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Radtour mit Gott

04. März 2017

Andacht zum Sonntag Invokavit

Würden Sie Gott gern einmal treffen? Ihm direkt begegnen? Im Café, in der U-Bahn, im Garten? Auf dem Fahrrad, so erzählte der Kabarettist Hanns-Dieter Hüsch, sei Gott gelegentlich zu sehen.

Eins zu eins ließe sich dann mit dem Schöpfer sprechen. Wie am Anfang der Menschheitsgeschichte im Paradies. Neugierig, wissensdurstig, erkenntnishungrig erkunden die Menschen den Garten. Sie werden sich selbst bewusst und von Gott getrennt.

Erstaunlicherweise will Gott weiterhin mit ihnen zu tun haben. Sie bleiben unter seinem Schutz. Sie bleiben seine Geschöpfe.

Gott gibt ihnen Zeichen der Verbundenheit. Schließlich sogar sich selbst – Christus, das Kreuz. Weil er sie liebt. Und er hört nicht auf sie zu suchen und zu rufen wie im Paradiesgarten: Mensch, wo bist du?

Glaube ist Gottes Beziehungsangebot: sich suchen und finden zu lassen. Mensch, wo bist du? Die Passionszeit gibt Gelegenheit, diese Frage neu zu hören.

Über Verantwortung in der Welt nachzudenken. Über eigene Fähigkeiten und Mühe. Über menschliche Grenzen. „Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe“, betet jemand in Psalm 91. Es ist der Psalm für diesen ersten Sonntag der Passionszeit mit dem lateinischen Namen „Invokavit“, das bedeutet: „er/sie ruft mich an“. 

Gott lässt sich suchen und finden. Er geht uns nach und wartet, dass wir auf ihn eingehen. Seine Zuversicht annehmen. Mensch, wo bist du? Das lädt ein, den eigenen Standort zu bestimmen im Verhältnis zu Gott.

Der Kabarettist Hüsch dichtete: „Ich stehe unter Gottes Schutz / Ich bin sein Fleisch und Blut / Und meine Tage sind von ihm gezählt“. Was meinen Sie?

Pastorin Stefanie Arnheim, Kirchengemeinde Suhlendorf / Bad Bodenteich

Der Bibeltext

8 Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des Herrn zwischen den Bäumen im Garten.
9 Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?

10 Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.
11 Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?
19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.

1. Mose 3, 8-11.19