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Bild: epd-Bild/ Hermann Pentermann

„Hoffnung pflanzen“

Tagesthema 08. Juni 2015

Prominente sammeln mit bepflanzten Handtaschen für Flüchtlingskinder

Gelbe Rosen in der Einkaufstasche, Mandarinenbäumchen im Wanderrucksack - mit einer ungewöhnlichen Kunst- und Pflanzaktion wollen Entertainer und Schauspieler Spenden für ein Flüchtlingsprojekt des Kinderhilfswerks terre des hommes sammeln: Sie haben ausrangierte Handtaschen, Einkaufstaschen, Rucksäcke oder Koffer mit Blumen, Obst oder Gemüse bepflanzt. Ex-First-Lady Bettina Wulff eröffnete die Spendenaktion - und steuerte selbst eine Paprikapflanze im roten Lacktäschchen bei.

Außerdem beteiligen sich unter dem Motto „Hoffnung pflanzen“ auch Barbara Schöneberger, Götz Alsmann, Anna Thalbach, Yared Dibaba und rund 60 weitere Prominente. Die Fotografin Donata Wenders, Frau des Filmregisseurs Wim Wenders, schickte einen Metallreisekoffer, überquellend von Gänseblümchen. Drei-Sterne-Koch Thomas Bühner brachte das Mandarinenbäumchen im Rucksack. Auf dem Ippenburg Gartenfestival in Bad Essen bei Osnabrück werden die Taschen ausgestellt und versteigert.

In einer Zeit, in der gerade unter den Flüchtlingen große Not herrsche, sei es wichtig, mit unkonventionellen Ideen auf verlässliche Hilfsprojekte aufmerksam zu machen, sagte Wulff. Zudem rege eine solche Aktion dazu an, sich Gedanken zu machen. „Das ist besser als nur einen Überweisungsträger auszufüllen. „Mit Handtaschen habe sie es allerdings nicht so. „Natur und Blumen sind eher meine Welt.“

Wulff stellte die ersten Taschen in ein fünf Meter hohes Stahlregal auf dem Schlossgelände. Der Künstler Volker-Johannes Trieb hat es eigens gefertigt. Beim Sommerfestival vom 18. bis 21. Juni mit 180 Ausstellern und 25.000 erwarteten Besuchern soll das Gesamtkunstwerk der Blickfang sein. Beim Herbstfestival im September werden die Taschen versteigert, erläuterte die Initiatorin und Festival-Chefin Viktoria vom Bussche.

Der Erlös werde rund 3.000 Kindern zugutekommen, die aus dem syrischen Bürgerkrieg nach Erbil im Nordirak geflohen sind. Sie leben dort allein oder mit ihren Familien in einem Lager, erläuterte terre-des-hommes-Sprecher Wolf-Christian Ramm. Das Hilfswerk betreut sie gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen vor Ort. Mitarbeiter bieten psychosoziale Unterstützung, medizinische Hilfe und Schulunterricht an.

epd

Kulturgottesdienst zum Weltflüchtlingstag

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Gedenkgottesdienst für die im Mittelmeer verunglückten Flüchtlinge. Bild: Jens Schulze

Zum Weltflüchtlingstag laden die Bremer Kulturkirche St. Stephani und der Verein „Zuflucht - Ökumenische Ausländerarbeit“ am 14. Juni zu einem ökumenischen Gottesdienst ein. Die Vereinten Nationen erinnerten am 20. Juni an die weltweit mehr als 40 Millionen Menschen auf der Flucht, teilten die Veranstalter mit.

Die Kirchen Europas gedenken an diesem Tag auch aller Flüchtlinge, die auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben in Europa gestorben sind.

Der Gottesdienst beginne um 18 Uhr, hieß es. Die Texte spricht die Geschäftsführerin des Vereins „Zuflucht - Ökumenische Ausländerarbeit“, Britta Ratsch-Menke.

epd

Weitere Informationen

„Es geschieht viel“

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Bild: Jens Schulze

„Die Hilfe für Flüchtlinge ist eine Querschnittsaufgabe, die die ganze Gesellschaft betrifft.“ Das betonte der Diakonie-Dezernent des Landeskirchenamtes, Dr. Christoph Künkel, in seinem Bericht vor der Landessynode. Für die Kirche sei die Zuwendung zu Flüchtlingen biblisch begründet und, wie jedes diakonische Handeln, eine Frage der Spiritualität, aber: „Wir dürfen den Staat nicht aus seiner Verantwortung entlassen“.

Emotionale Berichterstattung zur Umsetzung der Hilfen von Flüchtlingen