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Durchatmen im Alltag

Tagesthema 20. Januar 2017

Mutter-Kind-Kuren für Eltern an der Belastungsgrenze

Melanie Weber kommt aus Gifhorn und ist Mutter von zwei Töchtern. Nachdem das zweite Kind da ist, möchte sie zurück in den Beruf. Doch dann stößt sie auf ein Problem, das viele kennen: Wie bringe ich Beruf und Familie unter einen Hut? Auf der Arbeit soll sie an einem wichtigen Projekt arbeiten – zu Hause fordern die Kinder ihre ganze Aufmerksamkeit. Schnell stößt sie an ihre Belastungsgrenze. Als sie dann merkt, dass sie auch nachts ihre Kräfte nicht mehr auftanken kann, zieht sie die Reißleine. Sie wendet sich an das Diakonische Werk Gifhorn. Dort verschreiben ihr die Mitarbeiterin eine dreiwöchige Auszeit. Was die bewirkt hat erzählt sie in der Sendung "ffn-Hilfe interaktiv" mit Angela Behrens. 

Alleinerziehende besonders unter Druck

Viele Mütter erleben ihren Alltag als Alleinerziehende als belastend, überfordernd und als ständige Grenzerfahrung. Haushalt organisieren, Kinder erziehen, berufliche Anforderungen bewältigen: da fehlen dem Tag leicht Stunden, Kraft und vor allem Oasen, in denen aufgetankt werden kann – sodass sich ein Gefühl von „allein, aber gelassen“ kaum einstellen kann. Der Dauerstress macht krank, verstärkt das Belastungserleben und die Selbstzweifel und das hat starke Auswirkungen auf Wohlbefinden und Freude im Alltag.

Mutter-Kind-Kuren wollen und können dem entgegenwirken und diesen kräftezehrenden Kreislauf durchbrechen. Sie sind u.a. als vorbeugende Maßnahme konzipiert, um  Abstand vom Alltag herzustellen, zur Ruhe zu kommen und wieder aufzutanken. 

Während der dreiwöchigen Kurmaßnahme werden Mutter und Kind/-er individuell betreut und begleitet. Die aufeinander abgestimmten therapeutischen Angebote sollen den Müttern dabei helfen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen, damit Körper und Seele auftanken und gesunden können. Die Beziehung zwischen Mutter und Kind wird durch spezielle Interaktions-Konzepte gestärkt und belebt, neue Verhaltensweisen können probiert und eingeübt werden.

Regenesa e.V.

Auftanken und Lernen

Der kirchliche und gemeinnützige Verein ReGenesa besteht seit dem 28. November 1947 und wurde im Frühjahr 1948 beim Amtsgericht Hannover in das Vereinsregister mit dem Vereinsnamen „Heim und Werk der Landeskirchlichen Frauenarbeit Hannovers“ eingetragen. ReGenesa widmet sich in Hannover der ganzheitlichen und ressourcenorientierten Gesundheitsfürsorge von Frauen, Müttern und Kindern. Das Anliegen des Vereins: Frauen stärken und befähigen, ihren Alltag zu meistern.

In den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände können sich Eltern individuell und kostenlos beraten lassen.

Weitere Informationen zu Mutter-Kind-Kuren und ReGenesa

Lebenssituationen von allein erziehenden Frauen bedeuten häufig eine Auseinandersetzung mit Haushaltseinkommen und finanzieller Versorgung. Die eigene Bildungs- und Berufssituation muss in den Blick genommen werden, Kontakte belebt oder hergestellt werden. 
Ein Kinderbetreuungsnetzwerk muss geschaffen werden, um einer Berufstätigkeit nachzugehen. Die Rollen der Hauptversorgerin und Mutter gilt es anzunehmen. 
Eine nicht einfache Aufgabe, die im Zuge des geltenden Scheidungsrechts, der Harz IV Beträge, des Unterhaltsvorschussgesetzes und der Kinderbetreuungssituation ‚hart’ werden kann.
 

Eva-Maria Zabbee/ Diakonie Niedersachsen