Umgang mit dem Corona-Virus im kirchlichen Leben

Nachricht 04. April 2020

Handlungsempfehlungen der Landeskirche Hannovers zur Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2)

Grundsätzlich gelten für alle Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Einrichtungen die Vorgaben und die Empfehlungen der staatlichen und kommunalen Behörden. Wir werden unsere Empfehlungen ggf. anpassen, wenn es zu weiteren Einschränkungen im öffentlichen Leben kommt. 

Konkrete Entscheidungen treffen Pfarramt und Kirchenvorstand, Kirchenkreisvorstand und die Leitungen der Einrichtungen. 

Die Superintendentinnen und Superintendenten halten die Verbindung zu den Landratsämtern und den Gesundheitsbehörden bei den weiteren Fragen, die das kirchliche Leben vor Ort betreffen. Sie informieren die Pfarrämter und Mitglieder der Kirchenkreiskonferenz zeitnah.

Das Landeskirchenamt arbeitet - zunächst bis zum 17. April - in den Dienstgebäuden nur mit einer Kernbesetzung. Alle wichtigen Funktionen bleiben gewährleistet. Auch die Zentrale bleibt besetzt. Im Übrigen sind die Mitarbeitenden in der Regel über Mail und Telefon im Homeoffice erreichbar.

Wir aktualisieren diese Webseite kontinuierlich!

Für uns als Kirche gilt in dieser Situation:

  • wir tragen Verantwortung für die Menschen, die uns anvertraut sind,
  • wir sind aufgerufen zur Fürbitte, besonders für die Kranken und alle, die in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Dienst tun,
  • wir tun das uns Mögliche, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

+ AKTUALISIERUNGEN

7.4.: Hinweise zur Öffnung von Kirchen zum stillen Gebet

7.4.: Hinweise zum Teilnehmer*innenkreis bei Beerdigungen

4.4.: Hinweise zum Abendmahl

3.4.: Neue Empfehlungen zum Läuten in der Karwoche und an Ostern

3.4.: Neuer Hinweis zum Umgang mit Kollekten im Abschnitt Gottesdienste

1.4.: Hinweis auf das Abo des Newsletters vom Land Niedersachsen zum Corona-Geschehen (Link in der Seitenspalte)

Wir arbeiten intensiv an dem Thema PASSIERSCHEINE / DIENSTAUSWEISE. Derzeit ist unklar, ob und inwieweit es weitere Ausgangsbeschränkungen geben wird. Sollte es neue Anordnungen des Landes geben, werden wir Sie hier unverzüglich informieren.

+ Gottesdienste, Andachten, Konzerte

Nach den Richtlinien von Bundesregierung und Bundesländern, die per Erlass umgesetzt werden, sind unsere Kirchen, die im Sinne des Gesetzes „Versammlungsorte“ sind, für Veranstaltungen geschlossen zu halten. Deshalb sind alle Gottesdienste, Andachten und Konzerte vorerst bis einschließlich 19. April abzusagen.

Wir weisen auf die sonntäglichen Gottesdienste im Fernsehen und Radio sowie die täglichen Andachten im Rundfunk hin. Die Landeskirche bietet auf der Seite zuhause-gottesdienste.de an jedem Sonntag, an Gründonnerstag, Karfreitag und an Ostersonntag einen Online-Gottesdienst an.

Über weitere mediale Angebote informieren wir Sie > hier.

  • Wenn Sie eigene Ideen, Entwürfe oder mediale Angebote haben, schicken Sie diese bitte an ideenboerse@evlka.de.

Für Gottesdienste in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Gefängnissen gelten die Vorschriften und Vorgaben der jeweiligen Einrichtungen. Sie sind strikt einzuhalten.

An den Sonntagen, an denen keine Gottesdienste stattfindet, werden auch keine Kollekten erhoben. Die für die Sonntage vorgesehenen Kollektenzwecke entfallen damit.

Wir bitten die Gemeinden, in ihren Veröffentlichungen in dieser Zeit auf die Spendenbitten der Lutherischen Weltbundes (LWB), der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und Brot für die Welt hinzuweisen.

