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Bild: fotolia.com

Demokratie stabilisieren

Tagesthema 15. Februar 2015

4. Vollversammlung der „Initiative Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ (IKDR)

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat sich für den Dialog mit der islamkritischen „Pegida“-Bewegung ausgesprochen. Die Kirche stelle sich keineswegs hinter die Ziele der Bewegung. „Aber das hindert uns nicht daran, einen Dialog aufzunehmen“, sagte Meister in Hannover bei der Vollversammlung der Initiative „Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus“ der evangelischen Landeskirche: „Wir müssen mit jedem reden, auch mit Rechtsextremen.“

Die Kirche müsse „eine mutige Stimme“ gegen die ausgrenzenden und völkischen Ansichten von Rechtsextremisten erheben, betonte der Bischof. Die Auseinandersetzung mit „Pegida“ und rechtsextremen Tendenzen stelle aber auch eine Anfrage an die Stabilität der Demokratie. „Wir dürfen uns niemandem entziehen, wenn es darum geht, die Demokratie zu stabilisieren.“

Die Debatte, die durch die „Pegida“-Demonstrationen auf der Straße
entstanden sei, lasse sich nicht auf der Straße klären. Nötig seien
Bildungsveranstaltungen und der Dialog, sagte Meister. „Wichtigste
Aufgabe ist aufklären, aufklären, aufklären.“

Die kirchliche Initiative gegen Rechtsextremismus wurde vor fünf Jahren gegründet. Ihr gehören nach Angaben von Geschäftsführer Pastor Jürgen Schnare mittlerweile mehr als 70 Bündnisse, Kirchenkreise und Gruppen mit einigen Hundert Engagierten an.

Sie organisierten zum Beispiel Anti-Gewalt-Trainings für Schüler und Konfirmanden und oder kümmerten sich um gefährdete Jugendliche. Auslöser für das Engagement seien oft rechtsextremistische Umtriebe vor Ort.

Dabei haben sich nach den Beobachtungen des Bischofs die rechtsextremistischen Strukturen in den vergangenen fünf Jahren stark verändert. Parteien spielten immer weniger eine Rolle, sagte Meister. Stattdessen organisierten sich die Rechtsextremisten über Aktionen, Demonstrationen oder in Kameradschaften. Das Internet sei zur Plattform für rechtsextremistisches Gedankengut geworden. „Das ist eine Veränderung, die uns als Kirche auch herausfordert.“

epd

Mehr über die Initiative „Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" in der Landeskirche Hannovers (IKDR)

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