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Streit sucht Vergebung

Tagesthema 30. August 2016

Um Zukunftsfragen unterschiedlicher Art ging es in einigen Workshops beim Ehrenamtlichentag in Hannover am 27. August 2016. Gemeindeberater thematisierten Streitkultur und Veränderungsprozesse und in einem anderen Workshop gab es handfeste Ratschläge, wie man das Reformationsjubiläum im kommenden Jahr ökumenisch feiern kann.
 
„Das einzig Beständige ist die Veränderung“, sagte Matthias Wöhrmann von der Gemeindeberatung im Haus kirchlicher Dienste in seinem Workshop „Planspiel Zukunft Kirche 2030“. Die Rahmenbedingungen für die Kirche verändern sich: Es gebe weniger Gemeindeglieder, beruflich Mitarbeitende, Geld und Einfluss. In dieser Situation solle man die Veränderungsprozesse aktiv gestalten, riet Wöhrmann und nicht aussitzen, optimieren, Symptome behandeln oder verfahren nach dem Motto: Genauso, nur kleiner. Auch „gesund schrumpfen“ oder einfach „Wachsen gegen den Trend“ seien keine Strategie.
 
Im Workshop über Streitkultur meinte Gudrun Germershausen, Referentin für Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung im Haus kirchlicher Dienste: Jeder habe seine eigene Hoffnungen und Ängste, die jeweils unterschiedlich prägten. Schwierig sei es, wenn jemand seine Rolle nicht wahrnimmt oder selbst noch nicht weiß, was er oder sie will. Wo möglich, sollte man sich trennen, wenn eine Zusammenarbeit absolut nicht geht. Wichtig zum Brücken bauen sei es, dem anderen dessen Bereich nicht madig zu machen.
 
Ob man mit den Katholiken gemeinsam das Reformationsjubiläum im nächsten Jahr gemeinsam feiern sollte, wurde kontrovers diskutiert im Workshop „Vom Konflikt zur Gemeinschaft - ökumenisches Reformationsgedenken“. Pastor Woldemar Flake, Ökumene-Referent im Haus kirchlicher Dienste, riet dazu, zunächst „vor Gott einander zu vergeben“. Eine solchen gemeinsamen Gottesdienst am Sonntag „reminiscere“ - zu deutsch „gedenken“ - am 12. März 2017 unter dem Motto „Heilung der Erinnerungen“ könne zum Beispiel auf Kirchenkreisebene gefeiert werden. Auf Gemeindeebene könne man ein Erzählcafé anbieten, wo man mit den Katholiken Erinnerungen auch über die Differenzen und Schwierigkeiten in der Vergangenheit austauscht. Auch eine Filmreihe, Spaziergänge oder Pilgern, Frauenmahle oder Studienfahrten nach Wittenberg könne man ökumenisch anbieten und zwar: „Nicht oben drauf. Sondern wir machen das, was wir ohnehin machen nur ökumenisch!“, so Flake.

Gunnar Schulz-Achelis

Gemeindeberatung

Das Haus kirchlicher Dienste bietet…

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Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung im Haus kirchlicher Dienste (HkD)