+ Glockenläuten

  • Der Bischofsrat empfiehlt, weiterhin zu den Zeiten, an denen normalerweise ein Gottesdienst stattfindet, zu läuten - auch wenn zu keinem Gottesdienst in der Kirche eingeladen wird.
  • Das Tagzeitengeläut soll entsprechend der gemeindlichen oder regionalen Tradition und der Läuteordnung der Kirchengemeine beibehalten werden. Abweichungen davon sollen mit Nachbargemeinden (aller Konfessionen) abgesprochen und vorher hinreichend bekannt gemacht werden.
  • Für die Karwoche und Ostern ist in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) folgende Empfehlung verabredet:
    • Am Karfreitag entsprechend der evangelischen Tradition zur Sterbestunde um 15:00 Uhr das Läuten der großen (Sterbe-) Glocke
    • Am Ostersonntag zusätzlich und als ökumenisches Osterzeichen um 12:00 Uhr ein volles Geläut (10 Minuten); bitte auch hier Absprache in der Region und Information über alle zur Verfügung stehenden Medien.

+ Taufen, Trauungen und Beerdigungen

Taufen und Trauungen:

Nachdem durch die Richtlinien von Bundesregierung und der Bundesländer alle Versammlungsstätten und damit auch unsere Kirchen geschlossen zu halten sind, können auch bereits terminierte Taufen und Trauungen nicht mehr stattfinden.

Bitte nehmen Sie dazu sofort Kontakt mit den Familien auf.

Wenn im Ausnahmefall aus seelsorglichen Gründen eine Taufe stattfinden soll, dann nur in diesem seelsorglichen Rahmen und als Haustaufe.

Bitte nehmen Sie für die nächsten Wochen keine neuen Termine an. Seelsorglich begründete Ausnahmen sind in Einzelfällen möglich.

Beerdigungen (Stand 3.4.):

Empfehlungen:

  • Trauerfeiern zur Bestattung: ausschließlich am Grab auf dem Friedhof und im Freien.
  • In der Niedersächsischen Verordnung vom 7. April 2020 über die Beschränkung sozialer Kontakte zur Eindämmung der Pandemie findet sich eine Präzisierung zu Beerdigungen. Gestattet ist „die Teilnahme an Beerdigungen, jedoch nur im engsten Familien- und Freundeskreis, der höchstens insgesamt zehn Personen umfasst.“
    Die Beschränkung auf Angehörige in gerader Linie ist damit entfallen, die Zahl der Teilnehmenden nun aber auf maximal zehn Personen beschränkt. Damit ist die Trauergemeinde gemeint. Weitere Personen, die von Berufs wegen anwesend sind, werden dabei nicht mitgezählt.

  • Urnenbestattungen empfehlen wir auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
  • Von Trauerfeiern in anderen Räumlichkeiten raten wir ab
  • „Abschiednahmen am Sarg“ (regional unterschiedliche Bezeichnungen), zu denen in den Tagen vor der Beisetzung  in (Friedhofs-)Kapellen, Leichenhallen, Aufbahrungsräumen oder anderen Gebäuden,eingeladen wird, sind nicht möglich. Sie gelten als Zusammenkünfte und sind somit verboten. Die „Abschiednahmen“ durch Einzelpersonen sind mit der Bestattungsfirma abzusprechen.

Trauergespräche mit den Hinterbliebenen sollen möglichst telefonisch geführt werden. Nur im seelsorglich begründeten Ausnahmefall und unter Beachtung aller hygienischen Standards kann ein Hausbesuch möglich sein. Bei Familien, die unter Quarantäne stehen, ist kein Trauerbesuch möglich.

+ Seelsorge, Beratung, Hausbesuche

Für Seelsorge und Begleitung stehen Pastorinnen und Pastoren so wie die mit der Seelsorge Beauftragte gerade in solchen Krisenzeiten zur Verfügung. Manches ist auf telefonischem oder elektronischem Weg möglich. 

Hausbesuche sollten nur im Ausnahmefall in ganz dringenden seelsorglich begründeten Fällen gemacht werden. In der Allgemeinverfügung vom 22.03.20 werden als notwendige Tätigkeiten, die weiterhin zulässig sind, genannt: „die Begleitung Sterbender“ sowie „die Wahrnehmung einer seelsorgerischen Betreuung durch einzelne Geistliche“.

Im Einzelfall können für Seelsorgerinnen und Seelsorger Ausnahmen vom Verbot, Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Heime für ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen oder Menschen mit Behinderungen zu betreten, zugelassen werden.

Dabei sind die erforderlichen Verhaltensmaßregeln zu beachten.
Wir empfehlen, dass Seelsorgerinnen und Seelsorger sich bei beabsichtigten Besuchen vorher mit der Einrichtungsleitung in Verbindung setzen.

