Bild: Jens Schulze

Gemeinsam auf dem Weg

Tagesthema 04. Mai 2017

Der erste Tag der VIII. Tagung der 25. Landessynode

„Als Synodale, als Christen, als Schwestern und Brüder befinden wir uns gemeinsam auf dem Weg“, sagte Dr. Birgit Klostermeier, Landessuperintendentin des Sprengels Osnabrück, in ihrer Predigt im Abendmahlgottesdienst zum Beginn der VIII. Tagung der 25. Landessynode in der Kapelle der DIAKOVERDE-Hernriettenstiftung.

Anlässlich des Reformationsjubiläums predigte die Regionalbischöfin über die erste der 30 Thesen aus der Schrift Martin Luthers „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. „Wir sind Befreite durch die Gnade Gottes“, fasste Klostermeier die Worte Luthers zusammen. „Befreit sind wir, weil wir uns in Gottes Wirklichkeit wiederfinden, in einer Freiheit, die in Gott gründet: Im Glauben sind wir befreit!“ Luther beschreibe, was ein Christenmensch sei: Ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.

Damit griff die Regionalbischöfin zugleich das Motto der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes auf, „Befreit durch die Gnade“, zu der sich in wenigen Tagen einige Mitglieder der Landessynode gemeinsam mit Landesbischof Ralf Meister nach Namibia auf den Weg machen.

Eröffnung der Tagung

Zu Beginn der Tagung der Landessynode begrüßte Synodenpräsident Dr. Matthias Kannengießer die Mitglieder der Landessynode und ganz besonders drei katholische Gäste: Claus-Dieter Paschek, Vorsitzender des Diözesanrates im Bistum Hildesheim,  Katharina Abeln, Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Osnabrück und Franz-Josef Tenamberge, Geschäftsführer des Katholikenrats im Bistum Osnabrück verfolgten die Eröffnungssitzung auf Einladung des Präsidiums der Landessynode.

Im Anschluss legte Steffen Creydt, stellvertretender Leiter des Kirchenkreisamts Göttingen, sein Gelöbnis als neues Mitglied der Landessynode (Wahlkreis IV) ab. 

Hannovers Landessuperintendentin Dr. Petra Bahr und der Leiter der Kommuniktaion der Landeskirche Klaus Motoki Tonn nehmen zum ersten Mal in ihren neuen Funktionen an einer Tagung teil und wurden herzliche begrüßt.

Die Mitglieder der Landessynode gedachten  den ehemaligen Synodalen und Mitarbeitern des Synodenbetriebs, die seit der letzten Tagung verstorben sind.

Bericht des Landessynodalausschuses

Über die Arbeit der Landessynode seit der letzten Tagung im November 2016 berichtete Jörn Surborg (Hildesheim) als Vorsitzender des Landessynodalausschusses (LSA), der außerhalb der Synodentagungen die Geschäfte der Landessynode führt. 

So wie sich die hannoversche Kirche in den 20er Jahren und in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg verändert habe, so zeige die geplante Veränderung der Kirchenverfassung, dass sich Kirche neu gestalte. „Was ist eigentlich Kirche? Sind wir noch Institution oder sind wir auf dem Weg zur Organisation?“. Mit dieser Frage umriss Surborg die Leitlinien der Überlegungen und Planungen. 

„Ermöglichen, Probieren und Zulassen"

Aufgabe der Leitungsgremien sei es, Leben der Kirche auf dem Land zu ermöglichen. Hierbei seien drei Stichworte wichtig, so Surborg:

Unter der Trias „Ermöglichen, Probieren und Zulassen“ könne Kirche auch in einer Zeit gebaut werden, in der sie von einer Volks- zu einer Minderheitskirche werde. Aber auch dann werde sie immer noch die Kraft haben, auch Menschen außerhalb der Kirche zu erreichen. Niemand wisse letztlich, wie die Kirche am Ende der strukturellen Wandlungen aussehen werde. „Ich bin optimistisch, dass wir gute Wege finden“, so der Vorsitzende des LSA.

Surborg ging näher auf das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Hermannsburg (ELM) ein. Zum einen ging es um die Problematik nicht abgesicherter Pensionszusagen für die Beschäftigten des ELM. Hier sei eine Lösung gefunden worden. Besonders erfreulich sei die Planung eines Projekts zur Bekämpfung von Fluchtursachen in Äthiopien. 

Der dritte Punkt des LSA-Berichts war dem finanziellen Jahresabschluss 2016 gewidmet. Im Kirchensteueraufkommen sei zu beobachten gewesen, dass im Jahr 2016 die bisherigen Zuwächse seit dem Einbruch in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2006/2007 im Kirchensteueraufkommen zu einem Ende gekommen seien. Die kirchlichen Personalkosten lägen über den Kirchensteuereinnahmen, so dass die Synode verpflichtet sei, genau auf diese Entwicklung zu achten, gerade was die längerfristigen Personalaufwendungen angehe.

KV-Wahl ab 14?

Hoffnungsvoll zeigte sich Jörn Surborg beim Vorhaben, das Wahlalter für die Kirchenvorstandswahlen auf 14 Jahre zu senken. „Wir ermöglichen damit den Jugendlichen das aktive Wahlrecht mit dem 14. Lebensjahr“. Das sei das Alter, in dem die Jugendlichen konfirmiert würden. Daher passe es, dass sie auch ihren Kirchenvorstand wählen könnten. 

Überblick

Die Berichte, Fotos und Videos zur Landessynode werden ständig aktualisiert.

Ausführliche Berichte

Eindrücke aus dem Eröffnungsgottesdienst

Befreit sind wir, weil wir uns in Gottes Wirklichkeit wiederfinden, in einer Freiheit, die in Gott gründet: Im Glauben sind wir befreit!

Dr. Birgit Klostermeier, Landessuperintendentin des Sprengels Osnabrück, in ihrer Predigt im Eröffnungsgottesdienst

Kirche mit mir

„Wir hoffen, Ihnen mit der Kampagne gutes Handwerkszeug für die Wahl an die Hand zu geben.“ Mit diesen Worten stellte Dr. Johannes Neukirch vor der Landessynode die Vorbereitungen zur Kirchenvorstandswahl im kommenden Jahr vor. Neukirch ist Pressesprecher der hannoverschen Landeskirche und zugleich Pressesprecher der Konföderation der evangelischen Kirchen in Niedersachsen.

Unter dem Slogan „Kirche mit mir“ wird in den nächsten Wochen und Monaten für die Wahl am 11. März 2018 geworben. Ziel der Kampagne ist laut Neukirch, die Gemeinden zu unterstützen,  um die Kirchenvorstandsarbeit und die Wahl bekannt zu machen. Zudem sollen Gemeindeglieder im Vorfeld der Wahl motiviert werden, sich als Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung zu stellen. Außerdem dient die Kampagne der Motivation zur Wahlbeteiligung.

Die Kampagne zur KV-Wahl