Deutscher Schulpreis 2017 geht nach Hameln

Nachricht 30. Mai 2017

Hameln/Hannover. Die berufsbildende Elisabeth-Selbert-Schule in Hameln hat den Deutschen Schulpreis 2017 gewonnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überreichte vier Lehrern und sechs Schülern aus Hameln die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung am Montag in Berlin. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil war zu der Preisverleihung gekommen. "Das ist ein großartiger Erfolg für die Schule, aber auch schön für das Land Niedersachsen", sagte er. Weil und die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (beide SPD) würdigten insbesondere das Engagement der Schule in der Ausbildung junger Flüchtlingen.

Fünf weitere Preise in Höhe von je 25.000 Euro gingen an die Grundschule Borchshöhe in Bremen, Schulen in Heidelberg und Kirchheim bei München, an die Europaschule Bornheim in Nordrhein-Westfalen sowie die Deutsche Schule im brasilianischen Rio de Janeiro, wie die Robert Bosch Stiftung mitteilte. Sie vergibt den Deutschen Schulpreis seit 2006 gemeinsam mit der Heidehof Stiftung. Die berufsbildenden Schulen Osterholz-Scharmbeck und das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium aus Osnabrück erhielten Anerkennungspreise von jeweils 5.000 Euro.

An der Elisabeth-Selbert-Schule im Hameln werden knapp 2.000 Schülerinnen und Schüler aus 34 Nationen in Fächern wie Agrarwirtschaft, Gesundheit und Pflege oder Sozialpädagogik unterrichtet. Sie können dort vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur jede Art von Abschlüssen machen. Ein Beratungsteam aus Lehrern, einer Pastorin und einem Sozialarbeiter bietet auch außerhalb des Unterrichts Hilfestellung.

"Durch das dichte Geflecht aus passgenauer pädagogischer Förderung und Fürsorge erzielen die Schüler hier Erfolge, die an anderen Schulen kaum jemand für möglich hielt", sagte der Erziehungswissenschaftler Michael Schratz von der Universität Innsbruck als Sprecher der Preisjury. So gelinge es der Schule besonders gut, die vielfältigen Biografien ihrer Schüler zu berücksichtigen. Neben inhaftierten Jugendlichen würden derzeit 124 Jugendliche mit Fluchterfahrung in Sprachförderklassen unterrichtet und vorbildlich in den Schulalltag integriert.

Eine zentrale Rolle an der Schule spielen der Jury zufolge auch Projekte, die Schule und Beruf miteinander verbinden und einen bestmöglichen Übergang in eine Ausbildung oder ein Studium ermöglichen. So würden im fachpraktischen Unterricht eigenständig Produkte hergestellt, um sie anschließend im Internet zu vermarkten. Die dazu verwendeten Lebensmittel wachsen überwiegend im Schulgarten. Die Schule ist nach der Frauenrechtlerin und Politikerin Elisabeth Selbert (1896-1986) benannt.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen