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Bild: epd-Bild

Rechts maschiert gegen Rechts

Tagesthema 28. Juli 2015

Bad Nenndorf plant „unfreiwilligen Spendenlauf“ gegen Neonazis

Das Bürgerbündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ und der Deutsche Gewerkschaftsbund wollen sich auch in diesem Jahr einem Aufmarsch von Rechtsextremisten in der Kurstadt bei Hannover entgegenstellen.

Für den 1. August sind eine Kundgebung, eine Demonstration und ein ökumenischer Gottesdienst geplant, teilten die Organisatoren mit. Die Veranstalter planen außerdem „den unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands“ zugunsten der Neonazi-Aussteigerorganisation „Exit“.

Unter dem Motto „Rechts gegen Rechts“ wollen sie eine Aktion kopieren, die im November 2014 im bayerischen Wunsiedel ein weltweites Medienecho ausgelöst hatte. Das dortige Bündnis gegen Neonazis hatte einen Aufmarsch von Rechtsextremisten genutzt, um daraus den bundesweit ersten „unfreiwilligen Spendenlauf“ zu initiieren. Für jeden zurückgelegten Meter der Neonazis wurde Geld auf ein Spendenkonto zugunsten von „Exit-Deutschland“ überwiesen - insgesamt 10.000 Euro.

Das YouTube-Video über die spektakuläre Aktion ist über 1.513.700 mal abgerufen worden. Allein über Facebook seien mehr als eine Million Menschen erreicht worden, weitere neun Millionen über Berichte in Fernsehen und in Printmedien.

Der Film zum unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands

Nach Wunsiedel sollen nun auch in Bad Nenndorf Plakate, Banner und Bodenmarkierungen an der Demonstrationsstrecke angebracht werden, die die Route optisch in eine sportliche Spendenveranstaltung verwandeln.

Sprüche wie „Endspurt statt Endsieg“ sollen die Demonstranten zum Laufen animieren: Für jede Minute unerwünschter Aufenthaltszeit der Neonazis in der Kleinstadt wollen Nenndorfer Privatleute und Unternehmer zehn Euro spenden. Die Initiative „Exit“ will das Geld zum Aufbau eines bundesweiten Netzwerkes von Tattoo-Studios nutzen. Hier können Aussteiger dann ihre rechtsextremistischen Tätowierungen entfernen lassen.

Neonazis veranstalten am 1. August bereits das zehnte Jahr in Folge einen „Trauermarsch“ zum Bad Nenndorfer Wincklerbad. Dort befand sich von 1945 bis 1947 ein britisches Verhörzentrum und Militärgefängnis für Nationalsozialisten.

Zunächst hatten die „Trauermärsche“ großen Zulauf. 2010 kamen mehr als 900 Neonazis nach Bad Nenndorf. Im vergangenen Jahr waren es nur noch rund 200. Ihnen standen mehr als tausend Gegendemonstranten gegenüber.

epd

Weitere Informationen über das Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“

Einmal im Jahr...

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Mobilisierung gegen den Neonazi Aufmarsch am 1. August 2015 in Bad Nenndorf

„Zu Gast bei Freunden“

Am 1. August werden wieder rund 1.000 Menschen mit fantasievollen Aktionen gegen einen „Trauermarsch“ von Rechtsextremisten in Bad Nenndorf protestieren. „Wir wollen, dass die Neonazis begreifen, dass ihr Projekt gescheitert ist“, sagte Mitinitiator Jürgen Uebel von der Initiative „Bad Nenndorf ist bunt“.

An der Nenndorfer Demonstrationsstrecke sollen Plakate, Banner und Bodenmarkierungen angebracht werden, die die Route optisch in eine sportliche Spendenveranstaltung verwandeln.

Für den Vormittag planen die Kirchen und die jüdische Gemeinde einen ökumenischen Gottesdienst mit mehreren hundert Teilnehmern. Unter dem Motto „Zu Gast bei Freunden“ feiern Parteien und Verbände der Stadt am Nachmittag ein Fest vor der jüdischen Gemeinde.

Auch verschiedene Privat-Partys und geschmückte Straßenzüge sollten den Nazis zeigen, dass es keinen Grund zur Trauer gebe, so Uebel. In Hannover rufen Verbände wie der grüne Stadtverband und die grüne Jugend ebenfalls zur Beteiligung an den Protesten auf.

Seit 2006 kommen Rechtsextremisten zu sogenannten „Trauermärschen“ nach Bad Nenndorf.

epd

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