Bild: Jens Schulze

Beruf und Berufung

Tagesthema 22. September 2017

1. landeskirchlicher Generalkonvent

„Es ist sehr schön und stärkend zu spüren, welche Kraft eine solche Gemeinschaft entfaltet, wie wir sie heute hier erleben“ sagte Landesbischof Ralf Meister am Mittwoch auf dem Generalkonvent der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Mehr als 1.200 Pastorinnen und Pastoren aus Niedersachsen waren der Einladung in den Kuppelsaal in Hannover gefolgt. 

In Vorträgen, Diskussionen und Workshops überlegten die Theologinnen und Theologen, wie das Pfarramt zwischen inneren und äußeren Herausforderungen, zwischen Tradition und Strukturwandel beweglich und stark bleiben kann. 

"Pastoren sind das Gesicht der Kirche"

Im Mittelpunkt der Tagung standen die Spannungen zwischen der inneren Gewissheit der Berufung, Pastorin oder Pastor zu sein, und den aktuellen Anforderungen an den Dienst in der Gemeinde.

Die Berufung unterscheide den Pastorenberuf von anderen Berufen, sagte der Bielefelder Soziologe Prof. Rainer Schützeichel in seinem Hauptvortrag. „Pastoren sind das Gesicht der Kirche“, so Schützeichel. Er sei sehr beeindruckt, wie sehr die Pastorinnen und Pastoren selbst um ihr Berufsbild ringen und finde es gut, dass sie die Berufung als zentrales Moment erkennen.

Meister: "Wir wurden berufen, gesegnet und gesendet"

Zur Stärkung der Berufungsgewissheit erinnerte Landesbischof Meister im Abschlussgottesdienstes des Generalkonventes an die Ordination der Pastorinnen und Pastoren: „Bei unserer Ordination wurden wir mit Gebet und Auflegen der Hände in den Dienst als Pastorin oder Pastor berufen. Wir wurden berufen, gesegnet und gesendet. Daran wollen wir uns erinnern.“

Mit der feierlichen Erinnerung an die Ordination und dem gemeinsamen Abendmahl endete der erste landeskirchliche Generalkonvent.

Wir brauchen Freigeister, die vertieft nachgedacht haben und sich einen eigenen Kopf machen.

Oberlandeskirchenrätin Nicola Wendebourg

"Was ich aus dem Vortag der Prälatin mitnehme: Mir kommt das sehr entgegen, das Klagen wahrzunehmen, aber nicht immer nur zu klagen, sondern einfach mal sagen, wir machen jetzt was! Und wir haben ja einen tollen Beruf! Und man kriegt ja auch so viel, das ist mir nochmal sehr bewusst geworden."

Christian Schefe, Pastor in Bremerhaven

„Das Thema Berufung finde ich auch interessant, weil ich in den Supervisionen oftmals damit zu tun habe, das Pastoren über ihr Amtsverständnis nachdenken, sie in Zweifel kommen oder ihnen etwas wegbricht und sie darum ringen, eine neue Berufungsgewissheit zu bekommen.“

Reina van Dieken, Pastoralpsychologische Beraterin