Bild: Wiebke Ostermeier

Der Himmel ist da, wo Christus ist

Tagesthema 25. Mai 2017

Andacht zu Himmelfahrt

„Christ fuhr gen Himmel.

Was uns angeht, 

wir fahren nach Amorbach!“

Mit diesen Worten drückt der Dichter Lothar Zenetti das Unverständnis aus, das viele Zeitgenossen mit der Vorstellung des Himmels oder einer Himmelfahrt haben. Selten gebrauchen wir sonst im Alltag noch dieses schöne Wort Himmel. Vielleicht noch in Formulierungen wie: "Das weiß der Himmel!"; "Dem Himmel sei Dank"; "Um Himmels willen!"; "Ach du lieber Himmel". 

In solchen Sätzen ist ja nicht der blaue Himmel über uns gemeint. Wir können darin vielmehr Umschreibungen für Gott sehen. Denn wo vom Himmel die Rede ist, da ist auch immer von der Nähe Gottes die Rede. Der Himmel ist da, wo Gott ist.  

Die Himmelfahrt Jesu bedeutet nicht, dass er sich von der Erde entfernt hat, um irgendwohin weit weg zu gehen. Himmelfahrt Christi, das meint vor allem, seine Nähe ist erfahrbar an allen Orten dieser Erde. Der Himmel ist nun da, wo Christus ist! Oder anders ausgedrückt: Wo Christus in der Verkündigung seiner frohen Botschaft und in seinem segnenden Handeln von Menschen erfahren wird, da ist der Himmel kein ferner Ort, da berühren sich vielmehr Himmel und Erde. Denn so beschreibt der Evangelist Lukas die Himmelfahrt:

"Es geschah, als Jesus sie segnete, schied von ihnen und fuhr auf gen Himmel" (Lukas 24, Vers 51) Christus nimmt damit teil an Gottes Weise zu herrschen und für die Menschen da zu sein mit seinem Segen. Eine Erfahrung des Glaubens, die auch heute von Freude begleitet wird und sich im Lob Gottes widerspiegelt. Ein Fest wie Himmelfahrt erinnert daran, dass unser Leben eine Perspektive hat, die weit über das Alltägliche und selbst den Tod hinausreicht, weil Christus seinen weiten Himmel über uns offen hält.

"Christ fuhr gen Himmel. Was uns angeht", wir können das fröhlich feiern.

Dr. Detlef Klahr, Landessuperintendent für den Sprengel Ostfriesland-Ems

Der Bibeltext

Und Salomo trat vor den Altar des HERRN angesichts der ganzen Gemeinde Israel und breitete seine Hände aus gen Himmel und sprach: HERR, Gott Israels, es ist kein Gott weder droben im Himmel noch unten auf Erden dir gleich, der du hältst den Bund und die Barmherzigkeit deinen Knechten, die vor dir wandeln von ganzem Herzen; der du gehalten hast deinem Knecht, meinem Vater David, was du ihm zugesagt hast. Mit deinem Mund hast du es geredet, und mit deiner Hand hast du es erfüllt, wie es offenbar ist an diesem Tage. Nun, Gott Israels, lass dein Wort wahr werden, das du deinem Knecht, meinem Vater David, zugesagt hast. Denn sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe? Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, HERR, mein Gott, auf dass du hörst das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir.

1. Kön 8, 22-24.26-28