Preisträger*innen für den Kulturpreis der Landeskirche Hannovers 2022 stehen fest

Pressemitteilung 12. Juli 2022
Bild: EMA

Der mit 10.000 Euro dotierte Kulturpreis der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers geht im Jahr 2022 an das Ensemble Megaphon in Hannover. Das Cameo Kollektiv e.V. in Hannover wird mit dem Kulturförderpreis ausgezeichnet, der mit 5.000 Euro dotiert ist.

Insgesamt 37 Vorschläge wurden für die Auszeichnung aus den Sparten Bildende Künste, Fotografie, Darstellende Künste, Literatur und Musik gesichtet. 25 Scouts aus Kirche, Soziokultur und Kunst hatten der Jury zugearbeitet, die dann die Preisträger*innen kürte. Schirmherr des Kultur- und Kulturförderpreises ist Landesbischof Ralf Meister.

Die Jurysprecherin, die Lyrikerin und Übersetzerin Caroline Hartge aus Garbsen, sagt zu den Preisträger*innen: „Kunst und Kultur inspirieren uns gerade dann, wenn alte Strukturen sich auflösen und wir Zugang zu dem Neuen finden wollen. Sie weisen sensibel und kreativ auf die menschlichen und gesellschaftlichen Fragen hin, die sich uns stellen. Den beiden ausgezeichneten künstlerisch-kulturellen Kollektiven gelingt das in den Augen der Jury auf beispielhafte Weise. Ihre interkulturellen und interdisziplinären Herangehensweisen benennen alternative Ansätze auf der Höhe unserer Zeit, indem sie das Neue als Chance begreifen.“

Die Landeskirche vergibt den Kultur- und Kulturförderpreis seit 2010 zum fünften Mal. Ein wichtiges Anliegen ist es, dadurch Dialoge zu initiieren und Kunstschaffende zu würdigen. „Der Kultur- und Kulturförderpreis hat ein klares Profil: Er will honorieren, inspirieren und kommunizieren, also Kunst- und Kulturschaffende würdigen und die von ihnen ausgehende Inspiration ins Gespräch bringen“ sagt Pastor Dr. Matthias Surall, Beauftragter für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche Hannovers. Dennis Improda, Referent im Arbeitsfeld Kunst und Kultur ergänzt: „Der Kulturpreis der Landeskirche Hannovers würdigt mit den aktuellen Auszeichnungen die integrative und kommunikative Kraft von Kunst und Kultur“. Surall und Improda sind gemeinsam verantwortlich für die Geschäftsführung des Preises im Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche.

Der Festakt zur Verleihung findet am 27. September 2022 um 18:30 Uhr in der St. Michaeliskirche Hildesheim statt. Um 13:00 Uhr gibt es ein Pressegespräch mit Landesbischof Ralf Meister und den Preisträger*innen in der Tagungsstätte Michaeliskloster Hildesheim.

Förderpartnerin des Kulturpreises ist die Evangelische Bank eG mit Sitz in Kassel.

Jurybegründungen und Zusammensetzung der Jury

Seit 15 Jahren steht das Ensemble Megaphon als Kollektiv verschiedener Künstler*innen für die spannende experimentelle Verknüpfung diverser Kunstarten und Stile. Der kreative Fokus des von der tschechischen Geigerin Lenka Župková geleiteten Ensembles liegt auf Musik und Performance in Crossculture-Herangehensweise mit interdisziplinärem und kollektivem Ansatz.

Die Künstler*innen des Ensembles sind Spezialist*innen für ortsbezogene Performances wie für Konzerte an außergewöhnlichen Orten. Sie entwickeln und realisieren neue Aufführungsformate im Bereich von Video- und Klangkunst, Tanz und Schauspiel. Alle Projekte sind konstitutiv auf Dialog angelegt. Der Kirchenraum wird in den Blick genommen, religiöse Fragen, ethische Fragestellungen, Themen wie Inklusion, Seuche, Migration, interreligiöser Dialog, aber auch Natur und Stille ziehen sich durch.

Ein wichtiges Anliegen ist die Kooperation auf Augenhöhe mit professionellen Künstler*innen aus Syrien, Armenien, Iran und Türkei. Zudem realisiert das Ensemble regelmäßig Vermittlungsprojekte und pädagogisch-künstlerische Aktionen. Das Ensemble steht für herausragende künstlerische Qualität. Es arbeitet bewusst interkulturell, interdisziplinär und migrationssensibel. Zudem transzendenzoffen sowie dialogisch und partizipativ.

