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Alles auf Anfang

Tagesthema 22. April 2017

Andacht zum Sonntag Quasimodogeniti

Alles auf Anfang. Zurück bei der Familie. Ein eintöniger Job mit wenig Erfolg. Manche tuscheln hinterm Rücken. Die haben es schon immer gewusst. Wer mit einem Spinner durchs Land zieht, fällt auf die Nase.

Tatsächlich sieht es im letzten Kapitel des Johannesevangeliums so aus, als wenn es Tod und Auferstehung, Untergang und Neubeginn nie gegeben hätte. Haben die vielen Wunder Jesu nicht ausgereicht? Muss jetzt nach Ostern noch ein Wunder her? Fischvermehrung, Staunen, Abendmahl und wieder dieser tragische Petrus. 

Alles auf Anfang. Auferstehung wie in einem nächtlichen Traum. Bilder überlagern sich. Jesus sitzt bereits am Feuer mit Brot und Fischen. Die Jünger ziehen die vollen Netze an Land, doch Essen ist vorher schon genug da. Petrus steht nach seiner Verleugnung nackt da, muss sich anziehen, springt ins Wasser, taucht unter. 

Hier fängt alles neu an. Nach Ostern vermischt sich das alte Leben mit seinen Sorgen ums Auskommen und sich über Wasser halten mit der neuen Wirklichkeit vom ewigen Leben und Gottes neuem Reich. Das konnten die Jünger nicht fassen.

Es kann doch nicht wahr sein, dass einer „für mich“ gestorben ist, nach schlimmen Leiderfahrungen wieder zurück kommt und mit denen Gemeinschaft möchte, die ihn enttäuscht aufgegeben haben.

Wer nach menschlichen Analogien sucht, kommt nicht weit. So sind Menschen nicht, So ist Petrus nicht. Jesus ist viel liebevoller, viel fürsorglicher, als Menschen es damals und heute erwarten. Seine Tischgemeinschaft geht über den Tod hinaus. Sie ist unzerstörbar gültig. 

Alles auf Anfang. Wir kommen erschöpft von der Arbeit. Alles ist doch noch gut geworden. Die Netze sind voll. Zu unserer Überraschung ist der Tisch schon gedeckt und er ist da und isst mit uns. Eigentlich wissen wir sicher, dass er es ist, doch wir trauen uns nicht, ihn zu fragen.

Erst diese neue Begegnung hilft uns aus dem alten Leben heraus. Wir leben nach Ostern und sitzen am gedeckten Tisch. Wenn doch jeder Anfang so schön wäre.

Pastor Kay Oppermann

Der Bibeltext

Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See Tiberias. Er offenbarte sich aber so: Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten's nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, den Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr war, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser. Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen.

Als sie nun ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt's ihnen, desgleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, dass Jesus den Jüngern offenbart wurde, nachdem er von den Toten auferstanden war.

Johannes 21, 1-14