Die Ayasoyfa Moschee (Weidendamm 9, Hannover). Bild: Jens Schulze

Ralf Meister: Christen und Muslime sollen sich besuchen

Tagesthema 04. Oktober 2016

Respekt und Achtung voreinander und miteinander leben

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat Christen und Muslime aufgerufen, sich gegenseitig zu besuchen. "Wir erleben aktuell, dass Spannungen zwischen den Religionen wachsen", sagte der evangelische Theologe am Montag beim "Tag der Offenen Moschee". Deshalb sei es wichtig, sich gegenseitig Gastfreundschaft zu gewähren und sich gegenseitig einzuladen. "So machen wir zeichenhaft deutlich, dass wir in Respekt und Achtung voreinander und miteinander leben möchten. Gemeinsam treten wir für ein friedliches gesellschaftliches Zusammenleben ein." Meister zählte zu den rund 100 Besuchern der Ayasoyfa Moschee in Hannover.

Der neue Vorsitzende der Schura Niedersachsen, Recep Bilgen, begrüßte Meister persönlich. "Wir möchten heute unsere Moscheen öffnen für die Gesellschaft und die Chance geben, uns aus erster Hand kennenzulernen", sagte Bilgen. Der schon gute Kontakt zur Kirche werde durch Meisters Besuch weiter vertieft. Auf die künftige Zusammenarbeit freue er sich sehr. Der "Offene Tag der Moscheen" stand unter dem Motto "Migration als Herausforderung und Chance".

Engagement für Flüchtlinge gibt Gott die Ehre

Meister hatte die Menschen in Niedersachen dazu aufgerufen, am "Tag der Offenen Moschee" eine Moschee in ihrer Nähe zu besuchen. Zahlreiche der rund 180 muslimische Gemeinden in Niedersachsen und Bremen hatten sich am bundesweiten "Offenen Tag" beteiligt. Darunter auch Moscheegemeinden in Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Oldenburg, Göttingen, Emden, Celle, Goslar oder Lüneburg.

In einem Brief an die Kirchengemeinden der größten Landeskirche Deutschlands hatte Meister geschrieben: "Setzen wir durch unseren Besuch Zeichen des Miteinanders und wehren uns gegen die Gefahr, dass fundamentalistische Islamisten diese Nachbarschaft verunsichern und bedrohen." Der Bischof würdigte zudem das Engagement vieler Menschen in den Gemeinden für Flüchtlinge. "Es ist ein Dienst, der der Gemeinschaft in unseren Dörfern und Städten hilft und Gott die Ehre gibt."

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Schura Niedersachsen

Tag der offenen Moschee

Der Tag der Offenen Moscheen findet seit 1997 statt. Ein gemeinsames Motto legt jeweils der Koordinationsrat fest. Ihm gehören der mit der Türkei verbundene Moschee-Verband Ditib, der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), der Islamrat und der Zentralrat der Muslime an. Auch die reformorientierte Organisation Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ), die nicht zum Koordinationsrat gehört, beteiligte sich.

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