Weitere Empfehlungen, Handreichungen und Hinweise zum Bereich Seelsorge und Beratung

+ Konfirmationen

Die Gottesdienste zur Konfirmation, vielfach auch mit Abendmahlsgottesdienst am Vorabend, sind sehr gut besuchte Gottesdienste, alle Plätze in der Kirche belegt und es herrscht häufig eine große Enge im Kirchraum. Das alles führt zu einem signifikant erhöhten Infektionsrisiko.

Wir empfehlen daher, die Konfirmationen in den Sommer oder die Zeit nach den Sommerferien zu verschieben. Die Pfarrämter mögen sehr bald Kontakt zu den Familien aufnehmen, um sie gegebenenfalls per E-Mail an dieser Entscheidung zu beteiligen.

+ Abendmahl

Die Verkündigung des Wortes Gottes geschieht in Wort und Sakrament. Wortverkündigung und Sakrament sind unterschiedliche Weisen, in denen das Evangelium verkündigt wird. In beiden kommt das ganze Wort Gottes zu uns Menschen. Darum ist die Feier des Abendmahls für Verkündigung und Feier des Gottesdienstes nicht unabdingbar und es kann ausnahmsweise auch Zeiten geben, in denen das Abendmahl nicht gefeiert wird.

Zur Feier des Abendmahl in der jetzigen Zeit gibt es eine Stellungnahme des Kirchenamtes der EKD.

In der Passions- und Osterzeit haben wir in diesem Jahr eine Ausnahmesituation, wie sie noch nie bestand: Eine leibliche Gemeinschaft in der Feier des Gottesdienstes und des Abendmahls ist uns nicht möglich. Das ist ein tiefer Schmerz für uns alle. In dieser geistlichen Notsituation sind viele kreative Ideen entstanden, wie Gottesdienst und Andacht gleichwohl gefeiert werden können.

In der Karwoche und zu Ostern, ganz besonders am Gründonnerstag, ist auch eine Abendmahlsfeier in der Gemeinschaft einer zusammenlebenden Familie oder Hausgemeinschaft möglich. Unsere Kirchenverfassung sagt dazu: „Im Notfall können alle Mitglieder der Kirche aufgrund ihrer Taufe Aufgaben des Amtes der öffentlichen Verkündigung wahrnehmen.“ (Artikel 12 Absatz 5). Damit kann in dieser geistlichen Notsituation jedes Mitglied unserer Kirche die Feier des Abendmahls leiten. Darüber besteht Übereinstimmung mit dem Bischofsrat.

Der Grundsatz in unserer Kirche bleibt bestehen, dass das Abendmahl eingesetzt wird von denen, die dazu ordnungsgemäß berufen sind, also Pastorinnen und Pastoren sowie Prädikantinnen und Prädikanten.

+ Konfirmanden- und Jugendfreizeiten

Geplante Freizeiten haben einen langen Vorlauf. Eine Absage ist mit Ausfall- und Stornokosten verbunden und muss daher gut überlegt werden. Bei Freizeiten sind jedoch in der Regel viele Menschen auf engem Raum zusammen und das Infektionsrisiko deshalb hoch. 

Unsere Empfehlungen:

  • Trotz der Probleme, die durch eine Absage einer Freizeit entstehen, empfehlen wir in den kommenden Wochen und Monaten keine Freizeiten durchzuführen. Das Landesjugendpfarramt hat für eine sorgfältige Prüfung eine Checkliste erstellt.
  • Wenn sich die Lage wieder normalisiert hat werden die Kirchengemeinden, Kirchenkreise sowie die Landeskirche zu prüfen haben, ob einzelne Träger übermäßig belastet waren und ob ggf. nach einem solidarischen Ausgleich gesucht werden muss.

> Landesjugendpfarramt: Hinweis im Zusammenhang mit dem Corona-Virus und Maßnahmen der Evangelischen Jugend in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

> Information des Niedersächsischen Kultusministeriums: Zwingende Absage von Schulfahrten in Corona-Risikogebiete

Das Landesjugendcamp für 2020 ist abgesagt worden.

+ Dienstreisen, Besprechungen und Konferenzen, Chorproben

Grundsätzlich empfehlen wir allen hauptamtlich und ehrenamtlich Mitarbeitenden einen Verzicht auf Dienstreisen. Bei hauptamtlich Mitarbeitenden sind Ausnahmen von der Vorgesetzten oder dem Vorgesetzten zu genehmigen. Ausgenommen davon bleiben seelsorgliche Besuche, die in eigener Verantwortung wahrgenommen werden.

