Umgang mit dem Corona-Virus im kirchlichen Leben

Nachricht 28. Oktober 2020

Handlungsempfehlungen der Landeskirche Hannovers

Bild: Landeskirche

Aktuelle Handlungsempfehlungen und Hinweise für Kirchengemeinden, Kirchenkreise und kirchliche Einrichtungen während der Corona-Pandemie.

Nach den Entscheidungen aus dem Gespräch zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsident*nnen am 28.10.2020 und der Umsetzung durch eine neue Verordnung des Landes Niedersachsen werden die landeskirchlichen Handlungsempfehlungen sehr zeitnah angepasst. Die Kirchengemeinden erhalten am 30.10.2020 die entsprechenden Empfehlungen.

Priorität für die Landeskirche hat zurzeit:
•    Die Aufrechterhaltung der Gottesdienste und Kasualien
•   Der Zugang für Seelsorger*innen zu älteren, einsamen und kranken Menschen
•    Die Begegnungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendlichen mit Gleichaltrigen.

Seit dem 23.10.2020 gilt in Niedersachsen eine neue Fassung der Corona-Verordnung, die insbesondere einheitlich die Maßnahmen regelt, mit denen Kommunen, Städte und Landkreise auf steigende Inzidenzzahlen reagieren. Diese Maßnahmen betreffen vor allem den privaten Bereich und haben nur punktuell Auswirkungen auf kirchliche Handlungsfelder.

Im Einzelnen bedeutet das:

  • In geschlossenen öffentlich zugänglichen Räumen muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden (§ 3 Abs. 1).
  • Ab 35 Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche soll, ab 50 muss auch in der Öffentlichkeit unter freiem Himmel eine Maske getragen werden (§ 3 Abs. 2). Bei Freiluftgottesdiensten, die allein unter § 9 fallen, wird die Verpflichtung zum Tragen einer Maske durch das vorgeschriebene Hygienekonzept geregelt.
  • § 3 Abs. 4 beschreibt Ausnahmen von der Maskenpflicht, zum Beispiel auch für Erwachsenenbildung sowie Kinder-Jugendarbeit. Diese Ausnahme gilt nach dem Wortlaut der derzeitigen Verordnung nur für das Tragen einer Maske in geschlossenen Räumen, nicht aber unter freiem Himmel. Dort soll bzw. muss sie bei entsprechender Inzidenzzahl getragen werden.
  • Nach den Paragrafen 7 und 8 kann die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen ab 35 pro 100.000 Infektionsfällen durch die zuständige Behörde beschränkt werden, bei 50 legt die Verordnung die Höchstzahl auf 100 Teilnehmer fest. Dies gilt nicht für kirchliche Veranstaltungen, die ausschließlich nach § 9 behandelt werden! Für uns gilt weiterhin nur die Begrenzung der Zahl der Teilnehmenden, die sich bei Einhaltung der Abstandsregel durch die Größe des Versammlungsraums ergibt.
  • Die Verordnung beschränkt in § 6 die Zahl der Teilnehmenden an privaten Zusammenkünften im eigenen Haus oder auf eigenem Grundstück auf 15 bei Inzidenzzahl 35 und auf maximal 10 aus zwei Haushalten bei Inzidenzzahl 50. Private Zusammenkünfte an öffentlich zugänglichen Orten sind ab einer Inzidenz von 35 auf 25 Teilnehmer beschränkt. Diese Höchstgrenzen gelten nach unserer Auffassung auch für privat organisierte Zusammenkünfte im Kontext der Kirchengemeinde, z.B. Hauskreise oder Lebendige Adventskalender.

Dadurch, dass in zunehmend mehr Landkreisen aktuelle Allgemeinverfügungen erlassen werden, kann es bei verschiedenen Handlungsfeldern auch zu Diskrepanzen mit den landeskirchlichen Handlungsempfehlungen kommen. Das betrifft gegenwärtig auch die Beerdigungen auf dem Friedhof bzw. den Gang zum Grab. Grundsätzlich zu beachten sind die örtlichen Regelungen und Vorgaben.

 

Seit dem 9. Oktober ist in Niedersachsen eine neue Verordnung in Kraft, die einige Änderungen beinhaltet bzw. Klarstellungen vornimmt, die für die kirchliche Arbeit in den kommenden Wochen von Bedeutung sind. Die landeskirchlichen Handlungsempfehlungen wurden daraufhin überarbeitet und durch ein Muster für ein Hygienekonzept für alle kirchlichen Veranstaltungen und Gottesdienste ergänzt.

Auf Nachfrage hat Leiter des Krisenstabes der Landesregierung mitgeteilt, dass für Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen, drinnen wie draußen, nur § 9 der Verordnung maßgeblich ist. Voraussetzung für Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen ist das Vorliegen eines Hygienekonzeptes, wie es nach § 4 gefordert ist.

Konkret bedeutet das: die bisherige Vorgabe, dass Veranstaltungen draußen nur möglich sind, wenn entsprechende Sitzgelegenheiten vorhanden sind, die die Einhaltung des Mindestabstandes gewährleisten, gilt nicht mehr. Für viele geplante Weihnachtsgottesdienste ist wichtig: es sind also auch Veranstaltungen im Stehen möglich – allerdings ist auch da die Einhaltung des Mindestabstandes zu gewährleisten.

Die Mustervorlage für ein Hygienekonzept berücksichtigt dabei die Vorgaben in den Paragraphen 4, 7 und 8 der Niedersächsischen Verordnung. Empfohlen wird auch für die Fälle, wo es nicht vorgeschrieben ist, weiterhin eine Dokumentation der Teilnehmenden. Das Musterkonzept ist jeweils durch entsprechende Angaben für die konkrete Veranstaltung oder das Veranstaltungsformat zu vervollständigen. Es wird Veranstaltungen geben, auf die dieses Musterkonzept nicht eins zu eins anwendbar ist. Trotzdem kann es als Vorlage für ein zu erarbeitendes Konzept dienen.