Weitere Informationen zum Ensemble Megaphon

Das Cameo Kollektiv hat als agil und projektbezogen arbeitender loser Zusammenschluss vielfältig Kreativer mit und ohne Flucht- oder Migrationsgeschichte in den letzten Jahren einen Change Prozess durchlaufen. Dabei wurde es als Verein institutionalisiert, um eine Basis für zukunftsfähige, soziokulturell relevante Projekte mit Blick auf eine vielfältige, offene Gesellschaft zu schaffen.

Mit einem partizipativen Fotografie-Projekt begann 2014 die Zusammenarbeit von Studierenden als Cameo Kollektiv. 2016 wurde das Thema „Ankommen“ im Projekt des Cameo Magazins unter Leitung von Sebastian Cunitz und Julius Matuschik in einem transkulturellen Co-Workingspace zu Ursprung und Vision des Vereins. Über 70 Menschen diverser Herkünfte erkundeten dabei multiperspektivisch das Themenfeld. Cameo Kollektiv e.V. versammelt heute das transkulturelle und interdisziplinäre Potenzial von rund 40 Vereinsmitgliedern und kreiert reale wie virtuelle Räume für innovative Formate und Kooperationen mit anderen Netzwerken.

Dabei folgt das Kollektiv der Überzeugung von UPGRATION, einer Wortneu-schöpfung im Sinne von „Upgrade durch Migration“, womit sich Haltung und Motivation des Vereins prägnant fassen lassen.

Dem folgend verschränken die soziokulturellen Projekte, Workshops und Kampagnen zu Themenfeldern wie Transkultur, Intersektionalität und Postkolonialismus Methoden des Designs mit kultureller und politischer Bildung: Wenn Menschen mit verschiedenen Perspektiven zusammenarbeiten, entsteht Großartiges wie die vielfältigen Beiträge der Onlineplattform upgration.de, die in offenen Redaktionssitzungen entstanden sind.

Weitere Informationen zum Cameo-Kollektiv

In einer gesamtgesellschaftlichen Situation der Unbeständigkeit bisheriger Grundgegebenheiten und der tiefgreifenden Verunsicherung durch Pandemie und Krieg gelingt es den bei den Preisträger*innen-Kollektiven aus Hannover Neugierde zu wecken, Wandlungsfähigkeit zu demonstrieren und der Lust an interkultureller Begegnung und interdisziplinärer Entdeckung konstruktiv und kreativ Leben einzuhauchen.

Sie tun das im Falle des Ensemble Megaphon mit den vielfältigen Mitteln der Kunst an wechselnden Orten für Zuschauer*innen und im Falle des Cameo Kollektiv im Schutz einer bewährten Struktur an einem verlässlichen Platz für Teilnehmer*innen.

Der Kulturpreis-Jury gehören an:

  • Schirmherr des Preises: Landesbischof Ralf Meister, Hannover vertreten durch: Pastorin Silvia Mustert, Persönliche Referentin des Landesbischofs
  • Jurysprecherin: Caroline Hartge, Garbsen (Lyrikerin und Übersetzerin)
  • Andreas Döring, Intendant des Schlosstheaters Celle
  • Elisabeth Lumme, Osnabrück, Gründungsmitglied der Gesellschaft für zeitgenössische Kunst und Leiterin des Kunstraums hase29
  • Anke Pauli, Kunsthistorikerin, Geschäftsführerin artothek Hannover
  • Joanna Schulte, Hannover, Bildende Künstlerin, Kulturpreisträgerin 2013
  • Prof. Dr. Julia Helmke, Oberkirchenrätin im Landeskirchenamt Hannover
  • Berthold von Knobelsdorff, Hannover, Rechtsanwalt, KV-Vorsitzender Apostel- und Markuskirchengemeinde, Kuratoriumsmitglied der dortigen signifikanten Kulturkirche
  • Jürgen Zinke, Heersum, Geschäftsführer des Forum für Kunst und Kultur Heersum e.V., Kulturpreisträger 2019

Geschäftsführung des Preises:

  • Pastor Dr. Matthias Surall und Referent Dennis Improda, Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Ansprechpartner

Dr. Matthias Surall

Dr. Matthias Surall,
Beauftragter für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Telefon: 0511/1241-431, Mobil: 0151/46347143
E-Mail: matthias.surall@evlka.de

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