakten zu einer Wiederbelebung beitragen.“ 

Im Abschlussgottesdienst des Missionstages nahm der hannoversche Landesbischof Ralf Meister das Thema des religiösen Dialoges in seiner Predigt auf, indem er forderte: „Es wird Zeit, überall in der Kirche von dem Klang Gottes in der Welt zu reden“. Mission sei dabei nicht bestimmt von dem, was andere glauben, sondern von dem, was ich für Andere sein kann, so Meister weiter. 

Im Rahmen des Abschlussgottesdienstes wurde auch der langjährige Pastor und ELM-Missionar Georg Grobe entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet.

Klaus Hampe

Wo Terror, politische Unvernunft und radikale Verblendung den Menschen und unser Miteinander weltweit angreifen, können wir unseren Glauben nicht aus der Affäre ziehen. Wir lassen es oft sein, wo es doch so notwendig wäre, davon zu reden.

Landesbischof Ralf Meister

Das ELM

Das ELM ist Missionswerk dreier Trägerkirchen: der Ev.-luth. Landeskirchen in Braunschweig, Hannover und Schaumburg-Lippe. Wir senden Mitarbeitende in sehr unterschiedliche Aufgaben in unsere weltweit 19 Partnerkirchen. Wir arbeiten in den Kirchen durch Personal und Projekte.

Das „Arbeitsgebiet Mission“ ist nicht so leicht begehbar. Zunächst findet man sich auf den felsigen Boden der versteinerten Vorurteile über Mission gestellt: Eroberung, Kolonialismus, Zerstörung von Kulturen und vieles mehr lauten die Vorbehalte aus der Vergangenheit. Und mit dieser Last der Vergangenheit wirkt der Auftrag zur Gestaltung christlicher Mission in der Gegenwart vielerorts nur allzu beschwerlich.

Das ELM setzt dem ein fröhliches „Dennoch“ entgegen: Wir wissen um unsere Vergangenheit und sehen unseren Auftrag in der Gegenwart, weil wir uns von unserer Zukunft her definieren, die in Jesus Christus liegt.

Mission ist eine Aufgabe der Kirche, die immer wieder neu beschrieben werden muss: Wir sind davon überzeugt, dass der Reichtum unseres Glaubens nur in der Begegnung mit unseren weltweiten Geschwistern erfahrbar ist. Dazu gehört z. B. auch die Erfahrung, dass wir alle durch einen gemeinsamen Namen verbunden sind: Wir sind Christen – und Christen sind immer Menschen gewesen, die auf dem Weg waren. Wer unterwegs ist, ist bereit, das Unvollkommene des Lebens anzunehmen und nicht an den Schattenseiten zu verzagen.

Michael Thiel Direktor des Ev. luth. Missionswerkes in Niedersachsen (ELM)

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