Zu beachten ist auch die Unterscheidung in den „Rechtlichen und organisatorischen Hinweisen für Gottesdienste und Veranstaltungen“, welche Veranstaltungen anzeigepflichtig und welche genehmigungspflichtig sind. Empfohlen wird, möglichst frühzeitig mit den örtlichen Behörden Kontakt aufzunehmen.

Aus der aktuellen Fassung der Niedersächsischen Corona-Verordnung ergibt sich weiterhin, dass die bisherige Begrenzung auf 50 Personen beim Gang zum Grab nicht mehr gilt. Es ist allerdings bei der Trauerfeier darauf hinzuweisen, dass auch auf dem Friedhof die Abstandsregel gilt.

Die landeskirchlichen Handlungsempfehlungen stehen unter dem Vorbehalt, dass es in den kommenden Wochen aufgrund der Infektionslage zu regionalen Einschränkungen kommen kann, die dann auch Auswirkungen haben können für kirchliche Veranstaltungen. Angesichts steigender Infektionszahlen wird dringend um die Einhaltung der staatlichen Vorgaben und der Handlungsempfehlungen der Landeskirche gebeten.

Grundsätzlich gelten für alle Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Einrichtungen die Vorgaben und die Empfehlungen der staatlichen und kommunalen Behörden.

Konkrete Entscheidungen treffen Pfarramt und Kirchenvorstand, Kirchenkreisvorstand und die Leitungen der Einrichtungen.

Seit dem 10. Juli 2020 ist die neue Verordnung zur Neuordnung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus gültig. Die Verordnung beinhaltet weitere Öffnungen des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens unter Berücksichtigung von Abstands- und Hygieneregeln. 

Für einzelne Bereiche des gemeindlichen Alltags gibt es durch die Verordnung des Landes weiterhin besondere Regelungen. Hierzu gehören zum aktuellen Zeitpunkt:

  • Gottesdienste
  • Beerdigungen, Trauungen, Taufen, Konfirmationen
  • Konfirmandenarbeit und Bildungsarbeit
  • Kinder- und Jugendarbeit
  • Freizeiten und Reisen
  • Sänger- und Bläserproben

Die hierauf bezogenen Vorgaben und Handlungsempfehlungen der Landeskirche (siehe unten) sind weiterhin zu beachten. Insbesondere verweisen wir auf die Hinweise zu Dienstrecht und Arbeit der Leitungsgremien am Ende dieser Seite.

Für alle weiteren Bereiche der Arbeit in den Kirchengemeinden gelten ab sofort folgende Grundsätze, innerhalb derer die Entscheidung über die Durchführung von Veranstaltungen und Angeboten eigenverantwortlich von Kirchenvorstand und Pfarramt getroffen werden können und sollen:

  • Es liegt ein vom Kirchenvorstand beschlossenes Hygienekonzept für die Gemeinderäume vor.
  • Das Hygienekonzept wird in allen Gruppen und Kreisen bekannt gemacht und angewendet.
  • Das Hygienekonzept wird auf besondere Veranstaltungsformen angepasst und angewandt.
  • Für gastronomische Angebote und Veranstaltungen unter freiem Himmel sieht die Verordnung des Landes besondere Regelungen vor, diese sind zu beachten (aktuell § 6 der geltenden Verordnung).
  • In Zweifelsfällen wird das örtliche Gesundheitsamt als zuständige Genehmigungsbehörde einbezogen.
  • Wir empfehlen die Dokumentation der Teilnehmenden bei Veranstaltungen in kirchlichen Räumen mit Name, Anschrift und Telefon für die Nachverfolgung von Infektionsketten.
  • Bei Vermietung oder Überlassung des Gemeindehauses oder einzelner Räume an externe Nutzer*innen ist eine schriftliche Vereinbarung über das geltende Hygienekonzept abzuschließen. Die Nutzer*innen übernehmen für die Nutzungszeit die Verantwortung für die Einhaltung der Regelungen und dokumentieren, wer an einer Veranstaltung teilgenommen hat.

Dienstrechtliche Fragen und Leitungsgremien

Grundsätzlich empfehlen wir allen hauptamtlich und ehrenamtlich Mitarbeitenden einen Verzicht auf Dienstreisen. Bei hauptamtlich Mitarbeitenden sind Ausnahmen von der Vorgesetzten oder dem Vorgesetzten zu genehmigen. Ausgenommen davon bleiben seelsorgliche Besuche, die in eigener Verantwortung wahrgenommen werden.

Gewählte Gremien von Körperschaften des öffentlichen Rechts können Sitzungen durchführen, wenn die bekannten Abstands- und Hygienevorgaben erfüllt werden. Das bedeutet, dass wieder Kirchenvorstands- und Kirchenkreisvorstandsitzungen sowie Kirchenkreissynoden stattfinden können. Wir empfehlen allerdings weiterhin, diese Zusammenkünfte auf das Notwendigste zu beschränken.

Die rechtlichen Voraussetzungen für Gremiensitzungen mit Video- oder Telefonkonferenzen sind auch weiterhin gültig, d.h. Beschlüsse können auch weiterhin in diesem Rahmen oder im Umlaufverfahren gefasst werden (siehe auch "KV-Sitzungen ohne persönliche Anwesenheit möglich").

Tipp: Die Landeskirche bietet unter der Adresse https://www.konferenz-e.de ein System zur Durchführung von datengeschützten Videokonferenzen an.  Anleitung: https://hilfe.konferenz-e.de