Bild: Dethard Hilbig

Weihnachten im Januar

Tagesthema 17. Januar 2017

Interkulturelles Weihnachtsfest Hannovers in der Matthäuskirche

Zum 7. Mal wurde am Samstag das Interkulturelle Weihnachtsfest Hannovers in der Matthäuskirche gefeiert. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es ein buntes Weihnachtsfest der Kulturen mit Musik und Tanzvorführungen, internationalem Buffet und Kinderprogramm.

In Form einer Talkrunde sprachen unter anderem die Niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt, Dorota Szymanska von der Region Hannover und Oberbürgermeister Stefan Schostok. 

Bild: Dethard Hilbig

Organisiert wird das Interkulturelle Weihnachtsfest von einem Kreis aus 14 Kooperationspartnern. Die Predigt im Jubiläumsjahr der Reformation 2017 hielt die Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum und ehemalige Landesbischöfin Professorin Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann. Im Gottesdienst wurde die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium als neunsprachige Sprechcollage vorgetragen. Neben Bläser- und Orgelmusik erklangen auch afrikanische, latein- amerikanische und arabische Instrumental- und Chormusik im Gottesdienst.

Kritik an Glaubenstests

Die ehemalige hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat sogenannte Glaubenstests für konvertierte Flüchtlinge durch deutsche Behörden scharf kritisiert. "Es ist unerträglich, wenn Behörden meinen, Christinnen und Christen, die in Deutschland getauft wurden, einem Glaubenstest unterziehen zu können", sagte sie am Sonnabend beim interkulturellen Weihnachtsfest in Hannover. "Es gibt eine Trennung von Kirche und Staat in Deutschland", betonte Käßmann und fügte hinzu: "Über ein Taufbegehren entscheidet ein Pfarrer oder eine Pfarrerin mit der Gemeinde und nicht ein staatliches Formular."

Bei diesen Überprüfungen würden Menschen zum Beispiel gefragt, ob sie die unterschiedliche Zählweise der Zehn Gebote bei Juden, Lutheranern und Reformierten erläutern könnten, sagte die Käßmann. "Eine Behörde will so prüfen, ob ein getaufter Iraner ein 'richtiger Christ' ist." Viele dieser Fragen könnte auch ein in Deutschland aufgewachsener Christ nicht beantworten. "Menschen, die sich entschließen, zum christlichen Glauben zu konvertieren, brauchen unsere besondere Begleitung und Unterstützung, unseren Schutz", hob die einstige EKD-Ratsvorsitzende hervor.

epd Niedersachsen-Bremen

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