Notwendige Besprechungen und Sitzungen sollen als Telefon- oder Videokonferenz durchgeführt werden. Das gilt auch für Kirchen- und Kirchenkreisvorstandssitzungen. Beschlüsse können auch in diesen Konferenzen oder im Umlaufverfahren gefasst werden. (S. "++ KV-Sitzungen ohne persönliche Anwesenheit möglich")

Probentermine von Chören, Gemeindegruppen und -kreisen sollen  ausgesetzt werden.

Tipp: Die Landeskirche bietet unter der Adresse https://www.konferenz-e.de ein System zur Durchführung von datengeschützten Videokonferenzen an.  Anleitung: https://hilfe.konferenz-e.de 

+ Tagungsstätten, Kirchliche Häuser, Kirchliche Räume

Die Landeskirche empfiehlt, alle Tagungshäuser und Heime zunächst bis Ende April zu schließen und in der kommenden Zeit sukzessive zu entscheiden, bis wann die Schließung dauert.

Kirchliche Räume: Auch wenn nach der geltenden Rechtslage private Feier mit bis zu 50 Personen erlaubt sind, empfehlen wird dringend, keine kirchlichen Räume für solche Feiern zu vermieten.

Räume für Blutspende-Termine: Wir bitten diejenigen Gemeinden, in deren Räumlichkeiten bislang Blutspende-Termine durchgeführt, die Räume auch weiterhin dafür zu stellen. Diese Regelung ist durch Erlass des Landes Niedersachsen gedeckt. Sprechen Sie mit den Akteuren, die auf Sie zukommen, alle erforderlichen Hygienemaßnahmen ab.

+ Kindertagesstätten und Schulen

Für Kindertagesstätten und Schulen gelten die Anweisungen staatlicher Behörden (besonders der Gesundheitsämter).

Hinweise und Erlasse für KiTas

+ Arbeits- und dienstrechtliche Fragestellungen

20.3.) Uns erreichen zahlreiche Anfragen, ob Honorarverpflichtungen fortbestehen, wenn Veranstaltungen aufgrund der derzeitigen Lage ausfallen. Wir prüfen zurzeit die Rechtslage und werden Sie sobald wie möglich informieren.

(19.3.) Es erreichen uns zahlreiche Nachfragen, wie für den eventuellen Fall einer Ausgangssperre die Unabkömmlichkeit bestimmter Beschäftigter bescheinigt werden kann. Wir bereiten zurzeit eine Musterbescheinigung vor, die wir bei Bedarf umgehend zur Verfügung stellen können.

(19.3.) Wir prüfen zurzeit die arbeitsrechtlichen Voraussetzungen für die Einführung von Kurzarbeit.

Bei  arbeits-, dienst- und tarifrechtlichen Fragestellungen orientieren wir uns an den Hinweisen des Landes Niedersachsen zum Umgang mit dem Corona-Virus.

+ Erreichbarkeit

Wir bitten alle Pastorinnen und Pastoren sowie die kirchlichen Dienststellen verlässlich erreichbar zu sein. Dazu gehört auch, dass auf Anrufbeantwortern benannt wird, zu welchen Zeiten die Erreichbarkeit gewährleistet ist. 

Vieles, was uns wie selbstverständlich erschien, ...

.... wird momentan fragwürdig. Gemeinschaft und Nähe sind gefährlich. Gesundheit ist keine Privat- oder Familienangelegenheit, sondern wird in der Weltgesellschaft verspielt oder verantwortet. So entlarvt Covid-19 gewohnte Sicherheiten. Verantwortliches Handeln braucht jetzt Nüchternheit, Mut in den Entscheidungen und Rücksicht auf die Menschen, die zu den Risikogruppen gehören. Aus Sicht der Virologen muss die Ausbreitung des Virus konsequent entschleunigt werden. Zu einem guten Zeugnis in dieser Welt gehört, mit aller uns möglichen Konsequenz zur Bewältigung dieser Krise beizutragen. Am 10. März erinnerte der Lehrtext der Herrnhuter Losung: „Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2 Tim 1, 7). Aus Liebe, vor allem aber auch in Besonnenheit handeln wir. Bleiben Sie behütet!

Ihr
Ralf Meister