Lange Ferien - und jetzt?

Tagesthema 21. Juli 2015

Familien sollten vor dem Urlaub Erwartungen klären

Schönste Zeit des Jahres oder Wochen zwischen Zoff und Langeweile? Damit der gemeinsame Familienurlaub gelingt, sollten Eltern und Kinder schon vorher viel mehr miteinander über ihre Erwartungen reden, sagt der Lüneburger Tourismusforscher Edgar Kreilkamp im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das geht schon los, wenn über die Art des Urlaubs von Camping bis All-Inclusive entschieden wird, erläutert der Professor für Tourismusmanagement an der Leuphana Universität.

epd: Wie wichtig ist den Menschen der jährliche Urlaub?

Kreilkamp: Wir haben seit einigen Jahren die Situation, dass 80 Prozent der Menschen eine längere Urlaubsreise unternehmen. Die wird auf jeden Fall gemacht. Wer nicht viel Geld zur Verfügung hat, spart vielleicht am Hotel oder an der Art der Reise, aber nicht an der Reise selbst. Untersuchungen zeigen, dass die Menschen immer weniger wöchentliche Freizeit zur Verfügung haben. Über die Hälfte der Bevölkerung sagt, die persönliche Freizeit komme zu kurz. Das verschieben die Menschen dann in den Urlaub.

epd: Das klingt nach hohen Erwartungen. Woran können die scheitern?

Kreilkamp: Eltern stellen sich mit ihren Plänen durchaus auf ihre Kinder ein. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Kinder einen schönen Urlaub haben. Es geht auch darum, dass sie beschäftigt sind. Dann sind die Eltern selbst entlastet - zum Beispiel auf einem Campingplatz, wo es viele andere Kinder zum Spielen gibt. Allerdings reden die Eltern oft zu wenig mit den Kindern über deren Erwartungen. Ein Problem ist im Urlaub auch, dass die Familie immer zusammen ist, anders als im Alltag mit Beruf und Schule. Das führt dann zu Stress.

epd: Was sollten Familien tun, damit der Urlaub für alle schön wird?

Kreilkamp: Es müssen nicht immer alle den Tag zusammen gestalten. Es kann auch mal jemand etwas alleine machen. Umso eher hat man die Chance, dass die individuellen Bedürfnisse erfüllt werden. Der entscheidende Punkt ist, dass alle über ihre Wünsche und Gefühle reden. Sie sollten sich vorher darüber im Klaren sein, welche Interessen jeder hat. Das weiß man nicht immer von vornherein, wenn es zum Beispiel in ein fremdes Land geht.

Wenn Sie ein Kind fragen, wozu es in Paris Lust hat, sagt es vielleicht Disneyland. Das hat auch mit dem Kenntnisstand zu tun. Schon die Vorbereitungen sollten deshalb gemeinsam getroffen werden. Das heißt zum Beispiel, dass Informationen aus dem Internet über das Reiseziel für alle ausgedruckt werden. Nicht nur über das Reiseziel, sondern auch über die Art des Urlaubes sollten sich vorher alle verständigen.

epd-Gespräch: Karen Miether

Kinderstunden, Spielfeste, Lagerfeuer, Familiengottesdienste

Auf rund 20 Campingplätzen in Niedersachsen wird die Kirche jedes Jahr neu aufgebaut – als Kirchenzelt.

Ehrenamtliche aus der gesamten Bundesrepublik verbringen im Rahmen von Kirche Unterwegs mehrere Wochen auf den Plätzen und gestalten dort das Programm einer „Kirchengemeinde auf Zeit.“

Kirche Unterwegs steht für eine entgegenkommende Kirche, die auf Menschen im Urlaub zugeht...

Mehr über das Angebot und die Standorte von Kirche unterwegs

Hilfe nach Zeugnisvergabe

Zur Zeugnisvergabe zum Ende des Schuljahres warnen Experten Eltern vor zu viel Druck. Sie sollten vielmehr besonders aufmerksam sein, wenn ihre Kinder bedrückt wirken oder auffallend still sind, rät Petra Lorenz, Koordinatorin des Kinder- und Jugendtelefons in Hannover. Es sei sehr wichtig, im Gespräch zu bleiben.

Enttäuschung oder Groll über Schulprobleme sollten nicht den Blick auf die Tochter oder den Sohn verstellen: „Lieber erst einmal tief durchatmen!“

„Wir merken schon deutlich, dass das Thema Noten und die Angst, zu Hause wegen der Zeugnisse Probleme zu bekommen, in den Gesprächen in den Vordergrund rücken“, sagte Lorenz.

Mädchen und Jungen, die sich nicht trauen, zu Hause über ihren Kummer zu sprechen, fänden am Kinder- und Jugendtelefon Rat und Hilfe. Anonym und ohne dass die angerufene Nummer auf der Telefonrechnung der Eltern zu sehen sei.

epd

Hier wird geholfen

Schulpsychologen der Landesschulbehörde helfen am Mittwoch, 22. Juli, nach der Zeugnisvergabe von neun bis 17 Uhr unter Telefon 0441/9499836.

Das Kinder- und Jugendtelefon ist montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr erreichbar unter: 0800/1110333

Nummer gegen Kummer

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