Bild: Michael Freitag-Parey

Zeit mit Papa

Tagesthema 23. März 2017

Väter wollen mehr Zeit mit ihren Kindern/ Vater-Kind-Wochenenden schaffen gemeinsame Erlebnisse

Abseits vom Alltag einmal das erleben, was  sonst oft gemeinsam nicht machbar ist oder zu kurz kommt - eine kleine Auszeit für Väter und Kinder. 

Zu einem besonderen Wochenende lädt die Freizeit- und Begegnungsstätte Oese ein: Von Freitag, den 05. bis Sonntag, den 07. Mai findet ein Vater-Kind-Wochenende für Väter mit ihren Kindern im Alter von 5 bis 12 Jahren statt. Ab geht es in einen Kurzurlaub mit viel Spiel, Spaß, Sport, Gemeinschaft und Aktionen. 

Bei der Familienfreizeit in Oese können Väter und Kinder einmal auftanken. Gemeinsame Mahlzeiten (z.B. am Lagerfeuer), miteinander nachdenken und spielen, Neues entdecken, guten Ideen nachgehen und das Beste aus der Bibel hören: Geschichten von Gott, die stark machen. Und darüber hinaus gibt es viel Zeit, um eigenen Ideen nachzugehen und gemeinsam etwas zu machen und zu unternehmen, wofür der Alltag meist keine Zeit bietet.

Väter wollen immer mehr Zeit mit Kindern verbringen

Junge Männer interpretieren ihre Vaterrolle aus Sicht von Lebensberatern heute immer aktiver. "Väter haben einen höheren Selbstanspruch, für ihre Kinder da zu sein", sagte Karin Jakubowski, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Lebensberatung in der hannoverschen Landeskirche. In früheren Jahrzehnten seien Väter von ihren Kindern vor allem als Strafende und Abwesende wahrgenommen worden, erläuterte sie. "Warte nur, bis Papa nach Hause kommt!", habe es geheißen. "So etwas hören wir in unserem Beratungsalltag heute kaum noch." Für die meisten jungen Väter sei es inzwischen zudem selbstverständlich, die ihnen zustehenden zwei Monate Elternzeit zu nehmen.

Selbst wenn berufstätige Väter heute wegen Dienstreisen abwesend seien, hielten sie über Smartphones oder Tablets Kontakt zu ihren Kindern in Bild und Ton, sagte Jakubowski. Gleichwohl litten besonders pendelnde Väter sehr unter ihrer Abwesenheit. Auch nach Scheidungen seien Väter heute sehr viel stärker daran interessiert, den Kontakt zu halten. In früheren Jahrzehnten seien sie nach der Trennung meist aus dem Leben der Kinder verschwunden. Die Zahl der alleinerziehenden Väter sei mittlerweile deutschlandweit auf 180.000 gestiegen. In der Erziehungsberatung liege der Väteranteil bei den Klienten inzwischen bei 50 Prozent.

Generell sei die Familie weiterhin die wichtigste Institution für Menschen aller Altersgruppen, unterstrich Rainer Bugdahn von der Hauptstelle für Lebensberatung in der evangelischen Landeskirche. "Das ist unglaublich stabil." Familien seien heute weiterhin die zentrale Instanz, die gesellschaftliche Werte vermittele. Kindergärten und Schulen kämen da nicht heran. Bugdahn forderte die niedersächsische Landespolitik auf, mehr Geld in die Lebensberatungsstellen zu geben. Investitionen hier hätten eine vorbeugende Wirkung. Paar- und Familienkonflikte könnten frühzeitig gelöst und Folgeprobleme wie Trennungen oder Schwangerschaftsabbrüche verhindert werden.

Austausch fördern

Neben viel Zeit für Vater und Kind, gibt es beim Vater-Kind-Wochenende der Freizeit- und Begegnungsstätte Oese an den beiden Abenden Zeit zum Austausch „unter Männern“ (am Kamin). Dort und bei einem kleinen „Frühschoppen“ am Samstag geht es um das Thema „Hauptsache wir haben Spaß“.

Der Spaßfaktor ist nicht alles im Leben, aber ohne Spaß macht das Leben eben auch nicht so viel Spaß. Ob es die Hauptsache ist? Darüber wollen die Väter gemeinsam nachdenken und das Ganze auch mal vor dem Hintergrund des Evangeliums (übersetzt „frohe Botschaft“) und des christlichen Glaubens betrachten, so die Veranstalter. 

epd/ Michael Freitag Parey/ Redaktion

Väter in Elternzeit

Immer mehr Väter in Niedersachsen und Bremen steigen nach der Geburt eines Kindes vorübergehend aus dem Job aus oder reduzieren ihre Arbeitszeit. In Niedersachsen hat für jedes dritte im zweiten Quartal 2015 geborene Kind (33,2 Prozent) der Vater Elterngeld bezogen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Bundesweit lag die Beteiligung der Väter mit 35,7 Prozent noch höher. In Bremen (27,3 Prozent) und dem Saarland (24,5 Prozent) nahmen dabei im Ländervergleich die wenigsten Väter die Leistung in Anspruch.

Sowohl in Niedersachsen als auch in Bremen stieg im Vergleich zum vorausgegangenen Quartal der Anteil der Väter, die für die Kindererziehung eine berufliche Auszeit nahmen, leicht an. Die Väterbeteiligung erhöhte sich in Niedersachsen um 1,5 und in Bremen um 2,1 Prozent. 

epd